06.10.2019. Wir verlassen Kasachstan und fahren zurück nach Russland

Der Morgen bricht an, die ersten Sonnenstrahlen tauchen den Sand und das Meer zuerst in rötliches und dann in helles Licht.
Wir stehen auf und ich muss zuerst mal ein Demo Grippal in mich hineinschütten, weil ich so erkältet bin.
Anschliessend räumen wir zusammen und begeben uns wieder auf die miese und holprige Strasse, die uns weiter Richtung Russland führt.

Also dass man es mit Strassen so weit kommen lassen kann, ist uns echt ein Rätsel.
LKW’s aus der Türkei, Russland und Kasachstan selbst, kommen mit der Ware die sie transportieren müssen, auch nur sehr langsam voran.
Dies ist alles andere als speditiv, zudem geht das meiste dabei auch noch kaputt.
Wir fahren und fahren und brauchen nochmals drei Stunden bis wir an der Grenze ankommen, immerhin stellen wir fest, dass man von hier aus tatsächlich mit einer neuen Strasse angefangen hat.

Der Grenzübergang auf kasachischer Seite kommt in Sicht und wir wechseln unsere restlichen Kazakh Tenge in Russische Rubel um, bevor wir uns aufs Zollgelände begeben.
Tobi fährt mit dem Auto rein, ich muss zu Fuss über die Grenze, was sehr langsam vorangeht, weil nur ein Schalter geöffnet hat.
Anschliessend treffen wir uns auf der anderen Seite wieder und fahren über einen grossen Fluss, wo wir bei einem russischen Checkpoint anhalten müssen, um unsere Pässe zu zeigen und einen Immigrationszettel abholen müssen.

Mit ausgefüllten Zetteln fahren wir zur Grenze, wo wieder unsere Pässe kontrolliert werden, bevor man uns aufs Gelände lässt, anschliessend werden wir hereingelassen.
Zuerst müssen wir wieder zur Migration gehen, wo unsere Visa kontrolliert und gestempelt werden, anschliessend wird das Auto inspiziert.
Auch dieser Russe hat es nicht so mit der Höhe, er steigt nicht mal komplett aufs Dach, sondern bleibt auf der obersten Leitersprosse stehen, das Unbehagen ist ihm ins Gesicht geschrieben.
Besonders Geduldig ist er ebenfalls nicht, denn Tobi hat die eine Kiste kaum geöffnet, schon winkt der Beamte ab und klettert wieder hinunter, dann kommt ein «Goodbye» und er widmet sich dem nächsten Kandidaten hinter uns.

Wir setzen uns ins Auto und fahren aus dem Zollgelände aus und offiziell nach Russland ein und halten sogleich beim Versicherungshäuschen das mit «AUTO CTPAXOBAHNE», angeschrieben und in Russland obligatorisch ist.
Während Tobi eine neue Versicherung kauft, gehe ich zu einem kleinen Kiosk, wo ich meine russische Sim Karte MTC auflade, damit wir wieder Internet haben.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg nach Astrachan wobei uns auffällt, wie grün es hier ist.
Kaum über die Grenze und der Sand verschwindet, farbige und herbstliche Laubbäume, Flüsse und Felder, als hätte man ein Tor durchfahren, sieht es hier komplett anders aus.
Da ich absolut nicht fit und total erkältet bin, nehmen wir uns in Astrachan nochmals ein Zimmer für zwei Nächte, damit ich mich auskurieren kann.

Im Hotel Horizont checken wir ein und da wir den ganzen Tag überhaupt nichts gegessen haben, machen wir uns sogleich auf die Suche nach einem Restaurant.Gleich im Gebäude nebenan befindet sich per Zufall ein georgischer Laden, den testen wir doch gleich aus!
Wir setzen uns rein und ich bestelle für mich eine kleine Keramikschale mit gebratenen Auberginen, Fleisch, Tomaten und Paprika, dazu Brot und Chinkali, (Teigtaschen mit Fleisch).
Tobi nimmt Pouletstücke an einer Knoblauchcréme mit Pommes, wieder ist das Essen einfach toll.

Anschliessend kehren wir aufs Zimmer zurück, duschen zuerst mal richtig heiss und gehen dann ins Bett.

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