04.10.2019. Kamele am Strassenrand und wir erreichen Atyrau

Eine Nacht in der Wüste ist so ruhig, wie man es sich an anderen Orten gar nicht vorstellen könnte.
Ausser dem Wind ist kein Laut zu hören, der Himmel ist klar und voll mit Sternbildern, ansonsten ist es stockdunkel.
Am Morgen wenn die Sonne aufgeht, wird die Umgebung in rötliches Licht getaucht, vielleicht hört man ein paar Vögel, aber ansonsten ist es still.
Wir lieben solche Nächte und Tagesanfänge, es ist friedlich und entspannend, kein Verkehrslärm und nichts was einen stören könnte, was einen dazu zwingt auf die Uhr zu schauen und loszustressen, das wird uns fehlen.

Wir stehen auf und frühstücken, dann räumen wir zusammen und verabreden uns mit Margit und Heinz in Atyrau, die beiden müssen noch in die Mercedes Garage.
Wir holpern über die staubige und unebene Piste zurück auf die Hauptstrasse und nehmen weitere 200 Km unter die Räder, entlang am kaspischen Meer, welches leider von hier aus nicht zu sehen ist.

Die Strecke bis zur Stadt verläuft mehr oder weniger unspektakulär, ausser ein paar Kamelen am Strassenrand und Pferdeherden, kriegt man hier nicht viel zu Gesicht.

Atyrau erscheint und wenig später finden wir uns in dichtem Stadtverkehr wieder, wo Leute ungeduldig hupen, Autos ineinander reinkrachen und es laut und ungemütlich ist.
Atyrau boomt, man hat hier riesiges Vorkommen von Öl und Gas gefunden, ausländische Investoren aus aller Welt treffen ein um hier zu investieren und zu fördern, es geht wirtschaftlich bergauf, doch die kasachische Bevölkerung selbst, verdient daran so gut wie nichts.

Wir fahren durch die Stadt und suchen uns einen Parkplatz in der Nähe eines georgischen Restaurants, welches wir fürs Mittagessen ausgesucht haben.
Tobi will nämlich unbedingt die georgische Spezialität namens Chatschapuri probieren, eine Art Schiffchen aus Brotteig, gefüllt mit Käse, Butter und einem Spiegelei, ein Klassiker.
Mir jedoch ist das Teil zu schwer, weshalb ich gebratene Auberginen bestelle, die mit Sauerrahm gemischt und mit frischem Koriander und Petersilie in einem Salatkörbchen angerichtet sind.
Das Essen ist sehr gut, auch das Chatschapuri, von dem ich Tobi ein Stück zum Probieren klaue, welches mit einem rezenten Käse zubereitet wurde, ist ein Gaumenschmaus.
Tobi muss am Ende merklich kämpfen, ich vermute, die Hälfte hätte locker gereicht.

Nach dem Essen fahren wir zum Arzu Hostel, wo wir im Hinterhof gerne parken und übernachten würden, für 5 Dollar pro Person, dürfen wir dabei auch die Küche, Toiletten und Duschen nutzen.
Da es ein kühler Tag ist, nehmen wir den Laptop und alles mit rein und setzen uns drinnen auf eine Couch, wo wir Strom für unsere Akku haben und Tee kochen können.

Wir sind beide total erkältet und irgendwie scheint das auch der Gastmama aufzufallen, denn am Ende besteht sie darauf, dass wir ein Zimmer nehmen um in der Wärme zu schlafen, anstatt draussen in der Kälte und das ohne Aufpreis.
Uns ist’s überhaupt nicht recht doch sie bleibt hartnäckig und bereitet gleich zwei Betten vor, weshalb wir am Ende trotzdem gerne annehmen, es ist echt so lieb von ihr.
Auch bringt sie uns frischzubereitetes Essen und lädt uns auf weiteren Tee ein und da sie sehr gut Englisch spricht, kann sie uns sehr viele interessante Geschichten über den Westen Kasachstans, etc. erzählen.

Margit und Heinz treffen ein wenig später ein, sind jedoch mit dem Platz hier nicht zufrieden und fahren weiter zum Stadion, wo sie sich auf dem Parkplatz davor einquartieren.
Wir verabreden uns für den nächsten Morgen, da werden wir uns wieder treffen.

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