01.11.2019. Trübes Wetter und ein wenig Offroad durch den Waschlowani Nationalpark

Am Morgen empfängt uns zuerst noch ein bisschen Sonne, doch schon bald kommt dichter Nebel auf, weshalb wir ziemlich zeitig zusammenräumen und uns von den Katzen verabschieden, die die ganze Nacht auf unseren Campingstühlen verbracht haben.
Anschliessend bedanken wir uns beim Ranger und machen uns auf den Weg zu einem anderen Camp.

Es ist verboten irgendwo in der Wildnis des Nationalparks zu campen und wir halten uns an diese Regel, weil sonst die Durchfahrt ohne Guide irgendwann verboten werden würde, zudem ist es auch für uns sicherer, weil wir uns in einem Grenzgebiet aufhalten.
Wir fahren einen Teil der Strecke zurück bis zum Checkpoint, dann biegen wir aber nach links ab und folgen einer neuen Piste.

Der Boden wird mit der Zeit immer sandiger und schon bald befinden wir uns in einer wüstenartigen Landschaft, mit der wir so gar nicht gerechnet hätten.
Rechts von uns die Berge, links von uns die Wüste, nicht ganz so sandig wie in Usbekistan oder anderen Orten, doch karg und trocken, ohne Bäume und Pflanzen.
Der Untergrund scheint je länger je mehr aus Lehm zu bestehen und der Sand verschwindet wieder.
Wir holpern durch die Gegend und treffen hier und da auf verlassene Häuser und Höfe, wo kein Mensch mehr lebt und alles verwittert ist, es hat etwas Unheimliches an sich, so verlassen wie sie in der tristen Umgebung herumstehen.

Schon bald biegen wir wieder ab und fahren durch ein kleines Bergmassiv, ein ausgetrocknetes Flussbett ist unser Weg.
Die Bäume und ihre bunten Farben kehren zurück, Felsen ragen links und rechts von uns auf, ihre Spitzen verschwinden leider im dichten Nebel.
Wir sehen einen Adler der sich in die Lüfte erhebt, nachdem er von unserem Auto aufgeschreckt wurde.

Je länger wir unterwegs sind, desto schlechter wird das Wetter und als wir auf der anderen Seite des Bergmassives wieder ehrauskommen, ist der Nebel schon so tief, dass wir beim Fahren kaum mehr etwas sehen können.
Wir beschliessen, bei der Pferderanch die als nächstes Camp angegeben ist, zu übernachten und schlagend en Weg dorthin ein, wobei wir an einem unglaublich schönen Aussichtspukt vorbeikommen, bei dem wir aber dank miesem Wetter kaum was sehen können.

Bei der Ranch angekommen, wobei das Wort Ranch dich ziemlich übertrieben ist, weil da eigentlich nur ein kleiner Stall und zwei Häuschen herumstehen, richten wir uns auf einem Platz neben einer grossen Tanne ein.
Es ist kalt und feucht und wir schalten schon frühzeitig die Standheizung ein, um uns ein wenig aufzuwärmen.

Tobi klagt über Bauchkrämpfe und hat plötzlich leichtes Fieber, weshalb ich einfach ein paar Salzkartoffeln koche und Tee aufbrühe.
Nach dem Essen geht er sogleich ins Bett, ich aber, setze mich noch zu zwei Deutschen Touristen ans Lagerfeuer, die mit einem Guide auf einem Ausritt unterwegs gewesen sind und im Zelt übernachten.

Das Feuer wärmt uns herrlich und so bin ich nicht ganz so durchgefroren, als ich mich eine knappe Stunde später ebenfalls ins Bett begebe.

31.10.2019. Erster Tag im Waschlowani Nationalpark

Am frühen Morgen duschen wir zuerst mit Becher und Duschzelt, anschliessend packen wir zusammen und fahren in den Ort Dedopliszgaro, wo wir auf dem Markt frisches Gemüse einkaufen.

Doch zuerst müssen wir ins Visitor Center gehen um dort die Dokumente für das Permit zu beantragen, weil der Waschlowani Nationalpark im Grenzgebiet zu Aserbaidschan liegt.

Im ersten Stock befindet sich das Büro, wo man sich mit Pass und Fahrzeugausweis anmelden muss.
Die Dokumente werden kopiert und zusammen mit einem Schreiben geheftet, dass über unsere Namen und die Aufenthaltsdauer im Nationalpark Auskunft gibt.
Im EG wird dann alles bezahlt und dann muss man damit zur Grenzpolizei fahren, um sich das Permit ausstellen zu lassen.

Da dort nur einer von uns ins Gebäude darf, wartet Tobi im Auto und ich gehe hoch in den zweiten Stock, um das Permit abzuholen.
Im Gebäude der Grenzpolizei scheint aber irgendwie niemand zuständig zu sein, obwohl an die zwanzig Leute herumstehen und auf ihren Handys herumtippen und als ich nachfrage, weiss auch niemand so richtig Bescheid, obwohl ich bestimmt nicht die erste Touristin bin, die das Permit abholen muss.
Nach einer knappen halben Stunde kommt dann endlich derjenige und füllt mir den Zettel aus, denn ich nochmals vorweisen muss, ehe ich das Gebäude verlasse.

Nachdem wir noch kurz zu Mittag gegessen haben, verlassen wir Dedopliszgaro und fahren weiter Richtung Waschlowani Nationalpark, wo wir zwei Nächte bleiben wollen.
Die Gegend hier ist wirklich schon steppenartig, sie erinnert uns ein wenig an die Mongolei.

Wir fahren in den Nationalpark rein und holpern über staubige Pisten und durch ausgetrocknete Flussbette.
Beim ersten Camp machen wir halt um auf einen Fels zu kraxeln, doch leider ist der Weg schon vorher zu Ende, weshalb wir nach einer kurzen Zeit wieder zum Auto zurückkehren.
Wir entscheiden uns, bis nach Mijnis Qure zu fahren, dem nächsten Camp wo wir übernachten wollen, es liegt direkt am Grenzfluss zu Aserbaidschan.
Auf der Fahrt dahin, passieren wir den ersten Military Checkpoint, wo unsere Pässe und das Permit kontrolliert werden, anschliessend dürfen wir weiterfahren.
Wir fahren eine sehr enge Piste die uns durch eine sandsteinartige Berglandschaft führt, wobei wir unterwegs eine tolle Aussicht haben.
Bunte Büsche und Bäume leuchten zwischen den sandfarbenen Felsen und wir sind begeistert von der Fahrt.
Es sind über vierzig Kilometer die wir durch die kleinen Berge fahren, aber wir geniessen jeden einzelnen davon.
Im Mijnis Qure Camp angekommen, dürfen wir uns an einem wunderschönen Platz direkt am Fluss einrichten, wobei wir Besuch von drei sehr aufdringlichen Katzen bekommen, die den ganzen Abend schnurrend um unsere Beine herumwuseln.
Auch heute kochen wir nichts mehr sondern begnügen uns mit Brot und Aufschnitt, etc. weil es auch schon wieder stockdunkel ist.
Wir wünschen den Katzen eine gute Nacht und kriechen anschliessend bald in unsere Schlafsäcke.

30.10.2019. Auf dem Weg zum Waschlowani Nationalpark

Nach einer eher kühlen Nacht folgt ein wunderschöner Morgen, den wir nutzen, um gemütlich zu frühstücken und den Tag zu planen.
Wir wollen zuerst nochmals nach Sighnaghi und dann in Richtung Waschlowani Nationalpark weiterfahren.

Wieder in Sighnaghi angekommen, erkunden wir den Rest des Dorfes, welchen wir am Vortag nicht anschauen konnten, dabei begeben wir uns auch wieder ein wenig auf die abgelegeneren Wege.
Hinter dem Dorf gibt es einen kleinen Waldweg der einen auf die andere Seite der alten Stadtmauer bringt, wunderschön mit bunten Laubbäumen gesäumt, birgt er alte und verlassene Gebäude, aber doch auch ein Guesthouse für die Leute, die die Ruhe bevorzugen.

Auf der anderen Seite der Stadtmauert liegt ein weiterer Teil des Dorfes, abseits der Touristenmeile.
Doch auch hier wird es vermutlich nicht mehr lange so ruhig und idyllisch bleiben, denn es wird schon fleissig für den Tourismus vorbereitet und gebaut.
Schade, so verlieren all die wunderbaren Orte ihre Ursprünglichkeit und Authentizität.
Wir schlendern durch die Gassen, essen Khachapuri Acharuli zu Mittag und kehren dann zum Auto zurück.
Es wird Zeit, weiterzufahren und noch ein Stück vorwärtszukommen, da es frühzeitig dunkel wird.

Wir fahren die steile Strasse wieder hinunter und weiter Richtung Dedopliszgaro, welches komplett im Osten und somit in der Nähe der aserbaidschanischen Grenze liegt.
Während wir in Richtung Osten fahren, verändert sich die Landschaft und die Laubwälder verschwinden und machen steppenartiger Vegetation Platz.
Da wir wie immer die miese Strasse erwischt haben obwohl es eine gute gibt, holpern wir schon bald über eine Schotterpiste, wobei wir eine Menge Staub aufwirbeln.
Wir sind ca. eine knappe Stunde auf der Piste unterwegs und finden dann einen Platz einem fast ausgetrockneten Salzsee, der im Abendrot schon fast wie gefroren aussieht.

Da wir vom Mittagessen noch genug haben, gibt es einfach nur Brot und Salami mit Käse zum Abendessen.
Die Sonne verschwindet langsam am Horizont und lässt die kleinen Wasserpfützen auf dem Salzsee aufleuchten, was wunderschön aussieht, doch bald ist sie verschwunden und der Mond taucht auf.

Wir bleiben noch eine Weile auf und ich schreibe Beiträge, dann gehen wir bald ins Bett.

29.10.2019. Wir besichtigen das Kloster Alaverdi, fahren nach Sighnaghi und machen ein BBQ am Fluss

Am Morgen, kaum das wir auf den Beinen sind und uns einen Kaffee gekocht haben, werden wir von einem jungen Hirten und seinen Rindern besucht.Er spricht erstaunlich gut Deutsch, so wie manche Georgier, anscheinend lernen sie die Sprache in der Schule.

Wir bieten ihm Kaffee und Tee an, doch leider muss er sich nach kurzer Zeit wieder verabschieden, weil seine Rinderherde ohne ihn weitergezogen ist.
Wir packen zusammen und fahren das kurze Stück zum Kloster Alaverdi zurück, wo wir die schönen Bauten besichtigen wollen.

Das Kloster selbst wurde im 4. Jahrhundert gebaut und seit dem regelmässig restauriert.
Besonders viel kann man leider nicht besichtigen, da die Räume und der Hinterhof für Touristen verboten sind, jedoch kann man die Kirche selbst besichtigen, die karg eingerichtet aber trotzdem sehr schön ist.

Nach dem Kloster fahren wir weiter nach Telawi, wo wir uns ein wenig in der Stadt umsehen, was nicht besonders interessant ist, es gibt hier nicht viel zu sehen.
Wir kehren zum Auto zurück und fahren weiter Richtung Sighnagi, ein Dorf in den Bergen.
Die Fahrt dahin führt uns durch diverse Dörfer mit Weingüter, durch kleine Laubwälder und vorbei an alten Häusern und Kirchen.

In Sighnaghi angekommen, ziehen wir zu Fuss durch die hübschen Gässchen und betrachten die Häuser, deren Gärten und Fassaden.
Überall werden einem selbstgewobene Teppiche, Wollarbeiten, Wein, Gewürze und frische Fruchtsäfte angeboten.
Es hat erstaunlich viele Touristen hier, hauptsächlich Chinesen, womit wir nicht gerechnet haben, da die Saison doch eigentlich ziemlich vorbei ist.
Wir bleiben nicht lange im Dorf, da wir noch unsere gekauften Steaks grillen wollen, also kehren wir zeitig zum Auto zurück und suchen uns einen Übernachtungsplatz nicht allzu weit vom Dorf entfern, damit wir am nächsten Tag nochmals kommen können.

An einem Fluss zwischen Laubbäumen in der Nähe der Hauptstrasse werden wir fündig und richten uns ein.
Leider liegt hier so viel Abfall herum, dass ich mich zuerst mal mit einem Abfallsack und Handschuhen an die Arbeit mache, denn wir finden es eine riesige Sauerei!!!

Tobi sammelt in der Zeit Holz, bereitet das Feuer vor und grillt die Steaks, ich mache anschliessend einen Karottensalat und zum Fleisch einen Kräuterbutter, dann toasten wir noch ein wenig Brot über dem Feuer, das ist unser Abendessen.
Nach dem Essen bleiben wir noch lange am Feuer sitzen und betrachten den klaren Himmel, während es um uns herum still wird.

Da es ziemlich kühl ist, sind wir froh um die Wärme und es ist heimelig und schön.
Erst als es wirklich kalt ist, löschen wir die Flammen und ziehen uns ins Auto zurück.

28.10.2019. Wir verlassen Tbilisi und fahren nach Alaverdi

Wir sind zeitig auf und duschen noch ein letztes Mal richtig heiss, bevor wir zum Frühstück nach unten gehen, frühstücken und anschliessend unsere Sachen packen.
Wir schleppen alle unsere Sachen nach unten und räumen sie ins Auto, dann verabschieden wir uns von der Familie, die das Hotel führt.

Unterwegs halten wir bei Carrefour, einem riesigen Supermarkt wo man aber auch wirklich alles bekommt, was man braucht.
Wir kaufen ein paar Sachen ein und füllen sogleich unsere Wasservorräte auf, dann verlassen wir Tbilisi, wo es uns sehr gut gefallen hat.

Ein weiterer schöner und lauer Herbsttag steht vor der Tür und gutgelaunt lassen wir den dichten Verkehr hinter uns und fahren durch bunte Herbstwälder und durch kleine Dörfer.
Hier draussen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, denn wir sehen viele Rebberge, Weinkellereien, verlassene Häuser und abgelegene Höfe.
In der Ferne ragen die Berge auf und unterwegs halten wir bei einer der grössten Burganlagen Georgiens an, namens Udscharma.

Gebaut im 4. Jahrhundert, sieht man hier auch nicht mehr so viel von der Burg selbst, doch sie befindet sich im Wiederaufbau.
Die Aussicht auf umliegende Hügel und Berge, bunte Bäume und kleinen Bächen ist wunderschön und friedlich.
Wir nehmen uns die Zeit um ein bisschen herumzulaufen, in versteckte Ecken zu gucken und die Sonne zu geniessen, doch anschliessend fahren wir weiter Richtung Alaverdi.

Für die Strecke dahin brauchen wir um einiges länger als ursprünglich gedacht, weil wir doch über den einen oder anderen kleinen Berg fahren müssen.
Als das Kloster von Alaverdi in Sicht kommt, ist es leider schon ziemlich spät und die Sonne ist schon fast hinter den Wäldern verschwunden, weshalb wir die Besichtigung auf den nächsten Tag verschieben müssen.
Hier ist es nicht ganz so einfach, einen guten Platz zum Übernachten zu finden, nach ein wenig hin und her jedoch, entscheiden wir uns für einen gemütlichen Platz am Waldrand.
Gross zu Abend essen tun wir eigentlich nicht mehr, denn es wird inzwischen echt früh dunkel.
Wir sitzen noch eine Weile auf den Vordersitzen und lauschen den nächtlichen Geräuschen aus dem Wald, ehe ich mich als erstes in die obere Etage verziehe, um dort noch ein bisschen zu lesen.
Wir schmeissen die Standheizung an, weil wir es ziemlich kühl finden und anschliessend kriechen wir in unsere dicken Schlafsäcke und löschen das Licht.

27.10.2019. Narikala Citadelle und das georgische Nationalmuseum

Heute lassen wir uns wieder zum Frühstück blicken und langen wie immer ordentlich zu.
Es ist ein weiterer wunderschöner Tag in der georgischen Hauptstadt und da der Himmel wolkenlos und die Luft klar ist, machen wir uns nach dem Essen sogleich auf den Weg, um die Citadelle Narikala zu besichtigen.

Zu Fuss geht’s zuerst hinunter ins Zentrum und dann auf die andere Seite des Flusses, wo es eine kleine Gondelbahn gibt, gebaut von Leitner, einer Schweizer Firma.
Hier kaufen wir uns für insgesamt 7 Lari (3 Lari = 1 Fr.) ein Ticket und steigen ein, um uns die Stadt aus der Vogelperspektive anzusehen.
Leider dauert die Fahrt nur knapp zwei Minuten, jedoch fallen einem schon ein paar Dinge auf, die man von unten nicht sehen kann.

Oben auf der Citadelle angekommen, erhalten wir eine grossartige Aussicht über die Stadt, wo herrliche Ruhe herrscht und man den geschäftigen Verkehr wie ein weit entferntes Rauschen wahrnimmt.
Von der Burg selbst ist leider kaum noch was übrig, nur die hohen Mauern stehen noch und an den einen Stellen kann man ein bisschen höher klettern, um auf die andere Seite des Berges zu schauen, wo ein botanischer Garten angelegt ist.
Eine Kirche steht mitten in den Mauern, sie ist auch gut von unten sichtbar.
Wir lassen den Blick über die Stadt schweifen, blicken auf den Fluss und die Häuser hinunter und betrachten die Sameba Kathedrale, die auch von hier oben gut sichtbar ist.
Anschliessend machen wir uns zu Fuss an den Abstieg der steilen Strassen und gehen gemütlich Richtung georgisches Nationalmuseum, denn das wollen wir uns auch noch ansehen.

In dieser Stadt ist mehr oder weniger alles bequem zu Fuss erreichbar, weshalb wir knappe 20 Minuten später auch schon vor dem grossen Gebäude stehen, welches ein paar alte georgische Schätze beherbergen sollte.
Wir gehen rein und kaufen ein Ticket, geben den Rucksack ab und betrachten zuerst die Schätze aus der Steinzeit, die jedoch nicht nur aus Georgien stammen, sondern aus der ganzen Welt.
Im zweiten Stock treffen wir dann per Zufall auf Margit und Heinz, mit denen wir uns für den Abend verabredet haben, was für eine Überraschung!
Somit wird zuerst natürlich wieder fleissig geplaudert, bevor wir uns vorübergehend verabschieden, wir werden nämlich noch eins trinken gehen.
Im zweiten Stock enthält die Ausstellung Stücke aus der Bronzezeit, sowie Reliquien aus dem Mittelalter.
Im dritten Stock die Geschichte der Sowjet, doch auch den Einmarsch der Russen vor nicht allzu langer Zeit.

Nach zwei Stunden verlassen wir das Museum wieder und es geht weiter zu Fuss durch die Stadt, den hier gibt es so viel zu sehen, man könnte hier locker zwei Wochen verbringen.
Nach Giulianis Taverne mit einem feinen Pot Ojakhuri zum Abendessen, sowie einer Portion Khinkali, gehen wir zu Mac Larens Irish Pub, wo wir uns mit Margit und Heinz verabredet haben.

Sie kommen ein bisschen später an als wir, weil sie noch bei einem Bekannten zum BBQ eingeladen waren, doch anschliessend setzen wir uns zu viert an einen Tisch und unterhalten uns über dies und das, die Orte die sie in Georgien schon besucht haben und dann tauschen wir noch ein paar Tipps aus, ehe wir uns ziemlich spät voneinander verabschieden müssen.
Die zwei werden noch ein paar Tage hierbleiben, doch Tobi und ich wollen morgen weiterfahren und die Stadt hinter uns lassen.

Wir laufen das letzte Mal den steilen Hügel zu unserem Hotel hoch und betrachten nochmals die schöne Aussicht über die Stadt, ehe wir zu Bett gehen.

26.10.2019. Tbilisi’s versteckte Gassen und Strassen

Wir verpassen das Frühstück am nächsten Morgen und bleiben bis mindestens elf Uhr mittags im Bett, es herrscht Katerstimmung, die aber nach einer heissen Dusche doch relativ schnell verfliegt.

Gegen drei Uhr nachmittags verlassen wir das Zimmer und laufen runter in die Stadt, wo wir zuerst in einem Restaurant ein Kachapuri und einen Salat, sowie Auberginen an Walnuspsaste futtern, damit wir wieder fit sind.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg Richtung Hügel, in der Nähe der Citadelle gibt es nämlich ganz viele Gässchen, Strassen und Ecken, wo fast kein Tourist sondern hauptsächlich Einheimische unterwegs sind.
Dort wo keine Restaurants und Bars sind, sondern zum Teil noch ein paar Hostels und Gästehäuser, hauptsächlich aber versteckte Hinterhöfe und kleine Läden mit handgemachten Dingen.

Diese Häuser hier erzählen eine andere Geschichte als die, die man unten in der Touristenzone antrifft.
Zusammengeschustert und ineinander verschachtelt, zum Teil halb zerfallen, mit Löcher im Mauerwerk und zerschlissenen Dächern, kaputten Fensterscheiben und dunklen Treppenhäusern, unterscheiden sie sich im grossen Stil.

Es ist wie in vielen Hauptstädten die wir schon besucht haben; Eine schöne Einkaufsstrasse mit den teuersten Produkten auf der einen Seite, doch ein zwei Querstrassen weiter, verschwinden die schönen Fassaden und Vorgarten, sie machen kaputten Häusern und Abfall Platz.
Dieser Ort hier in Tbilisi ist jedoch begehrt denn Georgien boomt, was den Tourismus betrifft.

Hier wo man den Blick über die Stadt hat und trotzdem noch sehr viele arme Leute leben, hier werden Grundstücke inzwischen teuer verkauft an Firmen, die Hotels bauen wollen, Restaurantbesitzer, usw.
Die Lage ist ideal und wen kümmert schon die ärmeren Leute, die hier mit einem winzigen Guesthouse ein bisschen Geld verdienen wollen?

So laufen wir also durch die hinteren Gassen und Strassen wo es im Gegensatz zum Verkehrslärm an der Hauptstrasse, herrlich ruhig und idyllisch ist.
Die Strassen sind mit Bäumen gesäumt und zum Teil die Häuser mit Weinreben bewachsen.

Relativ weit oben angekommen, kaufen wir eine Flasche Wasser und laufen dann langsam wieder runter ins geschäftigere Viertel, wo wir uns ein Dessert gönnen.Anschliessend spazieren wir noch ein wenig herum und kehren dann zum Zimmer zurück, wo wir noch ein wenig chillen und dann das Licht löschen.

25.10.2019. Ein weiterer Tag in Tbilisi und ein feuchtfröhlicher Abend

Heute nutzen wir den Tag, um einfach mal ein bisschen zu chillen und zu hängen, etwas was zwischendurch auch mal guttut.
Nach einer weiteren feinen Variante von Khachapuri, bekriegen wir uns wieder beim Ping Pong bis wir k.o. sind, anschliessend gehen wir ins Zimmer.

Dort mache ich mich als erstes daran, mal wenigstens einen Beitrag zu schreiben, weil irgendwie alles ein wenig auf der Strecke geblieben ist, ein Bürotag ist nötig.
Mails schreiben, Blog hochladen, Fähre über das Schwarze Meer organisieren und so weiter, steht mir bevor, weshalb ich mich sogleich an die Arbeit mache.

Das mit der Fähre ist hier so eine Sache und es bedarf einen halben Sherlock Holmes um an die richtige Adresse zu gelangen, wo man dann auch noch eine Antwort kriegt.
Von Batumi aus wird unsere Fähre innert drei Tagen nach Burgas übersetzen, doch bis dahin bleicht noch reichlich Zeit, trotzdem bin ich gerne vorbereitet.

Nachdem das mit der Fähre erledigt ist, muss die Buchhaltung nachgeführt und Abrechnungen gemacht werden, wir wissen gern wo wir mit unserem Budget stehen.
So vergeht der halbe Tag am Laptop und so viel gechillt habe ich am Ende gar nicht, doch das lässt sich bei einem anschliessenden Glas Wein auf der Dachterrasse nachholen, die inzwischen sozusagen zu unserem Lieblingsort im Hotel geworden ist.
Hier oben herrscht Ruhe und Frieden, der Verkehr ist leiser und die frische Luft und der Ausblick auf die Stadt, einfach herrlich entspannend.

Nachdem wir ausgetrunken haben, machen wir uns auf den Weg zu Giuliani’s Taverne, einem weiteren sehr kleinen Restaurant, abseits der Touristenmeile.
Hier ist der gute Herr natürlich auch nicht gerade das, was man einen Sonnenschein nennt, dafür aber ist sein Essen umso besser.
Ojakhuri, Auberginen mit Walnuspaste und Granatapfelkernen, griechischer Salat mit hausgemachtem Fetakäse, da gibts für den unschlagbaren Preis von CHF 13, nichts zu meckern.

Nach dem Abendessen wollen wir noch in eine Bar um eins zu trinken, wobei wir dort einen Georgier kennenlernen und dessen niederländischen Kumpels, die hier in der Stadt leben.
Wir kommen ins Gespräch und es wird halb fünf Uhr morgens, als wir uns am Ende in einer anderen Bar von den sprichwörtlich fliegenden Holländern verabschieden, die noch mehr abgestürzt sind als wir.

In einem Laden kaufen wir noch eine Flasche Wasser und für Tobi ein Brot, dann geht’s den langen und steilen Weg zurück in unser Hotel.
Die kühle Luft tut uns immerhin gut und als wir ins Bett gehen, kündigt ein heller Streifen am Horizont bereits den neuen Tag an.

Damit es für uns aber noch eine Weile dunkel bleibt, ziehe ich den dicken schweren Vorhang zu, damit wir ein wenig Schlaf nachholen können.
Bilder haben wir heute keine gemacht.

24.10.2019. Sightseeing Tour und Tbilisi’s wunderschöne Kirchen

Heute ist nicht nur Sightseeing angesagt, sondern auch ein dringend benötigter Frisörtermin für mich angesagt.
Also machen wir uns nach dem Frühstück sogleich auf den Weg und überqueren dabei den grossen Fluss namens Kura, der die Stadt in zwei Hälften teilt.
Auf der anderen Seite befindet sich eine kleinere alte Kirche in einem wunderschönen Park, die wir als erstes besichtigen.
Die meisten georgischen Kirchen haben einen separaten Glockenturm, anstatt oben im Kirchspitz wie bei uns.

Chinesische Touristengruppen und viele andere Leute sind unterwegs, was den kleinen Platz drumherum ziemlich eng wirken lässt.
Wir verweilen hier einen Moment und betrachten die Aussicht auf die andere Seite des Kura und auf die Burg Narikala, die wir aber an einem anderen Tag besichtigen wollen.

Anschliessend entdecke ich einen Frisör wo ich mich sogleich auf den Stuhl setze und mir die Haare kürzen und färben lasse.
Als wir es nach der Einwirkungszeit auswaschen wollen, ist leider im Haus kein heisses Wasser mehr vorhanden, weshalb die Besitzerin verschwindet und mit einem riesigen Eimer heissem Wasser wieder auftaucht, den sie wohl beim Nachbarn aufgetrieben hat.
Mit scheint, als ob dies nicht zum ersten Mal so ist, doch es stört mich auch nicht, denn es klappt auch so wunderbar.
Zufrieden mit dem Haarschnitt und der neuen Haarfarbe, machen wir uns wieder auf den Weg, denn als nächstes steht die Sameba Kathedrale auf dem Plan.

Es dauerte acht Jahre um die grösste Kirche in Transkaukasien zu bauen, von 1996-2004.
Sie ist ein Wahrzeichen der Stadt und ragt über der dem Fluss und der Altstadt auf, ein wunderschöner Blickfang.
Der Platz drum herum ist riesig und mit einer Allee aus Pfeilern mit Bildhauerei bestückt, diese ist durch eine breite Treppe erreichbar.
Tobi schaut sich die Kirche noch von innen an, während ich draussen ein paar Fotos mache.

Anschliessend verlassen wir den Ort wieder und überqueren abermals den Kura, wobei wir der dichtbefahrenen Hauptstrasse folgen, die uns zu einem grossen Kunstmarkt bringt.
Reihenweise Bilder sind aufgehängt, aber auch Ramsch wird hier fleissig verkauft, zudem Fruchtsäfte und anderes Zeugs.
Hier lassen wir uns durch die Menge treiben und gehen dann ein Stück durch den neueren Teil des Stadtzentrums, trinken unterwegs ein Glas Wein und ein Bier und essen dann in einem Restaurant zu Abend.

Es hat merklich abgekühlt, als wir uns nach einem langen Tag auf den Rückweg zum Hotel machen.
Dort angekommen, plaudern wir noch eine Weile mit dem Besitzer der den Garten am renovieren ist und uns seine neuesten Arbeiten zeigt.
Es sieht wirklich toll aus, die Art mit den Weinkrügen aus Ton, Holz und Steinverzierungen und dem kleinen Brunnen gefällt uns.

Zurück im Zimmer blicken wir noch eine Weile auf die Stadt und die Sameba Kathedrale die von hier aus gut sichtbar ist, anschliessend gehen wir ins Bett.

23.10.2019. Auto putzen und eine erste kleine Besichtigung der Stadt

Nach einem weiteren guten Frühstück mit einem wunderbaren Khachapuri mit Sulgunikäse, bestehe ich darauf, die Karre mal wieder ordentlich zu putzen, auch an Orten wo man mit einem Putzlappen nicht so gut herankommt.

Also wird der Kühlschrank rausgerissen, unsere Seitentaschen abgeschraubt und komplett ausgeräumt, der Teppich rausgenommen, die Sachen hinter den Rücksitzen ausgeräumt, sowie die Wasserkanister gelöst, usw.
Die Vorarbeit dauert eine Weile und nachdem alles endlich draussen ist, nehme ich den Putzeimer mit Seifenwasser und wasche den ganzen Staub raus, der sich an Orten gesammelt hat, wo man ohne die ganze Arbeit gar nicht rankommt.

Es ist schon erstaunlich was sich da immer alles ansammelt, vom roten australischen Staub über den weissen Bulldust von der Mongolei bis zum Gelbstich der usbekischen Wüste, findet man hier leider wirklich alles.
Vor allem unter dem Kühlschrank und hinter den Sitzen ist es besonders schlimm und ich bin anschliessend der Meinung, dass wir das schon viel früher hätten machen sollen.
So sind wir über vier Stunden dran mit putzen, Seitentaschen waschen und aufhängen, Kühlschrank reinigen, Teppich ausklopfen und ausbürsten, usw.

Am späten Nachmittag kann sich das Ergebnis jedoch auf alle Fälle sehen lassen und wir setzen uns zufrieden mit einem halben Liter Rotwein auf die Dachterrasse, bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet.
Anschliessend machen wir uns das erste Mal zu Fuss auf den Weg in die Stadt, zum Glück von uns aus überhaupt nicht weit.

Wir kommen unten bei einem Platz raus wo es so kleine Backsteinhäuschen mit runden Kuppeln gibt, sogenannte Schwefelbäder.
Tbilisi oder Tiflis genannt bedeutet nämlich übersetzt, Wärme.
Damit ist nicht etwa der heisse Sommer gemeint, sondern die Schwefelquellen unter der Stadt die heiss und vor allem bei den Einheimischen sehr beliebt sind.
Die Georgier glauben fest daran, dass die Schwefelbäder eine heilende Wirkung auf den Körper haben und besonders bei Gelenk und Hautproblemen heilsam sind.
Den Schwefel kann man übrigens gut riechen, wenn man bei einem der Bäder vorbeigeht.

Wir folgen kleinen engen Gassen um zu einem Restaurant zu gelangen, dass ein bisschen abseits der Touristenstrasse liegt, das Nikolozi.
Ein älterer Herr und seine Frau führen den kleinen Laden mit max. 20 Sitzplätzen und wenn man hier reinkommt, fühlt man sich eher an eine gemütliche Stube, als an ein Restaurant erinnert.
Die Besitzer sprechen sogar Deutsch und dass sogar ziemlich gut, was uns überrascht.
Hier bestellen wir Auberginen mit Walnusspaste, Ojakhuri, Salat und eine käseüberbackte kleine Pfanne mit diversem Gemüse.

Die Portionen sind so riesig, dass wir auch mit der Hälfte locker satt geworden wären aber dass Essen ist so gut, dass wir uns völlig überfressen.
Wir kommen mit einem polnischen Pärchen ins Gespräch und bleiben mit denen am Ende noch lange sitzen, bei herrlichem Wein und viel Gelächter, Tbilisi gefällt uns!

Anschliessend machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel, vorbei an lauten Bars, Fressmeilen, alten Häusern und kleinen Restaurants.
Zurück im Hotel lesen wir noch eine Weile und hauen uns dann aufs Ohr.