07.+08.10.2019. Wir besichtigen Astrachan und fahren dann nach Wolgograd

Am Morgen stehen wir auf, um zu frühstücken, es gibt sogar ein kleines Buffet mit ein paar Köstlichkeiten wie frische Crèpes und hausgemachte Marmeladen.
Zudem kriegt man Spiegeleier und ordentlichen Kaffee.
Ein Fernseher läuft und teilt uns die neuesten russischen Nachrichten mit, von alledem verstehen wir natürlich nur sehr wenig.

Nach dem Essen bitte ich die Chefin des Hotels darum, uns die obligatorische Visa-Registration zu machen, die man hier in Russland innert sieben Arbeitstagen erledigen muss, vorausgesetzt, man bleibt auch mindestens so lange.
Anschliessend kehren wir wieder aufs Zimmer zurück, wo wir auch den Rest des Tages bleiben, weil ich so erkältet bin und Gliederschmerzen habe, dass ich beschliesse, einen Tag lang komplett auszukurieren.

Tobi surft im Internet und ich lese einen Reisebericht von einem älteren Paar, welches sieben Jahre lang mit dem Landcruiser durch die Welt gereist ist.
Manchmal muss ich dabei grinsen, denn auch sie hatten Situationen die uns bekannt vorkommen, uns ebenfalls schon passiert sind und bestimmt noch kommen werden.

So vergeht der Tag und da wir am frühen Abend am Verhungern sind, machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant irgendwo in der Stadt.
Das Wetter ist nicht schlecht und ein wenig drückt sogar die Sonne durch die Wolken, als wir der Hauptstrasse folgen und nach zwanzig Minuten eine coole Kneipe finden.
Dort gehen wir rein, setzen uns und bestellen Pelmeni, sowie eine Art Pfännchen mit Kartoffeln und Pilzen, dazu trinken wir hausgemachten Früchtetee.

Nach dem Essen gehen wir zu Fuss an einem Fluss entlang und bewundern die wunderschönen Herbstfarben, die durch die untergehende Abendsonne noch betont werden.
In einer Bäckerei kaufen wir uns noch ein Dessert und während ich meine Sachertorte für den nächsten Tag aufspare, haut Tobi seinen ersten der zwei die er für sich ausgesucht hat gleich rein, sobald wir unser Zimmer betreten haben.
Wir chillen noch eine Weile und lesen, anschliessend gehen wir bald zu Bett.

Am nächsten Morgen duschen und frühstücken wir nochmals richtig, dann packen wir zusammen und räumen unsere Sachen ins Auto.
Ich bin immer noch total angeschlagen, doch ich fühle mich einiges besser als am Vortag, das Schlimmste scheint zum Glück vorbei zu sein.

Wir checken aus, steigen in die Karre und fahren zur Stadtmitte wo man eine alte Burg besichtigen kann.
Dort suchen wir uns einen Parkplatz und begeben uns dann auf Entdeckungstour, wobei wir einen wunderschönen Glockenturm, sowie eine alte Kirche ausfindig machen.

Von der Burg oder dem Kreml wie man hier sagt, ist nicht mehr so viel zu sehen, immerhin aber kann man noch den alten Turm besichtigen, sowie die schönen und bunten Parkanlagen, die man hier angelegt hat.
Es hat Souvenirstände, russische Touristen mit Guide, Sicherheitspersonal und ein Museum dass man besuchen kann und alles ist wirklich sehr spannend.

Tobi und ich nehmen uns die Zeit, die wichtigsten Dinge zu besichtigen und gleichzeitig das schöne Wetter zu geniessen, dann aber ist es leider auch schon Zeit, weiterzufahren.

Rund 500Km trennen uns von Wolgograd, weshalb wir uns ein wenig ranhalten müssen.
Wir lassen Astrachan hinter uns, fahren über die grosse Brücke die uns über die Wolga führt und folgen dann einer sehr befahrenen Landstrasse.
Sie führt uns vorbei an abgelegenen Dörfern, sehr viel Landwirtschaft und ehemaligen Wohngebieten, wo aber niemand mehr zu leben scheint.
Viele Orte wirken wie ausgestorben und verlassen, halbzerfallene Häuser und verwucherte Gärten erzählen von einer Zeit, wo hier noch Leute gelebt haben.

Die Fahrt bis nach Wolgograd zieht sich und manchmal kommen wir wegen Strassenbaustellen nur schlecht voran, so brauchen wir länger als geplant.
Der Verkehr wird immer dichter, je näher wir der Stadt kommen und ca. 30 Kilometer vor dem Zentrum herrscht schon fast Chaos.
Es ist bereits dunkel und ich kämpfe mich durch die vielen Autos hindurch, es dauert nochmals eine Stunde bis wir endlich beim Center Hostel angekommen sind, wo wir für 14 USD pro Nacht ein Zimmer gebucht haben.

Wir sind beide völlig erledigt, checken schnell ein und machen uns dann auf die Suche nach einem Restaurant in der Nähe.
Es dauert eine Weile bis wir eins gefunden haben und als wir es nach dem Essen wieder verlassen, hat es auch schon angefangen zu regnen.
Es ist kalt und ich friere trotz Jacke, als wir uns auf den Rückweg zum Hostel machen.

Unser Zimmer ist sauber, jedoch führen die beiden kleinen Fenster nur zum Aufenthaltsraum rüber und nicht nach draussen, was für mich immer ein bisschen schwierig ist.
Kein Tageslicht kommt hier herein, es ist einfach immer nur dunkel und ich mag das halt einfach überhaupt nicht, doch für zwei Nächte muss es halt gehen.

Da wir sowieso total müde sind spielt es für diese Nacht auch keine Rolle, wir gehen anschliessend eh gleich ins Bett.

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