Der Wecker klingelt um halb acht und wir stehen auf, duschen und räumen unsere Sachen zusammen.
Nachdem wir alle ins Auto geräumt haben, setzen wir uns in die Küche und kochen uns einen Kaffee, wobei wir gleichzeitig den Tag besprechen.
Wir müssen als erstes einkaufen gehen, also checke ich schon mal bei Google, ob wir irgendwo einen grösseren Lebensmittelladen finden.
Unweit von uns befindet sich der MAGNIT, eine Lebensmittelkette in diesem Teil Russlands.
Wir checken aus, fahren dahin und kaufen frisches Gemüse, Kartoffeln und Fleisch ein, anschliessend besichtigen wir noch eine alte Kirche und machen uns dann auf den Weg Richtung Süden.
Weitere 480Km liegen vor uns, aber zum Glück auch ein wolkenloser Himmel und viel Sonne.
Da wir vor Rostov am Don nochmals übernachten wollen, haben wir keine Eile und nehmen es deshalb gemütlich
Kaum aus Wolgograd herausgefahren, kommt auch schon die Verzweigung wobei das eine Schild mit dem Namen MOSKWA beschriftet ist, dem wir wehmütig entgegenblicken, doch für Moskau reicht uns leider die Zeit nicht mehr.
Wir fahren in die andere Richtung, runter in den Süden und hoffentlich der Wärme entgegen, denn hier ist es doch schon ziemlich kalt.
Die Strassen sind im Grossen und Ganzen ziemlich gut, einzig die LKW’s die es hier zu hunderten gibt, sind anstrengend weil wir zu langsam sind um ordentlich überholen zu können.
Wir fahren den ganzen Nachmittag und kommen irgendwann auf eine grössere Autobahn, wo wir gut vorankommen.
Jedoch bleiben wir nicht lange darauf, denn wir haben auf Google Maps einen Platz gefunden, wo man direkt am riesigen Don übernachten kann, also nehmen wir bald die eine Ausfahrt und holpern auf miesen Pisten an Feldern und Dörfern vorbei.
Eine knappe Stunde später haben wir den wunderschönen Platz zwischen den Bäumen erreicht und während ich im Innern auf den Kisten hocke und Pilze schäle, fahren nicht mal 50m von uns entfernt, die Frachtschiffe vorbei.
Zum Abendessen gibt es Gschwellti mit einer Champignons-Dill Sauce, dazu gebratene Frikadellen, simpel und gut.
Anschliessend wäscht Tobi ab und ich räume alles auf, dann schmeissen wir die Standheizung an und gehen bald darauf ins Bett.
Autor: lifeisajourneych
09.10.2019. Wir besichtigen das ehemalige Stalingrad und begeben uns auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs
Wolgograd oder ehemals auch Stalingrad genannt, gehörte im zweiten Weltkrieg zu einem der schlimmsten Orte überhaupt.
Bis heute sieht man die Spuren der damaligen Zeit, viele Monumente und Denkmäler, sie gedenken der Opfer und Helden, die ihr Leben verloren haben.
Tobi und ich machen uns heute auf den Weg zum Kriegsmuseum, wo wir mehr über die Schlacht um Stalingrad erfahren wollen.
Es ist ein traumhaft schöner Morgen, ein wolkenblauer Himmel und warme Sonnenstrahlen vertreiben die eisigen drei Grad, die uns zuerst noch begrüsst haben.
Nach einer Ladung Wäsche die wir anschliessend in unserem Zimmer aufhängen müssen, weil die hier keinen richtigen Trocknungsraum haben, machen wir uns mit der Kamera auf den Weg.
Es geht durch einen schönen Park und entlang der Promenade, die uns einen Blick auf die breite Wolga gewährt, ein riesiger Fluss.
Frachtschiffe meistens mit Gas oder Öl beladen, fahren den Fluss rauf und runter, die meisten kommen vom Schwarzen Meer via Don durch die grossen Schleusen, die sie schlussendlich zur Wolga und nach Wolgograd bringt.
Wir essen unterwegs kurz zu Mittag und betreten dann ein grosses rundes Gebäude, das Kriegsmuseum von Wolgograd.
Draussen stehen alte originale Panzer, ein Flugzeug und ein Denkmal, es hat nur wenige Touristen, aber ein paar Schulklassen.
Wir geben unsere Jacken ab und zahlen an der Kasse den Eintritt, Tobi nimmt sich noch einen Audioguide und dann geht’s auch schon los durch acht grosse Ausstellungshallen.
Die Schlacht von Stalingrad ist eine der bekanntesten Schlachten des zweiten Weltkriegs und galt in der Zeit vom siebten Juli 1942 bis zum 02. Februar 1943 als psychologischer Wendepunkt des im Juni 1941 vom Deutschen Reich begonnen Krieg gegen die Sowjets.
Damals verloren über 700’000 Menschen ihr Leben, hauptsächlich die sowjetische Rote Armee erlitt diesen riesigen Verlust, weil sie bitteren Wiederstand gegen die 6. Armee der Deutschen leisteten, die die Stadt erobern wollten.
Hier im Kriegsmuseum erfährt man die komplette Geschichte, kann alte Waffen, Panzer und Gewehre besichtigen, aber auch Utensilien wie Arzttaschen und andere damals nötigen Sachen anschauen.
Alles in allem ist das Museum sehr schön gestaltet und auch sehr detailreich, wir können es sehr empfehlen.
Nebenan steht ein Haus das noch original vom zweiten Weltkrieg dort steht, mit zerbombter Fassade und einem Denkmal von spielenden Kindern, das einen doch sehr berührt.
Nachdem wir rund zwei Stunden im Museum verbracht haben, machen wir uns auf den Weg zu einem der grössten Betonstatuen Europas, die Mutter Heimat Statue oder wie die Russen es nennen: Die Skulptura Rodina mat.
Sie hat eine Gesamthöhe von 85 Metern und alleine das Schwert dass sie schwingt, ist schon 32m lang.
Sie wurde auf dem Mamajew Hügel errichtet, ebenfalls in Gedenken an die sowjetischen Streitkräfte im zweiten Weltkrieg.
Der Weg zur Statue liegt direkt bei einem wunderschönen und friedlichen Park, der mit einem Brunnen, einem kleinen See und einer Kirche ausgestattet ist, aber auch mit Bildhauerei und Geräuschen von Panzern und Maschinengewehren, die einen auf dem Weg zur grossen Memorial Hall führen.
Dort drinnen befindet sich eine Hand die eine Fackel hält, bewacht von der Russischen Garde, die unbeweglich hier steht und das übermehrere Stunden.
Wir besichtigen alles ausgiebig und versuchen zu verstehen, was hier geschehen ist.
Wir nehmen uns anschliessend ein Taxi dass uns runter an die Wolga bringt, dort wo das restaurierte Schiff Gasitel ausgestellt ist, ein Schiff welches damals hin und her fahren musste, um Lebensmittel und Munition zu liefern, getroffen wurde und versank.
Jahre später jedoch hat man es geborgen, restauriert und hier aufgestellt.
Auch hier wurde wieder ein schöner Park angelegt und wir geniessen noch die letzten warmen Sonnenstrahlen, bevor sie hinter der Stadt verschwindet.
Wir sind hungrig und essen auf dem Rückweg noch etwas, dann kehren wir nach einem langen Tag zum Hostel zurück, wo wir erleichtert feststellen, dass unsere Wäsche doch ziemlich gut getrocknet hat.
$
Müde von der vielen Lauferei und den Eindrücken, gehen wir ziemlich früh ins Bett.
07.+08.10.2019. Wir besichtigen Astrachan und fahren dann nach Wolgograd
Am Morgen stehen wir auf, um zu frühstücken, es gibt sogar ein kleines Buffet mit ein paar Köstlichkeiten wie frische Crèpes und hausgemachte Marmeladen.
Zudem kriegt man Spiegeleier und ordentlichen Kaffee.
Ein Fernseher läuft und teilt uns die neuesten russischen Nachrichten mit, von alledem verstehen wir natürlich nur sehr wenig.
Nach dem Essen bitte ich die Chefin des Hotels darum, uns die obligatorische Visa-Registration zu machen, die man hier in Russland innert sieben Arbeitstagen erledigen muss, vorausgesetzt, man bleibt auch mindestens so lange.
Anschliessend kehren wir wieder aufs Zimmer zurück, wo wir auch den Rest des Tages bleiben, weil ich so erkältet bin und Gliederschmerzen habe, dass ich beschliesse, einen Tag lang komplett auszukurieren.
Tobi surft im Internet und ich lese einen Reisebericht von einem älteren Paar, welches sieben Jahre lang mit dem Landcruiser durch die Welt gereist ist.
Manchmal muss ich dabei grinsen, denn auch sie hatten Situationen die uns bekannt vorkommen, uns ebenfalls schon passiert sind und bestimmt noch kommen werden.
So vergeht der Tag und da wir am frühen Abend am Verhungern sind, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant irgendwo in der Stadt.
Das Wetter ist nicht schlecht und ein wenig drückt sogar die Sonne durch die Wolken, als wir der Hauptstrasse folgen und nach zwanzig Minuten eine coole Kneipe finden.
Dort gehen wir rein, setzen uns und bestellen Pelmeni, sowie eine Art Pfännchen mit Kartoffeln und Pilzen, dazu trinken wir hausgemachten Früchtetee.
Nach dem Essen gehen wir zu Fuss an einem Fluss entlang und bewundern die wunderschönen Herbstfarben, die durch die untergehende Abendsonne noch betont werden.
In einer Bäckerei kaufen wir uns noch ein Dessert und während ich meine Sachertorte für den nächsten Tag aufspare, haut Tobi seinen ersten der zwei die er für sich ausgesucht hat gleich rein, sobald wir unser Zimmer betreten haben.
Wir chillen noch eine Weile und lesen, anschliessend gehen wir bald zu Bett.
Am nächsten Morgen duschen und frühstücken wir nochmals richtig, dann packen wir zusammen und räumen unsere Sachen ins Auto.
Ich bin immer noch total angeschlagen, doch ich fühle mich einiges besser als am Vortag, das Schlimmste scheint zum Glück vorbei zu sein.
Wir checken aus, steigen in die Karre und fahren zur Stadtmitte wo man eine alte Burg besichtigen kann.
Dort suchen wir uns einen Parkplatz und begeben uns dann auf Entdeckungstour, wobei wir einen wunderschönen Glockenturm, sowie eine alte Kirche ausfindig machen.
Von der Burg oder dem Kreml wie man hier sagt, ist nicht mehr so viel zu sehen, immerhin aber kann man noch den alten Turm besichtigen, sowie die schönen und bunten Parkanlagen, die man hier angelegt hat.
Es hat Souvenirstände, russische Touristen mit Guide, Sicherheitspersonal und ein Museum dass man besuchen kann und alles ist wirklich sehr spannend.
Tobi und ich nehmen uns die Zeit, die wichtigsten Dinge zu besichtigen und gleichzeitig das schöne Wetter zu geniessen, dann aber ist es leider auch schon Zeit, weiterzufahren.
Rund 500Km trennen uns von Wolgograd, weshalb wir uns ein wenig ranhalten müssen.
Wir lassen Astrachan hinter uns, fahren über die grosse Brücke die uns über die Wolga führt und folgen dann einer sehr befahrenen Landstrasse.
Sie führt uns vorbei an abgelegenen Dörfern, sehr viel Landwirtschaft und ehemaligen Wohngebieten, wo aber niemand mehr zu leben scheint.
Viele Orte wirken wie ausgestorben und verlassen, halbzerfallene Häuser und verwucherte Gärten erzählen von einer Zeit, wo hier noch Leute gelebt haben.
Die Fahrt bis nach Wolgograd zieht sich und manchmal kommen wir wegen Strassenbaustellen nur schlecht voran, so brauchen wir länger als geplant.
Der Verkehr wird immer dichter, je näher wir der Stadt kommen und ca. 30 Kilometer vor dem Zentrum herrscht schon fast Chaos.
Es ist bereits dunkel und ich kämpfe mich durch die vielen Autos hindurch, es dauert nochmals eine Stunde bis wir endlich beim Center Hostel angekommen sind, wo wir für 14 USD pro Nacht ein Zimmer gebucht haben.
Wir sind beide völlig erledigt, checken schnell ein und machen uns dann auf die Suche nach einem Restaurant in der Nähe.
Es dauert eine Weile bis wir eins gefunden haben und als wir es nach dem Essen wieder verlassen, hat es auch schon angefangen zu regnen.
Es ist kalt und ich friere trotz Jacke, als wir uns auf den Rückweg zum Hostel machen.
Unser Zimmer ist sauber, jedoch führen die beiden kleinen Fenster nur zum Aufenthaltsraum rüber und nicht nach draussen, was für mich immer ein bisschen schwierig ist.
Kein Tageslicht kommt hier herein, es ist einfach immer nur dunkel und ich mag das halt einfach überhaupt nicht, doch für zwei Nächte muss es halt gehen.
Da wir sowieso total müde sind spielt es für diese Nacht auch keine Rolle, wir gehen anschliessend eh gleich ins Bett.
06.10.2019. Wir verlassen Kasachstan und fahren zurück nach Russland
Der Morgen bricht an, die ersten Sonnenstrahlen tauchen den Sand und das Meer zuerst in rötliches und dann in helles Licht.
Wir stehen auf und ich muss zuerst mal ein Demo Grippal in mich hineinschütten, weil ich so erkältet bin.
Anschliessend räumen wir zusammen und begeben uns wieder auf die miese und holprige Strasse, die uns weiter Richtung Russland führt.
Also dass man es mit Strassen so weit kommen lassen kann, ist uns echt ein Rätsel.
LKW’s aus der Türkei, Russland und Kasachstan selbst, kommen mit der Ware die sie transportieren müssen, auch nur sehr langsam voran.
Dies ist alles andere als speditiv, zudem geht das meiste dabei auch noch kaputt.
Wir fahren und fahren und brauchen nochmals drei Stunden bis wir an der Grenze ankommen, immerhin stellen wir fest, dass man von hier aus tatsächlich mit einer neuen Strasse angefangen hat.
Der Grenzübergang auf kasachischer Seite kommt in Sicht und wir wechseln unsere restlichen Kazakh Tenge in Russische Rubel um, bevor wir uns aufs Zollgelände begeben.
Tobi fährt mit dem Auto rein, ich muss zu Fuss über die Grenze, was sehr langsam vorangeht, weil nur ein Schalter geöffnet hat.
Anschliessend treffen wir uns auf der anderen Seite wieder und fahren über einen grossen Fluss, wo wir bei einem russischen Checkpoint anhalten müssen, um unsere Pässe zu zeigen und einen Immigrationszettel abholen müssen.
Mit ausgefüllten Zetteln fahren wir zur Grenze, wo wieder unsere Pässe kontrolliert werden, bevor man uns aufs Gelände lässt, anschliessend werden wir hereingelassen.
Zuerst müssen wir wieder zur Migration gehen, wo unsere Visa kontrolliert und gestempelt werden, anschliessend wird das Auto inspiziert.
Auch dieser Russe hat es nicht so mit der Höhe, er steigt nicht mal komplett aufs Dach, sondern bleibt auf der obersten Leitersprosse stehen, das Unbehagen ist ihm ins Gesicht geschrieben.
Besonders Geduldig ist er ebenfalls nicht, denn Tobi hat die eine Kiste kaum geöffnet, schon winkt der Beamte ab und klettert wieder hinunter, dann kommt ein «Goodbye» und er widmet sich dem nächsten Kandidaten hinter uns.
Wir setzen uns ins Auto und fahren aus dem Zollgelände aus und offiziell nach Russland ein und halten sogleich beim Versicherungshäuschen das mit «AUTO CTPAXOBAHNE», angeschrieben und in Russland obligatorisch ist.
Während Tobi eine neue Versicherung kauft, gehe ich zu einem kleinen Kiosk, wo ich meine russische Sim Karte MTC auflade, damit wir wieder Internet haben.
Anschliessend machen wir uns auf den Weg nach Astrachan wobei uns auffällt, wie grün es hier ist.
Kaum über die Grenze und der Sand verschwindet, farbige und herbstliche Laubbäume, Flüsse und Felder, als hätte man ein Tor durchfahren, sieht es hier komplett anders aus.
Da ich absolut nicht fit und total erkältet bin, nehmen wir uns in Astrachan nochmals ein Zimmer für zwei Nächte, damit ich mich auskurieren kann.
Im Hotel Horizont checken wir ein und da wir den ganzen Tag überhaupt nichts gegessen haben, machen wir uns sogleich auf die Suche nach einem Restaurant.Gleich im Gebäude nebenan befindet sich per Zufall ein georgischer Laden, den testen wir doch gleich aus!
Wir setzen uns rein und ich bestelle für mich eine kleine Keramikschale mit gebratenen Auberginen, Fleisch, Tomaten und Paprika, dazu Brot und Chinkali, (Teigtaschen mit Fleisch).
Tobi nimmt Pouletstücke an einer Knoblauchcréme mit Pommes, wieder ist das Essen einfach toll.
Anschliessend kehren wir aufs Zimmer zurück, duschen zuerst mal richtig heiss und gehen dann ins Bett.
05.10.2019. Wir lassen Atyrau hinter uns und fahren weiter Richtung Nordwesten
Am frühen Morgen stehen wir auf und duschen, anschliessend räumen wir unser Zeug ins Auto und fahren damit zum Parkplatz beim Stadion, wo wir uns mit Margit und Heinz zum gemeinsamen Frühstück verabredet haben.
Dort angekommen, herrscht reger Betrieb denn gleich nebenan findet ein Markt statt, Bauern vom Land verkaufen hier ihre Ware.
Wir parkieren unser Auto neben Heinz’ Mercedes und setzen uns dann gleich bei ihnen in die warme Stube, die um einiges mehr an Platz zu bieten hat, als bei uns.
Margit war schon auf dem Markt und im Laden gegenüber, hat schon frisches Brot und Eier gekauft, welches die beiden sogleich auftischen.
Wir trinken Kaffee, plaudern und tauschen noch Fotos aus, während um uns herum immer mehr Autos parkieren und der Platz immer enger wird.
So eng, dass es irgendwann rumpelt und der Mercedes von Margit und Heinz geschüttelt wird, einer ist mit seinem Auto in ihres reingefahren.
Welch Ironie, haben wir doch gerade etwa zwei Minuten vorher noch darüber Witze gemacht.
Heinz geht hinaus und schaut sich die Sache an, zum Glück sieht man aber absolut nichts, es hat der Karre nichts gemacht.
Wir sind alle erleichtert, auch der Fahrer der anderen Karre, denn für ihn wäre es ansonsten richtig teuer geworden.
Wir setzen uns wieder rein und schwatzen weiter, aber anschliessend müssen wir uns leider von den beiden und Kimba verabschieden.
Während sie nämlich in Russland von Astrachan aus direkt weiter Richtung Georgien fahren, wollen Tobi und ich hoch bis nach Wolgograd und wir wissen nicht, wann wir die zwei wiedersehen werden.
Also verabschieden wir uns schweren Herzens, aber auch mit der Hoffnung, dass wir uns bestimmt irgendwo wieder sehen werden.
Anschliessend steigen wir in unsere Karre und fahren zur nächsten Tankstelle, anschliessend geht’s weiter Richtung Nordwesten und russischer Grenze.
Es geht auf miserablen Strassen vorbei an Ölbohrfeldern, kleinen Dörfern, Sand, Kamel und Pferdeherden, die Gegend hier ist trostlos und öde, schon fast traurig.
Stunde um Stunde sind wir am Fahren, kommen dank riesigen Schlaglöchern und Bodenwellen nur sehr langsam voran.
Immerhin finden wir direkt am Kaspischen Meer einen tollen Übernachtungsplatz, wo wir unsere Vinylwände aufziehen, damit es nachts nicht allzu kalt wird und wir vom Wind geschützt sind.
Wir wärmen die Resten des Gulasches auf die wir noch im Kühlschrank haben und essen dazu Brot, wie immer die perfekte Mahlzeit an kalten Tagen.
Wir erinnern uns an den Tag als wir im Iran auf der gegenüberliegenden Seite des Kaspischen Meeres gestanden haben um baden zu gehen, heute mehr als zwei Jahre später stehen wir hier.
Die Zeit scheint zu fliegen, die Tage ziehen an uns vorbei und unsere Reise neigt sich langsam dem Ende zu, fast unvorstellbar, dieser Gedanke.
Möwen fliegen über das Wasser, wir können ihre Rufe bis hierher hören.
Die letzten Sonnenstrahlen verschwinden am Himmel und ein weiterer Tag ist vorbeigegangen.
Hier übrigens noch ein paar Bilder die die beiden mit ihrer Kamera gemacht haben.
Und hier noch die Bilder des Tages
04.10.2019. Kamele am Strassenrand und wir erreichen Atyrau
Eine Nacht in der Wüste ist so ruhig, wie man es sich an anderen Orten gar nicht vorstellen könnte.
Ausser dem Wind ist kein Laut zu hören, der Himmel ist klar und voll mit Sternbildern, ansonsten ist es stockdunkel.
Am Morgen wenn die Sonne aufgeht, wird die Umgebung in rötliches Licht getaucht, vielleicht hört man ein paar Vögel, aber ansonsten ist es still.
Wir lieben solche Nächte und Tagesanfänge, es ist friedlich und entspannend, kein Verkehrslärm und nichts was einen stören könnte, was einen dazu zwingt auf die Uhr zu schauen und loszustressen, das wird uns fehlen.
Wir stehen auf und frühstücken, dann räumen wir zusammen und verabreden uns mit Margit und Heinz in Atyrau, die beiden müssen noch in die Mercedes Garage.
Wir holpern über die staubige und unebene Piste zurück auf die Hauptstrasse und nehmen weitere 200 Km unter die Räder, entlang am kaspischen Meer, welches leider von hier aus nicht zu sehen ist.
Die Strecke bis zur Stadt verläuft mehr oder weniger unspektakulär, ausser ein paar Kamelen am Strassenrand und Pferdeherden, kriegt man hier nicht viel zu Gesicht.
Atyrau erscheint und wenig später finden wir uns in dichtem Stadtverkehr wieder, wo Leute ungeduldig hupen, Autos ineinander reinkrachen und es laut und ungemütlich ist.
Atyrau boomt, man hat hier riesiges Vorkommen von Öl und Gas gefunden, ausländische Investoren aus aller Welt treffen ein um hier zu investieren und zu fördern, es geht wirtschaftlich bergauf, doch die kasachische Bevölkerung selbst, verdient daran so gut wie nichts.
Wir fahren durch die Stadt und suchen uns einen Parkplatz in der Nähe eines georgischen Restaurants, welches wir fürs Mittagessen ausgesucht haben.
Tobi will nämlich unbedingt die georgische Spezialität namens Chatschapuri probieren, eine Art Schiffchen aus Brotteig, gefüllt mit Käse, Butter und einem Spiegelei, ein Klassiker.
Mir jedoch ist das Teil zu schwer, weshalb ich gebratene Auberginen bestelle, die mit Sauerrahm gemischt und mit frischem Koriander und Petersilie in einem Salatkörbchen angerichtet sind.
Das Essen ist sehr gut, auch das Chatschapuri, von dem ich Tobi ein Stück zum Probieren klaue, welches mit einem rezenten Käse zubereitet wurde, ist ein Gaumenschmaus.
Tobi muss am Ende merklich kämpfen, ich vermute, die Hälfte hätte locker gereicht.
Nach dem Essen fahren wir zum Arzu Hostel, wo wir im Hinterhof gerne parken und übernachten würden, für 5 Dollar pro Person, dürfen wir dabei auch die Küche, Toiletten und Duschen nutzen.
Da es ein kühler Tag ist, nehmen wir den Laptop und alles mit rein und setzen uns drinnen auf eine Couch, wo wir Strom für unsere Akku haben und Tee kochen können.
Wir sind beide total erkältet und irgendwie scheint das auch der Gastmama aufzufallen, denn am Ende besteht sie darauf, dass wir ein Zimmer nehmen um in der Wärme zu schlafen, anstatt draussen in der Kälte und das ohne Aufpreis.
Uns ist’s überhaupt nicht recht doch sie bleibt hartnäckig und bereitet gleich zwei Betten vor, weshalb wir am Ende trotzdem gerne annehmen, es ist echt so lieb von ihr.
Auch bringt sie uns frischzubereitetes Essen und lädt uns auf weiteren Tee ein und da sie sehr gut Englisch spricht, kann sie uns sehr viele interessante Geschichten über den Westen Kasachstans, etc. erzählen.
Margit und Heinz treffen ein wenig später ein, sind jedoch mit dem Platz hier nicht zufrieden und fahren weiter zum Stadion, wo sie sich auf dem Parkplatz davor einquartieren.
Wir verabreden uns für den nächsten Morgen, da werden wir uns wieder treffen.
03.10.2019. Auf dem Weg nach Atyrau
Wir sind zeitig auf und nach einer erfrischenden Dusche, innert kürzester Zeit startklar.
Bevor wir losfahren, müssen wir aber zum Amt für Motorhaftpflichtversicherungen gehen und uns eine solche besorgen, auch wenn wir nur für eine kurze Zeit in Kasachstan sind.
Es stehen schon viele Leute an und wir müssen eine Weile warten bis wir dran sind, danach aber geht es ziemlich fix.
Wir kriegen eine Versicherung für fünf Tage und zahlen dafür knapp 22 Franken, somit haben wir genug Zeit um nach Russland einzureisen, wo wir uns wieder um eine neue Versicherung werden kümmern müssen.
Anschliessend kehren wir zum Auto zurück und verabreden uns mit Margit und Heinz wie immer auf später, direkt beim nächsten Übernachtungsplatz irgendwo in der Wüste.
Danach fahren wir los und das auf einer erstaunlich guten Strasse, anscheinend soll sie bis Atyrau auch so bleiben und erst danach Richtung Russland schlechter werden.
Kamele kreuzen unsere Wege oder besser gesagt, wir ihren, schliesslich waren sie ja ursprünglich zuerst da.
Wir kommen gut voran, werden aber unterwegs mal wieder von der Polizei herausgepfiffen, die mal wieder nichts Besseres zu tun hat, als Touristen abzuzocken.
Der Vorwurf diesmal: Ich dürfe nicht mit dem Auto fahren, weil Tobi’s Name auf dem Versicherungsschein steht, der übrigens in diesem Land nicht obligatorisch ist.
Was für ein Witz und das wissen sie auch ganz genau, leider gibt es immer wieder Touristen die auf solch einen Scheiss hereinfallen.
Wir wechseln die Plätz und verwickeln ihn und seinen Kumpel in ein Gespräch über weiss ich nicht was und kommen am Ende mit einer Schachtel Zigaretten davon.
Wir sind noch keine zwei Minuten gefahren, kommt uns schon wieder ein Polizeiauto entgegen und obwohl Tobi in korrektem Tempo und mit Licht fährt, stellt der Bulle die Sirene an, wendet und fährt uns mit Blaulicht hinterher.
Diesw Masche kennen wir allerdings auch schon und solange der Kumpel hinter uns nicht überholt und explizit bittet, rechts ran zu fahren, ignorieren wir ihn einfach so lange, bis er aufgibt.
Nach nicht mal einer Minute, schaltet er die Sirene aus, wendet und verschwindet aus unserem Blickfeld, Ade Mässi!
Wir fahren weiter und halten in einer kleinen Stadt an um etwas zu Mittag zu essen.
Wir bestellen Lagman und Pelmeni, beides ist ausgezeichnet und sehr fein, auch das Restaurant selbst ist top.
Anschliessend senden wir Margit und Heinz unseren Vorschlag für den Übernachtungsplatz und fahren dann dahin.
Kaum dort angekommen, kriegen die zwei noch die fixen Koordinaten, anschliessend mache ich mich an die Arbeit, denn heute gibt es ein Gulasch zum Abendessen.
Tobi schneidet das Fleisch in mundgerechte Stücke, ich erledige in der Zwischenzeit den Rest und nach einer knappen Stunde, köchelt alles schon wunderbar in meinem riesigen Kochtopf.
Drei Stunden später und nachdem Margit und Heinz eingetroffen sind, setzen wir uns nach draussen und geniessen die letzten warmen Sonnenstrahlen, während wir zusammen zu Abend essen.
Inzwischen bin auch ich undankbar erkältet und komme nicht um Gliederschmerzen und Schnupfen herum, echt mühsam.
Nach dem Essen nehmen Tobi und ich Kimba mit auf einen Spaziergang durch die Wüste, wobei wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bestaunen können.
Anschliessend jedoch gehen wir zeitig zu Bett, die Standheizung läuft natürlich schon.
02.10.2019. Wir verlassen Usbekistan und fahren zurück nach Kasachstan
Ein weiterer Güterzug am frühen Morgen reisst uns endgültig aus dem Schlaf und wir schalten als erstes die Standheizung ein, damit es ein wenig warm ist, bevor wir aus unseren dicken Schlafsäcken kriechen.
Wir kochen uns Kaffee und Tee und bleiben noch eine Weile sitzen, anschliessend schalten wir die Heizung aus und fangen, uns startklar zu machen.
Margit kommt gerade von einem Spaziergang mit Kimba zurück, Heinz liegt noch im Bett leider mit einer Magenverstimmung.
Wir räumen schonmal zusammen und machen uns anschliessend auf den Weg, mit Margit vereinbare ich einen Übernachtungsplatz auf der anderen Seite der Grenze, damit wir uns wieder treffen können.
Wir nehmen die letzten zweihundert Kilometer unter die Räder und brauchen am Ende fast drei Stunden, die Strasse ist so voll mit Schlaglöchern dass wir zum teil nur mit Schritttempo fahren können.
Ich fahre und Tobi macht den Dj. Gleichzeitig unterhalten wir uns über Usbekistan und wie es uns hier so gefallen hat.
Wir haben sehr viele freundliche und nette Menschen hier getroffen, jedoch konnte ich persönlich mich nicht so mit der Mentalität anfreunden, weil sie zum Teil mit viel Machogehabe und lüsteren Blicken verbunden ist, gerade Frauen gegenüber.
Dafür aber haben uns die alten Städte sehr gut gefallen, geschichtsmässig ist Usbekistan ein Highlight gewesen.
Wir kommen am ersten Checkpoint vorbei, doch der Polizist winkt uns nur gelangweilt durch, auch gut.
Weiter vorne kommt der Grenzübergang in Sicht, es herrscht reger Verkehr.
Fast alle Autos, die von Kasachstan kommen, sind schwer beladen mit tausenden von Dingen, Melonen und Granatapfel, keine Ahnung was hier alles durch den Zoll geht.
Wir warten eine Dreiviertelstunde bis wir an der Reihe sind und sehen dabei fasziniert zu, wie die Usbeken und Kasachen gründlich gefilzt werden, in der Hoffnung dass uns nicht das Gleiche blüht.
Als wir schliesslich endlich an der Reihe sind, wird zwar ebenfalls reingeschaut, jedoch nur halb so gründlich wie bei den Einheimischen.
Tobi hat seinen Pass und die Fahrzeugdokumente bereits gestempelt, doch ich muss noch durch, also betrete ich das Gebäude und stelle mich in der Reihe an, wobei ich mit einem Tadschiken ins Gespräch komme, der ein wenig Englisch spricht.
Während ich mich mit ihm unterhalte ruft der Zöllner plötzlich, «Hey Schwizarja! Dawai! Dawai!»
Ich muss/darf also an allen vorbei die mich gleich durchlassen, hoch lebe der Ausländerbonus!
Der Zollbeamte lächelt mich freundlich an, verlangt tatsächlich alle Hotelregistrationen, die er auch genauestens kontrolliert und verabschiedet mich dann mit dem Ausreise-Stempel in meinem Pass und einem Bye bye Miss.
Wir fahren rüber zu den Kasachen und werden auch da gleich an der langen Reihe von Autos vorbeigewiesen, kriegen einen Spezialparkplatz und stellen uns dann wieder hinter einer langen Reihe von Einheimischen an, jedoch nicht lange.
Auch hier kommt wieder ein Zöllner und weist die Leute an, sich alle in einer Reihe aufzustellen, wir aber dürfen wieder direkt nach vorn zum Schalter und unsere Pässe einstempeln lassen.
Anschliessend holen wir die Zollpapiere für unser Auto ab und unser Auto in Sekundenschnelle angeschaut und das war’s auch schon, wir können fahren.
Wir fahren bis zur nächsten Stadt durch die Bejneu heisst, um dort bei einem kleinen Hotel abzusteigen, solange Tobi noch nicht vollständig fit ist, versuchen wir möglichst im Warmen zu übernachten.
Zudem fängts bei mir auch schon ein bisschen an, vermutlich hat er mich gleich mitangesteckt, schöne Seich.
Heinz und Margit brauchen noch eine Weile, weshalb wir uns gleich um Sim Karten kümmern und schnell unterwegs was essen.
Anschliessend treffen wir die zwei auf dem Parkplatz des Hotels wieder, sie werden da übernachten.
Wir plaudern noch ein wenig und Margit leiht uns ihren super Miniwasserkocher aus, damit ich für Tobi noch ein Demo Grippal machen kann, dann ziehen wir uns aufs Zimmer zurück.
Nach einer heissen Dusche, gehen wir kurz darauf ins Bett.
30.09.+01.10.2019. Ein weiterer Tag in Nukus und wir fahren in Richtung Grenze
Wir treffen uns mit Margit und Heinz um halb neun zum Frühstück im Hotel, welches ein Buffet mit Essen anbietet.
Besonders viel gibt es nicht, aber immerhin genug, dass man davon satt wird.
Anschliessend machen wir uns alle bereit und treffen uns um kurz nach zehn wieder, um gemeinsam zum Kunstmuseum von Igor Sawitsky zu gehen, der weltweit diverse Güter gesammelt und hier ausgestellt hat, es ist das zweitgrösste Museum in der ehemaligen Sowjetunion, das grösste Museum steht in Moskau.
Was wir natürlich wieder einmal nicht beachtet haben ist, dass am Montag weltweit alle Museen geschlossen haben und somit auch das.
Wir stehen also mit Rucksack, etc. hier und können eigentlich gleich wieder umdrehen, hier gibt es heute keine Sammlung von Igor Sawitsky zu sehen für uns.
Während Margit spontan zum Friseur geht um sich die Haare kürzen zu lassen, laufen Tobi, Heinz und ich ein wenig durch die Stadt, um dann im Restaurant Neo eine Kanne Tee und je einen Kaffee zu trinken.
Nukus ist eine kleine Stadt deren Einwohner Karakalpaken sind, aus der Region Karakalpak’stan.
Eine Minderheit bestehend aus Turkmenen, Russen, Kasachen und Usbeken wobei man sich aber nicht sicher ist, ob sie ursprünglich nicht Türken oder Aserbaidschaner gewesen sind.
Man zählt sie jedoch mehr zu den Aserbaidschanern, da ihre Sprache dieser näher ist, als derer der Türken.
Die Leute sehen hier auch ein bisschen anders aus, als im restlichen Usbekistan, wir finden dies sehr interessant.
Da Tobi immer noch voll erkältet ist, machen wir uns nach dem Tee und Kaffee zu Fuss auf den Rückweg zum Hotel, damit er sich so richtig ausruhen und erholen kann.
Erst am Abend treffen wir uns wieder mit Margit und Heinz und gehen zu viert Pizza essen, die übrigens sehr gut gewesen ist, wenn auch das Lokal etwas eigenartig.
Zurück beim Hotel machen wir dann auch zeitig Feierabend und hauen uns aufs Ohr.
Eine weitere herrlich ruhige Nacht vergeht und am Morgen fühlen wir uns um einiges ausgeschlafener als auch schon.
Nach einer kurzen aber heissen Dusche setzen wir uns mit den beiden Deutschen an einen Frühstückstisch und hauen nochmals richtig rein, anschliessend wird zusammengeräumt.
Wir wollen heute in Richtung Grenze fahren, zurück nach Kasachstan und somit Richtung Norden.
Da wir uns zeitlich ranhalten müssen und Tobi immer noch nicht gesund ist, lassen wir das Museum sein, manchmal muss man halt einen Abstrich machen.
Eine lange Strecke von 435Km liegt vor uns die wir zwar heute nicht bewältigen werden, jedoch wenigstens mehr als die Hälfte, das zum Teil auf schlechter Strasse.
Wir checken aus und geben den Schlüssel ab, verabreden uns mit Margit und Heinz auf später und fahren zuerst zum Korzinka, einem grösseren Supermarkt in Nukus, wo wir ein paar Vorräte einkaufen wollen.
Der Laden ist gross und modern, man kriegt frisches Fleisch und Gemüse, sowie ein paar internationale Produkte, zudem hat es nebenan einen riesigen Elektromarkt.
Nach dem Einkauf lassen wir eine weitere usbekische Stadt hinter uns und fahren wieder einmal durch die Wüste.
Wir spulen Kilometer um Kilometer ab, die Strasse ist manchmal gut und manchmal schlecht, im Grossen und Ganzen kommen wir gut voran.
Unterwegs treffen wir uns mal mit Margit und Heinz und die letzten Meter bevor schon bald die Sonne untergeht, fahren wir gemeinsam.
Neben einer Güterbahnstrecke wo der Zug ohrenbetäubend laut ist, müssen wir wohl oder übel rasten, immerhin sind es von hier aus nur noch 200Km bis zur Grenze.
Zum Abendessen koche ich für mich und Tobi ein paar Gschwellti mit hartgekochten Eiern und einem Sauerrahmdip mit Knoblauch und frischem Dill.
Wir stellen frühzeitig die Standheizung ein, denn es ist schon kurz nach acht schon nur noch acht Grad, das Thermometer wird weiterhin fallen, bis die Sonne wieder aufgeht.
29.09.2019. Wir verlassen Xhiva und fahren nach Nukus
Am frühen Morgen sind wir bereits auf und frisch geduscht und nach einem feinen Frühstück, packen wir noch unsere restlichen Sachen zusammen und räumen sie ins Auto.
Anschliessend verabschieden wir uns von der sehr netten und freundlichen Familie und fahren los, in Richtung Nukus.
Auch Margit und Heinz machen sich schon mal startklar und folgen uns ein wenig später, wir sind am Morgen meistens etwas zügiger als die zwei. 😊
Xhiva, eine Oase mitten in der Wüste, im wahrsten Sinne des Wortes, denn kaum haben wir die Stadt hinter uns gelassen, fängt der ewige Sand wieder an.
Es ist windig und kühl, der Herbst bringt kalten Nordwind mit sich und die Sonne scheint zwar immer noch von einem strahlend blauen Himmel, doch nicht mehr so stark wie auch schon.
Die Distanz nach Nukus beträgt an die 150Km und ist somit nicht allzu weit, doch unterwegs gibt es in unseren Augen nicht viel lohnenswertes zu sehen.
Tobi ist total erkältet und angeschlagen, deswegen nehme ich die komplette Fahrt auf mich, während er den halben Weg verschläft.
Die Usbeken sind wieder in Hochform, was ihren miserablen Fahrstil betrifft, weswegen ich öfters mal ziemlich fluche, irgendwie muss man seinem Ärger ja Luft machen.
Wir erreichen Nukus am frühen Nachmittag und suchen eine Unterkunft wo wir uns ein Zimmer nehmen können, damit Tobi mit seiner Erkältung nicht draussen in der Kälte schlafen muss.
Wir kriegen für 35 Franken pro Nacht eine wunderbare Unterkunft und Margit und Heinz können draussen gleichzeitig noch ideal campen.
Da die beiden erst später am Abend ankommen, gehen wir ausnahmsweise alleine Abendessen und lassen uns mit dem vom Hotel angebotenen Taxi in ein gutes Restaurant bringen, gratis.
Dort bestellen wir je einen Teller Stroganoff mit Rindfleisch und Kartoffelstock, dazu trinken wir fast einen Liter Grüntee.
Das Essen ist lecker und alles in allem zahlen wir dafür nicht mehr als acht Franken, da kann man gar nix sagen.
Nach dem Essen fahren wir mit einem Taxi zurück zum Hotel, wo wir auf Margit und Heinz treffen, die inzwischen ebenfalls angekommen sind und sich einquartiert haben.
Wir unterhalten uns noch kurz, gehen aber anschliessend gleich ins Zimmer, wo wir noch ein wenig lesen und dann die Lichter löschen.