Am nächsten Morgen schlafen wir aus, da es sowieso nicht vor neun Uhr Frühstück gibt.
Wie der Schweizer so ist, sitzt er dann natürlich auch um Punkt neun unten am Tisch.
Uns wird zuerst ein Kachapuri gebracht, eine Speise aus Teig die es in sehr vielen verschiedenen Varianten gibt.
Die heutige ist gefüllt mit einer Paste aus roten Bohnen und leicht pikanten Gewürzen.
Anschliessend gibt es Spiegeleier mit Würstchen, Sulguni Käse welcher rezent und salzig ist.
Dann hats auch noch Brot und Marmeladen, Sauerrahm und Früchte, wunderbar.
Wir langen ordentlich zu denn wer weiss, wie lange wir ab zwei Uhr nachmittags in der Garage hocken müssen.
Bis dahin herrscht nach dem Frühstück Krieg am Ping Pong Tisch, der vor dem Hotel steht.
Um halb zwei Uhr machen wir uns dann mit der Karre auf den Weg zur Garage, die 15Km ausserhalb dem Stadtzentrum liegt und man dank dichtem Verkehr, dafür eine gute halbe Stunde braucht.
Dort angekommen, können wir wenigstens gleich reinfahren und es wird auch sofort mit der Arbeit begonnen.
Da unser Lenkrad plötzlich wieder so stark zu schlagen angefangen hat, dass man am Strassenrand erst bremsen musste, bevor die Karre wieder lenkbar war, haben wir uns gleich für die Garage entschieden um das Problem so schnell wie möglich in den Griff zu kriegen.
Nachdem wir zu fünft gefachsimpelt haben stellen wir ziemlich schnell fest, dass die Buchse vom Frontstabilisator kaputt ist und dieser dadurch Spiel erhalten hat.
Ein zum Glück kleines Teil dass man austauschen muss, wir sind beide sehr erleichtert.
Zudem lassen wir noch die Reifen diagonal wechseln wegen des Gewichts des Autos, das vor allem hinten liegt.
Anschliessend lassen wir sonst noch alles genauestens kontrollieren, damit wir die Stadt mit einem guten Gewissen wieder verlassen können.
Nachdem wir mit allem fertig sind und dass in einer Bestzeit von zweieinhalb Stunden, fahren wir wieder zurück zum Hotel, wo wir uns wieder mit dem Besitzer und diesmal auch dessen Sohn unterhalten.
Nachdem wir eine Weile geplaudert haben, holen wir uns ein Glas selbstgekelterten Hauswein des Hotels und setzen uns damit auf die Dachterrasse, um den Blick über die schöne Stadt schweifen zu lassen.
Am Abend machen wir uns auf dem Weg zu einem kleinen Restaurant wo es wohl wenige Touristen zu geben scheint, an diesem Abend sind wir die einzigen.
Die Besitzer sind nicht besonders gesprächig und etwas grummelig was uns egal ist, wir bestellen uns ein lokales Bier und kriegen dabei ein Tschechisches, welches aber sehr gut ist.
Zum Essen bestellt Tobi sich ein Schnitzel mit Pommes, ich nehme ein Kalbs Stew mit gehackten Tomaten.
Wir essen wieder absolut fein und kehren dann zufrieden zum Hotel zurück, wo wir die nächsten Tage besprechen.
Mit dem Blick über die Stadt, planen wir die nächsten Tage und Wochen und löschen dann bald das Licht.
Autor: lifeisajourneych
21.10.2019. Wir besichtigen den Kazbek und fahren nach Tbilisi (Tiflis)
Es ist eine eiskalte Nacht und auch als wir am Morgen aufstehen ist es immer noch so kalt, dass wir die Standheizung anschalten.
Wir warten in unsere Schlafsäcke eingepackt bis es warm genug ist, das Bett zu verlassen.
Während wir uns anziehen, hören wir draussen den Klang einer Flöte und staunen nicht schlecht, als bei Sonnenaufgang in Eiseskälte ein Chinese steht und Flöte spielt.
Seltsamer aber witziger Kerl, wie wir feststellen als wir in zu einer Tasse heissen Tee einladen und mit ihm plaudern.
Später verabschiedet er sich von uns und während die Sonne sehr langsam über die Bergkuppen klettert, taucht sie die Gergeti Kirche in ein wunderschönes Licht.
Hinter uns ist der schneebedeckte Gipfle des Kazbek zu sehen, der mit seinen 5032m der höchste Berg im Kaukasus ist.
Nachdem ich die streunenden Hunde noch mit ein paar Leckereien gefüttert habe, machen Tobi und ich uns auf den Weg auf einen sehr hohen Hügel hinauf, damit wir einen besseren Blick auf den Kazbek erhalten, der dank wolkenlosem Himmel absolut top zu sehen ist.
Ein kalter Wind geht aber ansonsten ist es an der Sonne ziemlich warm, wir geraden sogar ins Schwitzen beim steilen Aufstieg.
Oben angekommen erhalten wir nicht nur die wunderbare Aussicht auf den Berg, sondern auch auf das umliegende Tal und das Dorf, Stephansminda.
Wir bleiben eine Weile oben und ulken herum, üben uns im Handstand machen und schiessen ein paar Fotos, ehe wir den Hügel wieder hinunterklettern und zum Auto zurückkehren.
Inzwischen ist die Umgebung aufgewacht und dutzende Busse und Autos fahren Touristen vom Tal hoch, damit sie sich die höchstgelegene Kirche (2200m) in Georgien anschauen können.
Ich setze mich hinter das Steuer und mir machen uns auf dem Weg nach Tbilisi, resp. Tiflis, die Hauptstadt in Georgien.
Der Weg dahin ist an sich nicht weit, jedoch bergig und kurvig, voll mit sehr langsamen LKW’s die wir mit unseren wenigen PS kaum überholen können und mühsamen Autofahrern.
Während die einen wie verrückt rasen, schleichen die anderen vor sich hin und nerven uns damit ganz schön, aber da muss man hier halt durch.
Im Vorort von Tbilisi fahren wir zuerst noch in eine Toyota Garage um einen Termin für den nächsten Tag zu vereinbaren, dann organisieren wir die Sim Karten.
Anschliessend fahren wir in die Stadt rein und zu unserem Hotel, wo wir ein paar Nächte bleiben werden.
Da ein längerer Aufenthalt in Tbilisi bevorsteht, haben wir beschlossen uns etwas Besseres zu gönnen und eine Unterkunft für CHF 37 gebucht, etwas höher an einem der Hänge gelegen.
Wir werden vom Besitzer gleich auf selbstgekelterten Wein und gebranntem Chacha eingeladen, einen ziemlich starken Schnaps.
Da wir den ganzen Tag noch kaum etwas gegessen haben, steigt uns dieser natürlich ziemlich schnell zu Kopf, weshalb wir uns nach dem Einchecken auf die Suche nach einem Restaurant machen.
Nachdem wir wunderbar georgisch zu Abend gegessen haben, kehren wir ins Zimmer zurück wo wir noch eine Liste für die Garage am nächsten Tag schreiben.
Anschliessend wird erst mal herrlich heiss geduscht und dann geht’s ab ins Bett.
18.-20.10.2019. Unsere letzten Tage in Russland und wir fahren über die Grenze nach Georgien
Am Morgen als die Sonne kurz nach sechs Uhr aufgeht, verlassen auch wir unser Bett.
Wir setzen uns mit den Stühlen nach draussen und essen kurz was, trinken einen Kaffee und räumen anschliessend zusammen, denn es sieht nach Regen aus.
Starbereit setzen wir uns ins Auto und fahren langsam zurück zur grossen Hauptstrasse, wo wir nach rechts abbiegen und weiter Richtung Süden fahren.
Es herrscht um die frühe Uhrzeit schon wieder reger Verkehr, besonders viele LKW’s sind unterwegs.
Immerhin ist der Zustand der Strasse top und wir kommen sehr gut voran, sie führt uns immer wieder weg vom Meer und wieder zurück.
Meistens ist es sehr hügelig und die LKW’s versauen uns des Öfteren den Schwung, weil wir dank Ihnen immer runterschalten müssen und dann fast stehen bleiben.
In der letzten Ortschaft bevor unser Weg uns komplett vom Meer wegführt, essen wir noch was zu Mittag, ich ein feines Beef Stroganoff, Tobi das Mittagsmenu bestehend aus Suppe, Salat und Bratkartoffeln mit kleinen Frikadellen.
Anschliessend verlassen wir die Strasse die uns am Schwarzen Meer entlanggeführt hat und es geht links weg Richtung Kaukasus.
Es folgen enge Kurven, noch mehr LKW’s aber auch Güterzüge und Bahnübergänge, kleine Dörfer und Strassenverkäufer mit frischen Pilzen und Haselnüssen.
Wir fragen uns, wer in diesen verborgenen und abgelegenen Täler wohnt, wo es einsam ist aber doch auch irgendwie schön.
Die Häuschen sind wieder nach Selbstversorgerart mit Garten gebaut, es erinnert uns an die Orte im Osten Russlands.
Bei einer Strassenverkäuferin halten wir an und kaufen eine Portion Birkenpilze, die sie selbst gesammelt hat, sie will dafür nur 100 Rubel, wir geben ihr aber das Doppelte.
Es geht weiter durch kleine Dörfer, Hügellandschaften und Herbstwälder, wir fahren den ganzen restlichen Tag, bis wir am Abend neben einem Dorf an einem Fluss, einen Platz zum Übernachten finden.
Das Abendessen lassen wir ausfallen, stattdessen gibt es einfach Brot mit Käse und Salami, einfach aber schnell und gut.
Es wird nun immer früher dunkler und die Sonne verschwindet schon um kurz nach sechs Uhr, weshalb wir uns immer ein wenig ranhalten müssen.
Da wir in der Regel keine Ahnung haben was wir anstellen sollen, wenn es draussen schon stockfinster ist, gehen wir meistens schon um kurz nach acht Uhr ins Bett und stehen dafür um sechs wieder auf, so auch heute.
Am nächsten Tag werden wir dank einer sehr launischen Elster, schon früh geweckt und begrüssen einen weiteren grauen Herbsttag.
Nach Kaffee und Frühstück räumen wir wie immer zusammen doch bevor wir losfahren, gehen wir noch ein Stück am Fluss entlang, weil es trotz grauem Wetter ein wunderschöner Morgen ist.
Es riecht nach feuchtem Laub und Erde, nach Süsswasser und nach nassem Gras, Düfte die einen an Zuhause erinnern.
Eine alte Brücke führt über den Fluss, die Russen fahren da sogar noch mit ihren Autos darüber, etwas was wir schon nicht mehr machen würden, weil sie doch in einem ziemlich schlechten Zustand ist.
Zu Fuss jedoch noch begehbar, überqueren wir sie und tauchen in einen weiteren Wald ein, der uns mit bunten Blättern willkommen heisst.
Wir schlendern eine Weile herum und kehren anschliessend zum Auto zurück, setzen uns rein und fahren damit in die nächste Stadt.
Da ich dort endlich mal genug Internet habe, kann ich meine Beiträge hochladen und ein paar Mails schreiben und beantworten.
Eigentlich wäre schon längstens mal wieder ein Bürotag fällig, doch mit dem Netz ist das hier manchmal einfach so eine Sache, was mich manchmal auch ganz schön ärgert.
Nachdem alles hochgeladen ist, fahren wir weiter und erreichen nach einer Weile eine erstaunlich gute Autobahn, der wir weiter Richtung Süden folgen, wobei wir wieder wunderbar vorankommen.
Kurz nach Mittag halten wir bei einer Raststätte und essen was zu Mittag, für 250 Rubel pro Person, können wir dort auch gleich noch heiss duschen.
Frischgeduscht und satt fahren wir weiter und staunen dabei nicht schlecht über all die Unfälle, die wir zu Gesicht bekommen.
Abgestürzte LKW’s, Anhänger die auf der Seite liegen, ein Lieferwagen der so übel in die Leitplanke geknallt ist, dass wir nicht sicher sind ob sein Fahrer überlebt hat.
Hier sind die Verkehrsteilnehmer noch schlimmer unterwegs, als in anderen Orten Russlands, weshalb ich hinter dem Steuer ganz ordentlich genervt bin.
Rechts überholen und vorne noch reinquetschen, während man selbst gerade am Überholen ist, nur um beim Wechseln auf die rechte Spur nochmals rechts überholt zu werden, ist nur eins der mühsamen Dinge.
Zudem wird man manchmal aber auch beim Überholen gleichzeitig von links überholt, was auf zwei Spuren mit drei nebeneinanderfahrenden Fahrzeugen doch ziemlich eng wird.
Kein Wunder passieren solche Unfälle und meistens kommen dabei leider diejenigen ums Leben, die eigentlich korrekt und richtig gefahren sind.
So geht es den ganzen Tag weiter und nachdem ich mindestens fünfzig Leuten den Stinkefinger gezeigt habe, finden wir am frühen Abend einen Übernachtungsplatz an einem kleinen See.
Dort betrachten wir gerade noch den Sonnenuntergang und kriegen Besuch von einer Wildkatze, bevor es komplett dunkel ist.
Wir stehen mitten im Wald und in dichtem Laub, so dass man die kleinsten Geräusche hört, auch eine Maus klingt da schon, als wäre etwas Grösseres unterwegs.
Wieder gehen wir früh zu Bett, denn morgen wird ein langer Tag.

Das stetige Rauschen der Fahrzeuge, die Sonne und die morgendlichen Waldgeräusche wecken uns und wir sind zeitig auf, weil wir heute Russland verlassen und nach Georgien einreisen wollen.
Meistens bevor wir über eine Grenze fahren wollen, nutzen wir die Zeit um die Karre ein wenig aufzuräumen und sauber zu machen, weil es einfach einen besseren Eindruck vermittelt, als wenn man völlig verwahrlost daherkommt.
Also wird der Teppich richtig gut ausgebürstet, die Kisten aussen sauber geputzt, das Cockpit und die Fussräume gereinigt und alles ordentlich eingeräumt.
Anschliessend verlassen wir diesen schönen Ort und tuckern zurück auf die Schnellstrasse, wo wir Richtung georgische Grenze fahren.
Unterwegs halten wir noch kurz an und essen etwas zu Mittag, kaufen frisches Brot ein und dann geht’s auch schon wieder weiter.
Irgendwann verlassen wir die Schnellstrasse und biegen auf eine kleinere Strasse ab, die uns durch ein schönes Tal führt, tiefer in die Berge hinein und immer weiter weg vom Flachland.
Dann kommt endlich der Zoll in Sicht und nach einer langen LKW Schlange an der wir vorbeifahren müssen, kommen wir beim Tor an, wo man uns nach kurzer Zeit reinlässt.
Wir fahren auf das Gelände und warten bis wir mit der Abfertigung an der Reihe sind.
Anschliessend lassen wir zuerst unsere Pässe ausstempeln und Tobi als Fahrzeugbesitzer, muss mit dem humorlosesten Beamten denn wir je zu Gesicht bekommen haben, die Inspektion durchführen.
Der Typ ist jünger als wir, verzieht weder Miene noch Mundwinkel und ist unfreundlich und unsympathisch, was so echt keinen Spass macht.
Nachdem er alles angeschaut hat, lässt er uns mit einem mürrischen «Good Luck» gehen und bellt den nächsten Kunden hinter uns an.
Wir verlassen das wunderschöne Russland schweren Herzens zum letzten Mal und fahren durch vier Kilometer Niemandsland zur georgischen Grenze.
Die Strecke bis dahin ist sowas von chaotisch und schlecht gelöst, man kann es sich kaum vorstellen.
Die LKW Schlange reicht bis zum nächsten Zoll, von beiden Seiten her und dazwischen kommt man als Autofahrer kaum hindurch, weil alle sich gegenseitig abdrängen, überholen und blockieren wollen, da hätte man ein paar Backpfeifen verteilen können, was für ein Haufen Vollidioten!
Fluchend drängeln auch wir und irgendwie zwischendurch und legen uns dabei mit mehr als einem Verkehrsteilnehmer an, denn wir wollen uns von den anderen nicht abdrängen lassen.
Endlich am Zoll angekommen, muss ich zu Fuss über die Grenze und Tobi alleine mit unserem Göppel.
Ich betrete das Gebäude und bekomme gerade noch mit, wie eine Frau von einem Zollbeamten angeschrien und auf einen Platz auf der Bank verwiesen wird.
Ich bleibe stehen und warte zuerst mal, bis er mich zu sich bittet und meinen Pass kontrolliert.
Als er den Schweizer Pass sieht ist er gleich viel freundlicher und mit einem «Welcome to Georgia), stempelt er meinen Pass ein und lässt mich gehen.
Bei Tobi läufts ebenfalls gut und zügig und wir treffen uns auf der anderen Seite des Gebäudes wieder.
Wir heben gleich Geld beim ATM ab, kaufen uns ein Stück Kuchen und fahren dann weiter, um drei Kilometer später, sogleich noch die Versicherung fürs Auto zu machen, die hier obligatorisch ist.
Anschliessend fahren wir zu Georgiens höchstgelegener Kirche namens Gergeti, sie liegt auf 2200m.
Dort angekommen, werden wir sogleich von vielen Touristen angequatscht, denen unsere Karre aufgefallen ist.
Bis wir schliesslich mit allen geplaudert haben, ist die Sonne und das gute Licht fast weg, doch immerhin reicht es noch für ein paar Bilder.
Wir besichtigen die Kirche die alt und schön ist, im klassisch georgischen Baustil, mit Aussicht auf das Tal unter uns.
Nach der Kirche fahren wir runter auf deren Parkplatz und richten uns dort für die Nacht ein, wobei wir mit einer Koreanerin und deren Verlobten ins Gespräch kommen.
Spontan laden wir sie auf ein Gläschen Vodka ein, bevor sie sich auf den Weg zu ihrem Guesthouse machen.
Wir kochen zu Abend und die Birkenpilze schmecken hervorragend, zusammen mit Reis und frischer Petersilie.
Da es hier oben eiskalt wird, stellen wir frühzeitig die Standheizung an und kriechen dann in unsere dicken Schlafsäcke.
17.10.2019. Wir verlassen die Krim und folgen weiterhin der Küste des Schwarzen Meeres
Als ich das erste Mal aus dem Dachzelt herausgucke, wirft das Auto dank dem Mond noch Schatten, obwohl am Horizont schon ein heller und farbiger Streifen Sonnenlicht erscheint.
Es ist gerade mal kurz nach sechs Uhr und Tobi und ich öffnen die komplette Seite und schauen zu, wie die Sonne über dem Meer aufgeht.
Nach einem feinen Frühstück mit Blick aufs Meer, verlassen wir schweren Herzens diesen wunderschönen Platz und fahren zurück nach Sudak, wo wir noch Geld holen müssen.
Also fahren wir los und kommen kurze Zeit später in Sudak an, parkieren an der Strasse und machen uns auf den Weg in de Fussgängerzone.
Einen Bankomaten finden wir zwar nicht, dafür aber eine Weinhandlung wo ich mir eine Flasche Rotwein kaufe, direkt aus der Region.
Dann schlendern wir noch eine Weile am Meer entlang und stellen fest, dass hier absolut nichts los ist, die Saison ist vorbei und die Läden sind geschlossen.
Nur ein paar Einheimische liegen in Badehosen am Strand und bräunen sich in der Sonne.
Ohne Erfolg auf einen ATM kehren wir zum Auto zurück und fahren los Richtung Kertsch und Brücke, die uns zurück aufs «Festland» bringt.
Wir kommen auf die obere Autobahn die noch im Bau ist und fahren über eine Stunde, bis wir die Brücke erreichen und sie überqueren.
Es ist schon Wahnsinn, wie gross sie ist und wie sie gebaut wurde, mit einer Länge von 19 Km und einer max. Höhe von 80m ist sie mehr als beeindruckend.
Während der Himmel über der Krim wolkenlos geblieben ist, warten auf der anderen Seite schon fiese Wolken auf uns, doch zum Glück hält das Wetter.
Wir fahren Richtung Süden an der Küste entlang und machen in Noworossijsk Halt um Geld zu holen.
Noworossijsk ist eine Stadt mit einem gigantischen Frachthafen, sowie einem ebenfalls grossen Güterbahnhof, wo wir anfangs sehr langsam durch den Verkehr schleichen.
Wieder einmal ist es eine Challenge, einen Schlafplatz zu finden doch das Glück ist auf unserer Seite, denn ausserhalb der Stadt finden wir ein Plätzchen mit einer tollen Aussicht auf die Stadt und den Hafen, auf die grossen Frachtschiffe und das Licht eines Leuchtturms.
Dort stellen wir Stühle und Tische auf und essen die Resten des Vortages draussen mit dieser wunderschönen Aussicht.
Erst als es anfängt kühl und feucht zu werden, räumen wir zusammen und ziehen uns ins Bett zurück, während draussen der Mond aufgeht.
16.10.2019. Bunte Herbstwälder und Spaghetti Bolognese am Meer
Wir sind schon sehr früh auf und ein merklich kalter Morgen empfängt uns, als wir Wasser für die Dusche aufkochen und das Duschzelt aufstellen.
Wir stellen die Standheizung an, damit wir uns nach der Dusche in der Wärme anziehen können, anschliessend trinken wir zuerst einen Kaffee und essen was.
Nach der Dusche räumen wir zusammen und verlassen Simferopol wieder, wir wollen zurück nach Sudak und dort nochmals eine Nacht am Meer verbringen, bevor es zurück aufs «Festland» geht.
Also machen wir uns auf den Weg, nehmen aber irgendeine Bergstrasse zwischendurch, anstatt der Autobahn zu folgen.
So biegen wir nach ein paar Kilometern links ab und tuckern dann auf einer Schotterpiste gemütlich durch einen atemberaubend schönen Herbstwald.
Nach über zwei Jahren relativ konstantem Sommerwetter freuen wir uns richtig über die Jahreszeiten und was sie mit sich bringen.
Es riecht nach Laub und frischer Erde, die Sonne scheint und die bunten Farben der Blätter verwandeln den Wald in einen magischen Ort.
Wir geniessen die Fahrt durch den Wald und kommen auf einem anderen Weg wieder raus, wo wir die Berge und Felsen sehen können.Der Wald verschwindet und der Blick aufs Meer erscheint wieder, Rebberge erstrecken sich vor uns und die Leute sind am Trauben lesen.
Sie winken uns zu und gehen weiter ihrer Arbeit nach, wir indessen fahren weiter Richtung Meer und dann wieder der Küste entlang.
Wir wollen die Ferienstimmung einfach noch ein wenig geniessen und als wir den Schlafplatz vor drei Tagen wieder erreichen, richten wir uns gemütlich ein und sind froh, dass es noch Nachmittag und nicht schon Abend ist.
Nachdem wir uns eingerichtet haben, mache ich mich sogleich an die Arbeit und schnipple wieder einmal fleissig Zwiebeln, Knoblauch und Karotten, öffne eine Flasche Wein und koche eine wunderbare Bolognese Sauce.
Die bleibt dann auch eine Weile auf dem Herd und als alles gar ist, setzen Tobi und ich uns nach draussen in die milde Abendluft und essen eine mega feine Spaghetti Bolognese, mit dem Blick aufs Meer.
Nach dem Abwasch als es schon dunkel ist, spazieren wir der Küste entlang und betrachten den sternenklaren Himmel, die Milchstrasse direkt über unseren Köpfen.
Zurück beim Auto setzen wir uns noch eine Weile nach draussen und gehen anschliessend ins Bett.
15.10.2019. Das Schloss von Michail Woronzow und auf dem Weg nach Simferopol
Die Sonne taucht den Wald in ein goldenes Licht als wir am Morgen aufstehen und den Tag mit einer Tasse Kaffee begrüssen.
Es ist still, und nur das Klopfen eines Spechts ist zu hören, der auf der Suche nach Maden eifrig Löcher in die Baumstämme schlägt.
Nach dem Kaffee machen wir uns auf den Weg zum Woronzow Palast, erbauen liess ihn im Jahre 1828 der neurussische Generalgouverneur Michail Woronzow.
Architekt und Planer des romantischen Schlosses war der berühmte Edward Blore, der als einer der Architekten des Buckingham Palaces in London bekannt ist.
Realisiert wurde der Bau von den Architekten Francesco Boffo und William Gunt.
Das Schloss ist von der Meeresseite im maurischen Baustil und von der Bergseite her im englischen, neu-gotischen Baustil gebaut, er gilt als architektonisches Highlight, besonders wegen der zahlreichen Einflüsse aus verschiedenen Ländern, die Michail Woronzow bereist hatte.
Der Palast besteht insgesamt aus 150 Zimmer, mit einer riesigen Bibliothek, einem separaten Bad nur für Männer und einem grossen Salon nur für Frauen.
Während der Jalta Konferenz im Jahre 1945 bewohnte übrigens Winston Churchill diesen Palast, dessen Parkanlage über mehrere Jahrzehnte vom deutschen Landschaftsarchitekten Karl Kebach realisiert wurde.
So erfahren wir heute also die Geschichte von Michail Woronzow, die übrigens sehr interessant ist, wie wir über den Audioguide in unserem Ohr erfahren haben.
Nach der Besichtigung dieses wunderschönen Gebäudes dessen traumhafter Garten zum Verweilen einlädt, geht Tobi sich die Haare schneiden und dann machen wir uns auf den Weg nach Sewastopol.
Wir fahren vorbei an der traumhaften Küste der Krim, auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite die Berge und bunte Herbstwälder.
Kleine Gassen mit alten Steinhäuschen erinnern einen eher an Italien, besonders mit den vielen Weinreben und Restaurants.
Wir erreichen Sewastopol am frühen Nachmittag, haben aber irgendwie nicht so Lust auf Citysightseeing, weshalb wir einfach in einem Restaurant zu Mittag essen und dann nach Simferopol weiterfahren.
Die Strasse führt uns weg von der Küste und ins Landesinnere wo es eher trocken ist, die bunten Herbstwälder verschwinden und machen braunen Steppen Platz.
Da wir uns zeitlich ranhalten müssen, fahren wir noch eine ganze Weile und finden erst spät hinter der Hauptstadt der Krim, einen Platz an einem Stausee.
Da wir spät zu Mittag gegessen haben, lassen wir das Abendessen sein und begnügen uns dafür mit einem Glas Wein für mich und einem kalten Bier für Tobi.
Es wird schnell dunkel doch als der Mond aufgeht, spendet er uns so viel Licht, dass wir nicht mal eine Taschenlampe brauchen.
Nachdem wir noch die Pläne für den nächsten Tag besprochen haben, gehen wir bald ins Bett.
14.10.2019. Auf dem Weg nach Jalta und ein Besuch im Liwadja Palast
Ein wunderschöner Sonnenaufgang und das Rauschen der Wellen wecken uns am frühen Morgen auf und wir nutzen den Moment, um draussen richtig gemütlich zu frühstücken und uns die Zeit zu nehmen, diese schöne Umgebung zu betrachten.
Hinter uns erstrecken sich die Rebberge, umschlossen von bunten Herbstwäldern und Felsen, vor uns das Meer mit einem tiefen Blau.
Die Krim überrascht uns mit ihrer Schönheit und dem mediterranen Klima, welches auch heute wieder für milde Temperaturen sorgt.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Jalta, wo wir uns den Liwadja Palast anschauen wollen, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 eine sehr wichtige Rolle gespielt hat.
Damals haben sich nämlich Josef Stalin (Gastgeber der Sowjetunion), Winston Churchill (Grossbritannien) und Franklin D. Roosevelt (USA) vom 04.-11. Februar 1945 für die Jalta Konferenz getroffen, um über das Nachkriegseuropa zu verhandeln.
Die Palastanlage wurde für dieses zusammentreffen extra aufwändig restauriert.
Kurz zur Geschichte des Gebäudes:
Ursprünglich wurde der Palast 1835 vom polnischen Adligen Lew Potocki gebaut.
Im Jahre 1861 wurde der Palast dann vom Russischen Zaren Alexander dem ll erworben.
Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Alexander der lll im Jahr 1881 das Haus und ernannte es als seine Sommerresidenz.
Heute kann man dieses wunderschöne Gebäude besuchen und sich all die Ereignisse anhören, die hier stattgefunden haben, so auch die Vertragsverhandlung durch drei sehr grosse Nationsvertreter.
Wir machen uns also auf den Weg nach Jalta und essen unterwegs kurz etwas, bummeln durch ein paar Fussgängerzonen und fahren dann zum Liwadja Palast.
Nachdem wir das Eintrittsticket bezahlt haben, wird uns eine Führung auf Russisch gegeben, was wir natürlich nicht verstehen und anschliessend nochmals selbst nachlesen müssen.
Der Liwadja Palast ist ein wunderschönes Gebäude mit einem Innenhof mit Garten, sehr hell und mit einer tollen Aussicht auf das Meer.
Wir verbringen gute eineinhalb Stunden an diesem Ort und betrachten die alten Bilder an den Wänden, den Tisch mit den Verträgen und so weiter und müssen uns nach der Besichtigung schon fast ein wenig sputen, um noch vor der Dunkelheit einen Schlafplatz zu finden.
Dies ist hier auch kaum möglich, weil alles besiedelt ist und man nirgends recht hinfahren kann, weshalb wir uns in die Berge zurückziehen.
Irgendwo zwischen einer Strassenbiegung wo man die Autos zuerst auf der einen Seite sieht und dann auf der anderen, finden wir mitten im Wald einen kleinen Platz zum Übernachten.
Als die Sonne verschwindet ist es stockfinster und schon fast ein wenig unheimlich, meistens kommen uns dann die miesesten Horrorfilme in den Sinn.
Wir bleiben noch eine Weile auf, ich schreibe Blog und Tobi liest, wir beobachten eine Wildkatze und anschliessend gehen wir ins Bett.
13.10.2019. Zwischen Laubwäldern und Sandstränden, Rebbergen und kleinen Dörfchen
Um sieben Uhr weckt uns bereits die Sonne und wir stehen auf, kochen Kaffee und frühstücken draussen auf unserem schönen Plätzchen.
Anschliessend wird zusammengeräumt und alles startklar gemacht und während Tobi noch alle Scheiben putzt, putze ich den Innenraum und unseren Teppich richtig heraus, denn von dem nassen Boden von vorletzter Nacht ist unsere Karre immer noch dreckig.
Danach fahren wir zurück zur Hauptstrasse und durch das Dorf namens Kertsch, wo wir eine alte Festung besichtigen wollen, doch als wir dort ankommen, teilt uns ein Militärbeamter mit, dass wir hier nichts zu suchen hätten weil das Militär jetzt hier sei.
Ja schade, denken wir und kehren zum Auto zurück, fahren zurück in den Ort und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein.
Anschliessend folgen wir einer Landstrasse die mehr aus Baustellen besteht als aus top Strasse, jedoch gibt es keinen anderen Weg um die Halbinsel zu bereisen.
Sie führt uns an unspektakulären und trockenen Wiesen entlang, die Gegend ist öde und langweilig und ich beginne mich schon zu fragen, was wir hier überhaupt machen wollen.
Doch nach weiteren zwei Stunden Fahrt ändert sich die Landschaft plötzlich.
Bunte Laubwälder, Berge und Felsen, kurvige Strassen die uns über einen kleinen Pass bringen und hübsche kleine Dörfer überraschen uns.
In Sudak besichtigen wir eine uralte Genuesenfestung und es ist ein komisches Gefühl, nach all den persischen Bauten plötzlich auf eine europäische Burg zu stossen, welch ein Kontrast!
Die Burg ist wunderschön gebaut und mit direktem Blick aufs Schwarze Meer, befindet sie sich an einer optimalen Lage.
Wir laufen eine Stunde hier herum und machen uns anschliessend auf den Weg um einen Platz zum Übernachten zu finden.
In einem Dorf weiter westlich finden wir wieder einen wahnsinnig schönen Platz ebenfalls mit direktem Zugang zum Meer und zudem einem Blick auf die umliegenden Rebberge, denn hier auf der Krim wird auch fleissig Wein produziert.
Wir richten uns ein und ich wärme die Resten des Vortages noch auf und nachdem wir gegessen haben, kommen wir mit einer Russin und ihrem Partner ins Gespräch.
Lustigerweise spricht sie auch sehr gut italienisch und obwohl mein Italienisch ziemlich armselig ist, können wir uns doch einigermassen verständigen.
Sie kann sich vor lauter Aufregung kaum beruhigen und hört nicht auf, uns Dinge über das Auto, etc. zu fragen, bis ihr Partner sie schon fast von uns wegziehen muss.
Später nachdem sie sich verabschiedet haben, ist es schon dunkel und der Mond geht über dem Meer auf.
Er glitzert auf dem Wasser und das Rauschen der Wellen, begleitet uns später in einen wunderbaren und tiefen Schlaf.
12.10.2019. Wir fahren via neuer Brücke auf die Krim
Gewehrschüsse und das aufgeregte Gackern von Fasanen und Rebhühnern weckt uns schon früh am Morgen, wie es scheint sind wir beinahe in der Schusslinie eines Jägers gelandet.
Hier zwischen einer Baumgruppe stehend, kann uns der Jäger unmöglich erkennen und zu allem Überfluss haben die zu erschiessenden Opfer, sich auch noch alle hinter unserem Auto versteckt.
Wir fackeln deshalb nicht lange sondern stehen gleich auf, schliessen das Dach und hupen einmal kräftig um dem Jäger mitzuteilen, dass hier noch jemand ist.
Wir starten den Motor und fahren auf der sehr schlammigen und rutschigen Piste zurück zur Hauptstrasse wo wir auf dem Parkplatz zuerst ein paar zackige Runden um den Dreck aus den Rädern zu kriegen, bevor wir zurück auf die Autobahn fahren.
Dann geht’s auch schon wieder los und wir folgen der Autobahn weiter Richtung Krim, die Strasse ist erstaunlich gut.
Unterwegs halten wir bei einer Raststätte an um etwas zu essen, anschliessend lassen wir gleich nebenan unser Auto waschen und können gleichzeitig sogar selbst noch duschen, absolut perfekt.
Frischgeduscht geht es weiter und nach ein paar Stunden Fahrt kommt auch schon das Schwarze Meer in Sicht.
Wir folgen weiter der Autobahn und schon bald können wir die neue Brücke sehen, die über die Meeresenge auf die Krim führt.
Wir fahren bei einem Polizeicheckpoint vorbei und werden prompt herausgenommen, war ja klar, unser Auto ist aber auch nicht gerade das unauffälligste.
Wir müssen nach vorn fahren und dann die Motorhaube sowie die Hecktüren öffnen, damit die Jungs und Mädels reinschauen können.
Dann dürfen wir wieder weiterfahren und die grosse Brücke überqueren, wofür wir erstaunlicherweise nicht einmal zahlen müssen.
Die Krim Moct wie sie genannt wird ist riesig, hoch und lang, es macht Spass darüberzufahren und dabei die Aussicht auf das Meer zu geniessen.
Auf der anderen Seite angekommen, machen wir uns zeitig auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz, denn es ist schon kurz nach vier und wird inzwischen ziemlich früh dunkel.
Tobi hat via Google Maps ein wenig geschaut wo wir stehen können und so finden wir tatsächlich einen tollen Platz direkt am Meer.
Im Schutz von ein paar Bäumen stellen wir unser Auto hin und ich koche uns was zu Abend, es gibt Schweineschnitzel an einer frischen Kräutersauce, dazu Teigwaren und ein Glas Wein.
Da es schon am eindunkeln ist, verzichten wir auf Tisch und Stühle und essen stattdessen im Auto.
Anschliessend wird der Abwasch erledigt und als ich aus dem Auto rausgucke, verschwinden gerade die letzten Sonnenstrahlen am Horizont.
Der Mond geht auf und beleuchtet unseren Platz, wir brauchen keine Lampen und kein Licht.
Nach dem Essen lesen wir noch eine Weile, anschliessend löschen wir das Licht.
11.10.2019. Wir besichtigen Rostov am Don und fahren Richtung Halbinsel Krim
Ein wunderschöner Sonnenaufgang und das laute Scheppern des Motors eines Frachtschiffs wecken uns am frühen Morgen, es ist noch nicht mal sieben Uhr.
Wir beschliessen aufzustehen und sogleich den Tisch und die Stühle rauszunehmen, um in der aufgehenden Sonne so richtig gemütlich zu frühstücken.
Während ich Kaffee koche und Tobi Käse, Wurst und andere Sachen aus der Karre rausgebe, fährt ein ca. 80-jähriger Russe mit seinem LADA neben unser Auto, auf seinem Dach liegt ein fertig aufgepumptes Schlauchboot.
Wir grüssen ihn und er spricht sogar ein wenig Englisch, bieten im Kaffee und Tee an, doch er lehnt ab und macht seine Fischerausrüstung bereit.
Dann holt er das Schlauchboot herunter, zieht es zum Ufer, nimmt noch einen Motor raus denn er anhängen kann und stösst sich mit einem Paddel ab.
Eine Minute später ist er schon aus unserem Blickfeld verschwunden, nur das laute Rattern seines Motors als er den Don aufwärts fährt, ist noch zu hören.
Tja so sind die Russen, sehr naturverbunden und am liebsten auch immer irgendwo unterwegs, meistens mit der Fischerrute oder dem Jagdgewehr.
Wir setzen uns an den Tisch und frühstücken, betrachten die bunten Herbstfarben die von der rötlichen Sonne zusätzlich betont werden und riechen den frischen Geruch von Laub und Erde.
Leider ziehen am Horizont erste Wolken auf und verdecken die Sonne ziemlich schnell, weshalb die Idylle bald vorbei ist.
Wir beenden unser Frühstück, räumen alles rein, waschen ab und machen uns startklar.
Anschliessend verlassen wir diesen wunderschönen Platz und fahren los, in Richtung Rostov am Don.
Es geht vorbei an viel Verkehr, Industrie und dutzenden von Tankstellen, bis endlich die Stadt in Sichtkommt.
Das riesige Fussballstadion dass damals für die Fussball WM gebaut wurde, steht in einem riesigen Park verlassen da.
Unten am Don finden wir Restaurants und Cafés und nach einigem Suchen auch einen Parkplatz, wo wir unser Auto abstellen und uns zu Fuss auf Entdeckungstour begeben.
Zuerst gehen wir unten an der Promenade entlang, dann denn Hügel hoch und kommen zu einer wunderschönen kleinen Altstadt mit älteren Gebäuden und Häusern, Monumenten und Statuen.
Die einen Häuser sind halb zerfallen, andere wiederum und direkt nebenan frisch renoviert.
So ist es in Russland meistens: Man läuft auf einem brandneuen Weg und plötzlich ist er fertig und man geht durch Dreck und Schlamm, absolut typisch und uns gefällts.
So besichtigen wir heute Rostov am Don, trinken einen Kaffee, futtern ein Süssgebäck, betrachten alte Kirchen und suchen Schutz unter einem Dach, als es zu regnen anfängt.
Später kehren wir zum Auto zurück und lassen die sehr schöne Stadt hinter uns, überqueren die Brücke über den Don und folgen der Autobahn in Richtung Krim, unserem nächsten Ziel.
Es regnet und regnet und scheint gar nicht mehr aufzuhören, weshalb wir das Kochen für heute lassen und in einer Raststätte zu Abend essen.
Anschliessend fahren wir noch weiter bis es fast dunkel ist und finden zwischen Feldern und Bäumen einen kleinen Platz, wo wir unser Auto hinstellen können.
Wir machen nicht mehr lange und putzen uns gleich die Zähne, kriechen in unsere Schlafsäcke und hauen uns aufs Ohr.