14.10.2019. Auf dem Weg nach Jalta und ein Besuch im Liwadja Palast

Ein wunderschöner Sonnenaufgang und das Rauschen der Wellen wecken uns am frühen Morgen auf und wir nutzen den Moment, um draussen richtig gemütlich zu frühstücken und uns die Zeit zu nehmen, diese schöne Umgebung zu betrachten.
Hinter uns erstrecken sich die Rebberge, umschlossen von bunten Herbstwäldern und Felsen, vor uns das Meer mit einem tiefen Blau.
Die Krim überrascht uns mit ihrer Schönheit und dem mediterranen Klima, welches auch heute wieder für milde Temperaturen sorgt.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Jalta, wo wir uns den Liwadja Palast anschauen wollen, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 eine sehr wichtige Rolle gespielt hat.
Damals haben sich nämlich Josef Stalin (Gastgeber der Sowjetunion), Winston Churchill (Grossbritannien) und Franklin D. Roosevelt (USA) vom 04.-11. Februar 1945 für die Jalta  Konferenz getroffen, um über das Nachkriegseuropa zu verhandeln.
Die Palastanlage wurde für dieses zusammentreffen extra aufwändig restauriert.

Kurz zur Geschichte des Gebäudes:
Ursprünglich wurde der Palast 1835 vom polnischen Adligen Lew Potocki gebaut.
Im Jahre 1861 wurde der Palast dann vom Russischen Zaren  Alexander dem ll erworben.
Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Alexander der lll im Jahr 1881 das Haus und ernannte es als seine Sommerresidenz.

Heute kann man dieses wunderschöne Gebäude besuchen und sich all die Ereignisse anhören, die hier stattgefunden haben, so auch die Vertragsverhandlung durch drei sehr grosse Nationsvertreter.

Wir machen uns also auf den Weg nach Jalta und essen unterwegs kurz etwas, bummeln durch ein paar Fussgängerzonen und fahren dann zum Liwadja Palast.
Nachdem wir das Eintrittsticket bezahlt haben, wird uns eine Führung auf Russisch gegeben, was wir natürlich nicht verstehen und anschliessend nochmals selbst nachlesen müssen.

Der Liwadja Palast ist ein wunderschönes Gebäude mit einem Innenhof mit Garten, sehr hell und mit einer tollen Aussicht auf das Meer.
Wir verbringen gute eineinhalb Stunden an diesem Ort und betrachten die alten Bilder an den Wänden, den Tisch mit den Verträgen und so weiter und müssen uns nach der Besichtigung schon fast ein wenig sputen, um noch vor der Dunkelheit einen Schlafplatz zu finden.

Dies ist hier auch kaum möglich, weil alles besiedelt ist und man nirgends recht hinfahren kann, weshalb wir uns in die Berge zurückziehen.
Irgendwo zwischen einer Strassenbiegung wo man die Autos zuerst auf der einen Seite sieht und dann auf der anderen, finden wir mitten im Wald einen kleinen Platz zum Übernachten.

Als die Sonne verschwindet ist es stockfinster und schon fast ein wenig unheimlich, meistens kommen uns dann die miesesten Horrorfilme in den Sinn.

Wir bleiben noch eine Weile auf, ich schreibe Blog und Tobi liest, wir beobachten eine Wildkatze und anschliessend gehen wir ins Bett.

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