Pünktlich um fünf Uhr morgens schaltet sich unsere Standheizung ein, die ich am Vorabend entsprechend programmiert habe und die warme Luft heizt unser Auto herrlich auf.
Wir bleiben aber trotzdem noch bis halb sieben liegen und als wir aufstehen, ist es draussen noch stockdunkel.
Nach einem heissen Kaffee räumen wir zusammen und fahren los zur Grenze, die nur noch wenige Kilometer von uns entfernt ist.
Vor mehr als zweieinhalb Jahren sind wir damals genau über diese Grenze in die Türkei eingereist, damals aber war der Wald grün und die Blumen haben geblüht.
Heute erkenne ich die Gegend kaum wieder, denn es hängt kein einziges Blatt mehr am Baum, alles ist kahl und grau.
Der Zoll geht relativ zügig voran, es wird kaum ein Blick hinten rein geworfen und nach zehn Minuten sind wir durch und stehen vor der Grenze zu Bulgarien und der EU.
Ein komisches Gefühl nach so langer Zeit wieder hier einzureisen, Tobi und ich klatschen stolz ab als uns bewusst wird, wieviel wir eigentlich geschafft haben und wie weit wir gekommen sind.
Auch hier geht es zügig voran und nachdem wir eine elektronische Vignette gelöst haben,
fahren wir auf den bulgarischen Strassen Richtung Burgas und somit an das Schwarze Meer.
Dort angekommen müssen wir zuerst Motorenöl kaufen, denn wir müssen noch einen letzten Ölwechsel vornehmen, bevor wir zurück in die Schweiz kommen.
Das Öl finden wir zwar schnell, leider aber keine Garage die Zeit hat und uns auch noch den entsprechenden Ölfilter ersetzen kann, weshalb wir diesen auf später verschieben.
In Burgas selbst legen wir einen kleinen Zwischenstopp ein um etwas zu essen und uns eine Sim Karte zu organisieren, die in ganz Europa funktioniert.
Leider kriegen wir nur wenig GB’s dafür, aber immerhin reicht es um ein paar Tage Internet zu haben.
Nach einer Wurst mit Pommes verlassen wir Burgas wieder und machen uns auf den Weg nach Rumänien, genauer gesagt nach Bukarest, welches wir noch heute erreichen wollen.
Der Weg bis zur Grenze führt uns durch verwinkelte Strassen durch dichte Wälder und Dörfer, wo nur Romas’ leben, in ärmlichen Verhältnissen.
Erst um Stunden später kommen wir an der Grenze an und passieren diese in Rekordzeit, dann erreichen wir die Autobahn die uns nach Bukarest bringt.
Wir haben ein kleines Air Bnb gebucht für zwei Nächte, weil man in der Stadt nirgends richtig übernachten kann.
Kurz nach sechs Uhr abends erreichen wir in der Dunkelheit die Stadt und unser kleines aber hübsches Studio, wo wir uns einrichten und die restlichen Spaghetti mit Pesto vom Vorabend aufwärmen.
Als ich duschen will kommt zuerst wieder nur kaltes Wasser aber nach einer Nachricht an den Vermieter und einer halbstündigen Wartezeit, kommt es endlich heiss aus der Brause.
Nach der Dusche lese ich noch eine Weile und auch Tobi surft noch ein wenig im Internet, anschliessend aber löschen wir das Licht.
Erlebnisse & Erfahrungen
06.12.2019. Abschied von unseren Freunden und eine Übernachtung im Schnee
Um halb acht sind wir spätestens auf und nach einem heissen Frühstück packen wir zusammen und machen uns auf den Weg nach Canakkale, wo die Fähre die Meeresenge überquert und man in Gallipolli ankommt, auf der europäischen Seite der Türkei.
Unterwegs jedoch wollen wir bis ganz hinunter fahren, um die riesigen Frachtschiffe anzuschauen, die an uns vorbeifahren, leider jedoch befindet sich dort ein Militärgebiet und ist somit für uns leider gesperrt.
Immerhin finden wir doch noch einen Stelle weiter oben am Strand, wo wir gucken können doch der Wind der uns um die Ohren pfeift ist so kalt, dass wir nach ein paar Minuten freiwillig zu unseren Autos zurückkehren.
Wir machen uns auf den Weg nach Canakkale und erwischen dort sogleich eine der Fähren, die uns auf die andere Seite bringt.
Während der Überfahrt trinken wir einen Kaffee und gehen anschliessend raus um ein bisschen die Sonne zu geniessen und noch ein paar Fotos zu machen.
Nachdem wir angelegt haben, gehen wir zu einem Restaurant im Ort selbst und essen dort kurz was zu Mittag, tauschen die Bilder aus und dann heisst es leider, Abschied zu nehmen von Christina und Urs.
Sie werden heute noch nach Griechenland und somit in den Süden fahren, während unser Weg uns Richtung Norden führt.
Wir winken den beiden noch und dann ist ihr roter Bus auch schon um die Ecke verschwunden.
Tobi und ich steigen ebenfalls in unser Auto und schauen kurz unsere Route an, dann fahren wir ebenfalls los und lassen das tiefblaue Mittelmeer hinter uns.
Es geht in Richtung Norden der Türkei, weg vom Meer und der Wärme, ab in die Kälte und die kriegen wir noch heute deutlich zu spüren.
Stundenlang fahren wir vorbei an Agrarwirtschaft, Dörfern, Wäldern und Weiden, wobei wir kurz vor unserem Übernachtungsplatz vom Schnee überrascht werden.
Auf 500m kurz vor der Grenze finden wir einen Übernachtungsplatz im Wald, unweit der Hauptstrasse und stehen mit unserer Karre in 15cm Schnee.
Es ist eiskalt und kaum dass wir uns eingerichtet haben, lassen wir die Standheizung laufen, um uns warmzuhalten.
Zum Abendessen gibt’s dann auch nur noch Spaghetti mit Pesto und that’s it, auf mehr haben wir auch gar keine Lust.
Nach dem Essen und dem Abwasch, setzen wir uns noch eine Weile nach vorne und ich schreibe Blog, während Tobi liest.
Trotzdem gehen wir früh ins Bett, denn wir wollen am nächsten Morgen zeitig raus.
05.12.2019. Wir verlassen Izmir und verbringen nochmals einen letzten Abend mit Lagerfeuer am Strand
Am Morgen sind wir alle zeitig wach, denn nach einer heissen Dusche wollen wir doch noch ein ziemliches Stück fahren.
Nach einem kurzen Frühstück gehen wir runter zu unseren Autos und unterhalten uns mit dem Besitzer der Park und Waschanlage, der uns sogar noch einen heissen Tee bringt.
Nachdem der Bus von Christina und Urs noch eine Wäsche abgekriegt hat, fahren wir los und langsam mit dem Verkehr aus Izmir heraus.
Auch an diesem Morgen herrscht wieder dichter Verkehr und viel Polizeipräsenz, weshalb wir nur langsam vorankommen.
Wir erwischen zum Glück die Autobahn die keine Gebührenpflicht hat und folgen ihr für eine Weile, dann jedoch müssen wir sie verlassen, weil ein einzelnes Stück davon doch bezahlt werden muss.
Dies funktioniert hier leider nicht mit Bargeld, sondern man muss an einer Tankstelle eine Karte kaufen und aufladen.
Wir fahren aussen herum und kommen dabei immer mal wieder ans Meer und vorbei an kleinen Dörfern, Wäldern und Viehställen.
Unterwegs sammeln wir noch ordentlich Holz für unser letztes gemeinsames Feuer am Strand, denn sonst ist es einfach inzwischen wirklich zu kalt, um draussen zu sitzen.
Im Verlaufe des späten Nachmittags erreichen wir endlich unseren Übernachtungsplatz wo Tobi sich sogleich an die Arbeit macht, um die Feuerstelle vorzubereiten.
Urs, Christina und ich bereiten in der Zeit das Holz vor und anschliessend begeben ich mich in meine Autoküche, um Hörnli mit Gehacktem vorzubereiten.
Nach Zwiebeln schnippeln und Knoblauch pressen, gesellen sich die anderen ebenfalls dazu und bei Wein, Bier, Oliven und Käse plaudern wir gemütlich.
Christina entzündet das Lagerfeuer und wir setzen uns mit den Stühlen darum herum, mit dem Abendessen auf den Knien.
Wir verschieben den Abwasch ausnahmsweise auf den nächsten Morgen und verbringen stattdessen die Zeit am Feuer um die Zeit noch ein wenig zu geniessen.
Erst kurz nach elf Uhr abends verteilen wir die heisse Glut und begeben uns dann in unsere Schlafsäcke.
04.12.2019. Mit der Fähre von Datcha nach Bodrum und fieses Regenwetter
Wir werden um sieben Uhr von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen und draussen ist es noch finstere Nacht, als wir aufstehen.
Da unsere Fähre um zehn geht, wir aber um halb zehn bereits am Hafen sein müssen, sind wir heute etwas zeitiger unterwegs als auch schon.
Nach einem Kaffee und einem kurzen Frühstück sind wir vier mehr oder weniger startbereit, während die aufgehende Sonne die kleine Bucht in ein rötliches Licht taucht.
Wir fahren los und folgen der Strasse durch ein Dorf und zurück auf die Hauptstrasse, unterwegs füllen wir sogleich noch unsere Wasservorräte auf.
Wir treffen pünktlich beim Hafen ein und können unsere Autos als Letzte verladen, wegen der Höhe.
Kurz darauf legt die Fähre ab und wir lassen Datcha hinter uns, sowie den wunderschönen Hafen mit den Segelbooten.
Eineinhalb Stunden dauert die Überfahrt insgesamt und es ist urgemütlich, weil wir kaum Wellengang haben und das Wetter perfekt ist.
Wir chillen und plaudern, futtern Baklava und geniessen einfach die Fahrt, während die Küste an uns vorbeizieht.
Als Bodrum in Sicht kommt, staunen wir nicht schlecht über die riesigen Investments die hier getätigt werden, überall werden neue Hotelanlagen und Apartments gebaut, obwohl die kleine Altstadt auch so schon überfüllt ist, wie wir kurz danach feststellen.
Wir essen nach der Ankunft in einem kleinen einheimischen Restaurant zu Mittag und machen uns dann auf den Weg nach Izmir, wobei uns das Wetter dabei einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht.
Es fängt an zu regnen und hört so gut wie gar nicht mehr auf, dazu geht ein eisiger und undankbarer Wind, so dass wir uns am Ende einig sind, in Izmir eine Unterkunft zu nehmen.
Gesagt getan, nach einem kurzen Blick auf booking.com sind wir bereits wieder unterwegs und nach einer weiteren Stunde Fahrt durch dichten Regen, kommt die riesige Stadt in Sicht.
Wir drängeln uns durch den dichten Verkehr und erreichen eine Weile später unsere Unterkunft mitten in der Altstadt von Izmir, wo wir uns zuerst mit dem Parkplatzeigentümer über den preis unterhalten müssen, ehe wir dort unser Auto sicher parkieren können.
Anschliessend beziehen wir das kleine Apartment und richten uns ein.
Später, essen wir in einer Pizzeria unglaublich gut zu Abend und lassen den Abend in einer tollen Bar bei einer Blues Band ausklingen, die für uns alle ein echtes Highlight ist.
Es ist schon nach Mitternacht als wir uns schlussendlich auf den Rückweg zu unserem Apartment machen, wo wir dann kurz nach ein Uhr morgens todmüde ins Bett fallen.
03.12.2019. Ein morgendlicher Ritt am Strand und es geht weiter Richtung Nordwesten
Am nächsten Morgen als die Sonne aufgeht, entscheide ich ganz spontan, dass ich reiten gehen will, denn ich habe auf dem Hinweg das Schild einer Pferderanch entdeckt.
Also machen Tobi und ich uns nach dem Frühstück auf den Weg zur Desperado Ranch, die unweit unseres Übernachtungsplatzes liegt und vereinbaren mit Christine und Urs, uns später irgendwo zu treffen.
Die Ranch ist nicht besonders gross aber hat doch immerhin ein paar Pferde die gut aussehen und genug Futter bekommen, worauf ich beim Reiten im Ausland immer achte.
Wir werden von einer Hundemeute begrüsst, wobei der Golden Retriever Mischling wohl unter Kleptomanie leidet, denn er klaut wirklich komplett alles, was er findet, darunter auch einen unserer Handschuhe.
Retten können wir den nicht mehr, denn kaum hat er diesen fallengelassen, packen ihn die Kleinen und zerreissen ihn zu zweit.
Nachdem wir über eine Stunde mit den Eigentümern des Hofes geplaudert haben, kann ich endlich mein zugewiesenes Pferd putzen und Satteln, ihr Name ist Hedyia.
Mein Guide Kenan spricht zwar nur wenig Englisch, jedoch können wir uns mit Händen und Füssen wunderbar verständigen, inzwischen habe ich darin ja ordentlich Übung.
Es geht durch einen wunderschönen Wald und dann hinunter zum Strand, wo wir herrlich durch die Brandung galoppieren können.
Auf der anderen Seite angekommen, führt eine lange Sandpiste wieder ein Stück den Weg hoch, wo Tobi wartet um ein paar Fotos zu machen.
Nach einem weiteren Galopp gibt’s eine Kaffeepause, wo wir uns alle unterhalten und plaudern.
Anschliessend folgt ein weiterer Galopp durch die Brandung und den Strand wieder hoch, wo Tobi wieder ein paar Fotos macht.
Im Schritt geht’s dann zurück zur Ranch, durch einen glasklaren Fluss und wieder durch den schönen Wald, wo ich herrlich die Seele baumeln lassen kann.
Meine Stute scheint ganz zufrieden zu sein und auch ich bin total entspannt, Reiten ist für mich die beste Therapie die es auf der Welt gibt und manchmal hat man dies auch einfach mal nötig.
Zurück bei der Ranch, verabschiede ich mich und Tobi und ich machen uns danach auf den Weg Richtung Datcha, wo wir am nächsten Morgen mit den anderen zwei die Fähre nach Bodrum nehmen wollen.
Die zwei waren so lieb und haben für uns gleich ein Fährenticket mitgebucht, worüber wir sehr dankbar sind.
Die Strecke bis nach Datcha zieht sich und wir brauchen ein paar Stunden, bis wir die zwei schliesslich in einer schönen kleinen Bucht am Meer entdecken.
Wir kochen zusammen zu Abend und unterhalten uns wie immer, anschliessend jedoch gehe ich mal früh ins Bett, um ein bisschen zu lesen und dann zu schlafen.
Auch Tobi kriecht zeitig in seinen Schlafsack um bald darauf das Licht zu löschen.
02.12.2019. Wir verlassen Antalya und fahren durch die Berge weiter Richtung Westen
Nach dem Frühstück und einer heissen Dusche nehme ich mir die Zeit, um Blog zu schreiben und hochzuladen, ehe wir zusammenräumen und gemeinsam mit Christina und Urs das Apartment verlassen.
Zuerst fahren wir zur grossen Migros, die zwar heute nichts mehr mit der Migros Schweiz zu tun hat, jedoch früher dem Gründer Gottlieb Duttweiler gehört hat, der damals sein erstes Auslandprojekt gestartet hatte.
Bei der riesigen Migros angekommen, kaufen wir zuerst mal wieder richtig ein und dann fahren wir los in Richtung Fethie, der nächsten grösseren Stadt.
Dabei müssen wir uns zuerst durch den dichten Verkehr in Antalya kämpfen, denn dank Baustellen sind viele Stellen nur einspurig befahrbar und dass die Türken nicht gerade die geduldigsten Autofahrer sind, ist kein Geheimnis.
Endlich mal aus der Stadt draussen jedoch, kommen wir wunderbar voran und geniessen die Fahrt durch die türkischen Berge, die übrigens zum Wandern bestimmt sehr lohnenswert sind.
Wir fahren über diverse Bergpässe und bekommen immer mal wieder das wunderschöne Blau des Mittelmeeres zu Gesicht.
Da wir über 300Km vor uns haben, verbringen wir wirklich den ganzen Tag damit, von A nach B zu fahren, ohne gross etwas anzuschauen, doch wie bereits erwähnt, kriegt man auch während der Fahrt ein paar wunderschöne Sachen zu sehen.
In Fethie angekommen sind wir uns alle einig, dass wir direkt runter zum Strand fahren, da das Wetter absolut top ist und zudem ist es heute dich einigermassen warm.
Also fahren wir direkt runter und setzen uns anschliessend mit den Campingstühlen in die Abendsonne, bis sie hinter dem Horizont verschwindet und die Luft abkühlt.
Christina zaubert uns einen wunderbaren Tomatenrisotto zum Abendessen, zusammen mit gedämpftem Brokkoli und ich steuere für ich und Tobi noch Piccata Milanese bei.
So chillen wir gemütlich draussen und essen zu Abend, jedoch gehen wir nach dem Abwasch alle ziemlich früh zu Bett, weil wir kein Feuerholz gefunden haben.
Ohne Feuer wird’s dann abends leider doch zu kalt um noch länger draussen zu sitzen.
Dank der Standheizung ist es immerhin im Auto herrlich warm, als wir in unsere Schlafsäcke kriechen und das Licht löschen.
01.12.2019. Wir erreichen Antalya und nehmen uns für eine Nacht eine Unterkunft
Mit Rührei und Tomatenkompott, Brot, Käse und Salami, beginnen wir den Tag, die Wellen rauschen laut und das Meer glitzert in der aufgehenden Sonne, doch die Wolken sind nicht weit von uns entfernt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es zu regnen anfängt.
Wir nehmen es trotzdem gemütlich und nachdem alles zusammengeräumt ist, fährt Urs als erster mit dem Bus los, durch tiefen Sand und Kies, zurück zum Weg der uns wieder hoch zur Hauptstrasse führt.
Wir folgen ihm anschliessend und Christina macht mit der Drohne ein paar Luftaufnahmen für uns.
Auf dem Weg angekommen, pumpen wir zuerst unsere Reifen wieder auf, dann fahren wir die Piste hoch und halten dann an, um den Tag zu besprechen.
Wir sind uns einig, dass wir zusammen ein Apartment nehmen, um mal wieder Wäsche zu waschen und richtig zu duschen, einfach für eine Nacht.
Also buchen wir und fahren dann los, füllen unterwegs unsere Wasservorräte bei einer Quelle auf und folgen dann weiterhin der Küste.
Platzregen begleitet uns auf dem ganzen Weg und je näher wir Antalya kommen, desto mehr reihen sich Hotelkomplexe aneinander.
Es ist schon verrückt, wie viele Hotels hier gebaut wurden, ganze Städte sind daraus entstanden.
Dazwischen findet man immer mal wieder Ackerland und Gewächshäuser, oder ein wenig Industrie.
Um die Jahreszeit jedoch ist es ziemlich ruhig denn die Saison ist vorbei und das Wetter zu kühl, um noch in den Urlaub zu fliegen, auch wenn die Gegend hier ja besonders beliebt ist.
Ich möchte aber um ehrlich zu sein, gar nicht wissen, wie es hier im Sommer aussieht.
Wir legen einen kurzen Zwischenstopp ein um etwas zu essen, dann geht’s weiter und nach ca. fünf Stunden Fahrt erreichen wir Antalya und checken in unser kleines Apartment ein.
Wir richten uns ein und machen es uns gemütlich, schreiben Beiträge und tauschen wieder Bilder aus, duschen und gehen später etwas essen.
Später nach dem Essen gehen wir runter zum Meer und betrachten die Lichter der Stadt, während ein kühler Wind geht.
Zurück im Apartment chillen wir noch ein wenig und gehen dann ins Bett.
30.11.2019. Rösti und Cordon Bleu an einem traumhaften Strandplatz an der Mittelmeerküste der Türkei
Wir sind zeitig wach und nachdem wir gefrühstückt haben, nutze ich die Zeit um Blog zu schreiben und mit Christina die Bilder auszutauschen.
Inzwischen ist Tobi mit der Kamera auf Achse und Urs lässt seine Drohne fliegen, um ein paar Luftbildaufnahmen zu machen.
Erst um die Mittagszeit verlassen wir diesen schönen und friedlichen Platz, um weiter der Küste entlang Richtung Westen zu fahren.
Das Wetter ist eher unbeständig und dicke graue Wolken rollen schon wieder über den Horizont, als wir über hohe Klippen fahren, mit Blick auf das Tiefblaue des Mittelmeeres.
Unterwegs legen wir eine Pause ein um einzukaufen und etwas zu Mittag zu essen, danach fahren wir weiter.
Gewächshäuser mit gut erkennbaren Bananenstauden, LKW’s mit Mandarinen beladen, Gemüsetransporte und anderes sehen wir auf der Strasse.
Wieder sind die Strassen gut und wir kommen wunderbar voran, trotzdem sind wir den ganzen Tag unterwegs.
Vorbei an Dörfern und Städten, Verkaufsständen mit Früchten und so weiter, aber auch an Pinienwäldern und wunderschönen Buchten.
Die Südküste der Türkei hat schon ein paar wunderbare Ecken, doch wenn man alle die Resorts und Hotelanlagen sieht, vergeht einem der Spass daran.
Nachdem wir mal noch getankt haben, einigen wir uns anschliessend auf einen Übernachtungsplatz bei iOverlander und machen uns dann wieder auf den Weg.
Ca. 30km später verlassen wir die gutgeteerte Hauptstrasse und folgen einer schmalen Piste den Berg und an den Strand hinunter.
Unten heisst es, durch tiefsten Sand und Kies zu fahren, für uns überhaupt kein Problem, doch für die anderen zwei ist es Neuland.
Wir lassen die Luft aus den Reifen ab und während Tobi sich um Urs kümmert, fahre ich zusammen mit Christina schon mal zu unserem geplanten Platz.
Eine Bucht mit Sandstrand, ganz alleine für uns, was für ein riesiges Highlight!
Nach ein paar Fotos und einem kurzen Apéro machen Christina und ich uns sogleich an die Arbeit, den heute gibt es Cordon Bleu und Rösti zum Abendessen.
Mit einem flachen Stein klopfen wir das Fleisch platt, bestreichen es mit Senf und würzen es, legen geräucherten Schinken und Käse rein, schliessen es mit Zahnstochern und panieren es.
Dann werden die Kartoffeln für die Rösti vorgekocht und geschält, geraffelt und alles in der Pfanne gebraten, resp. frittiert.
In der Zwischenzeit bereiten die Jungs die Feuerstelle zu und sammeln Holz, damit wir uns später an ein gemütliches Lagerfeuer setzen können.
Das Abendessen ist absolut top und es bleibt nur noch wenig übrig.
Nach dem Abwasch ist es bereits stockdunkel und ein wunderschöner Sternenhimmel wird sichtbar, als wir uns ans Feuer setzen.
Den Abend lassen wir dann mit plaudern und lachen ausklingen, ehe wir zu Bett gehen.
29.11.2019. Wir verlassen Göreme, besuchen die unterirdische Stadt Derinkuyu und fahren runter in den Süden
Wir sind zeitig auf, weil wir zuschauen wollen, wie die Heissluftballone über den Tuffsteinen aufsteigen, doch werden diesbezüglich leider enttäuscht, denn heute steigen sie nicht.
Das macht uns aber überhaupt nichts aus, denn so haben wir mehr Zeit um am Morgen noch ein wenig herumzuschlendern und uns alles anzusehen.
Nachdem Christina Pancakes gebacken hat, frühstücken wir zusammen und begeben uns anschliessend auf Entdeckungstour.
Ich schnappe mir die Kamera und nutze den Moment, um ein paar coole Aufnahmen im morgendlichen Sonnenlicht zu machen, bevor sie wieder hinter dicken grauen Wolken verschwindet.
Während wir über die Wege schlendern, werden wir von einer Hundemeute begleitet, die uns nicht von der Seite weicht, egal wohin wir gehen.
Christine, Tobi und Urs klettern auf ein paar Felsen, ich hingegen nehme mir die Zeit ein paar Landschaftaufnahmen zu machen, auch mit den Hunden.
Die Aussicht ist unglaublich und die Stimmung so friedlich, einzig der kalte Wind macht die Sache ein wenig ungemütlich.
In diesen Tuffsteinen haben im 4. Jahrhundert Christen in der byzantinischen Zeit zahlreiche versteckte Kirchen und Kapellen gebaut, die Schaffensphase hielt für weitere 800 Jahre an, anschliessend jedoch hat sich kaum mehr jemand darum gekümmert.
Das UNESCO Weltkulturerbe wurde erst im Jahre 1964 wieder interessant, jedoch sind bis dahin die meisten Kirchen und Fresken zerfallen.
Früher hiess dieser Ort übrigens Matiana, erst in den 80er wurde er unbenannt in Göreme, die Gründe dafür sind nicht genau ersichtlich.
Später machen wir uns mit den Autos auf den Weg zur tiefsten unterirdischen Stadt die es in der Türkei gibt, Derinkuyu.
Insgesamt werden 50 solcher unterirdischen Städte vermutet, erst 36 davon sind bekannt und nur die wenigsten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Erst im Jahre 1963 entdeckt, beherbergt Derinkuyu acht Stockwerke wobei der tiefste zugängliche Punkt 55m unter der Erdoberfläche liegt, wobei man aber den generell tiefsten Punkt der Stadt auf über hundert Meter unter der Erdoberfläche schätzt.
Während die oberen Stockwerke als Wohnräume dienten, wurde weiter unten ein Klosterkomplex angelegt, sowie eine Weinpresse gefunden und ein Belüftungssystem entdeckt, welches durch 15’000 Schächte geleitet wurde, um die Luft zirkulieren zu lassen.
Sie funktioniert übrigens bis heute hervorragend, auch bis in die untersten Stockwerke.
Weiter oben wurden übrigens auch die Viehställe gebaut, denn die Tierhaltung fand ebenfalls unterirdisch statt.
Der Grund für den Bau der unterirdischen Stadt ist nicht ganz klar, aber anscheinend sollen sich damals Christen vor Seldschuken versteckt haben, eine türkische Fürstendynastie die vom Jahr 1047 bis 1157 geherrscht hat.
Dort angekommen, steigen wir die engen Treppen hinab in die Dunkelheit, gehen durch so tiefe Gänge, dass man fast gebückt vorangehen muss und staunen über die zahlreichen Räume und Schächte, über die Vielfältigkeit und die Kunst, solch eine Stadt unter dem Erdboden zu bauen, ohne dass man es von oben her bemerkt hätte.
Während Urs in jedem Loch verschwindet dass er entdeckt, klettert Christina jede nur erdenkliche Treppe hoch, Tobi schaut in jeden Raum hinein und ich versuche ein paar Fotos zu machen, jedoch ist das Licht dafür viel zu schlecht.
Zurück an der Erdoberfläche werden wir als erstes von der Sonne geblendet, während wir uns hungrig auf die Suche nach einem Dürürm machen.
Den finden wir ein paar hundert Meter weiter im Dorf und sind damit nur mässig zufrieden, weil die Jogurtsauce darin fehlt.
Trotzdem ist er ganz okay und nach dem Essen machen wir uns auf den Weg an die Mittelmeerküste, wo wir übernachten wollen, weil es da um einiges wärmer ist.
Die Fahrt dahin, bringt uns wieder durch wunderschöne Bergregionen und Gebiete, mit viel Schnee aber leider auch bedecktem Himmel.
Je näher wir dem Mittelmeer kommen, desto wärmer wird die Luft und als wir relativ spät an unserem heutigen Übernachtungsplatz ankommen, ist es herrlich warm.
Wir wärmen die Resten vom Voressen und der Polenta auf und machen es uns zu viert draussen gemütlich.
Leider fängt es später an zu regnen, weshalb wir uns unter die Hecktür des Busses setzen, wo wir einigermassen geschützt sind.
Erst spät gehen wir zu Bett, nach einem wunderschönen und friedlichen Abend.
28.11.2019. Wir erreichen Göreme und werden von tollen Tuffsteinformationen überrascht
Am Morgen hat der Regen glücklicherweise aufgehört, doch es ist grau und neblig, als wir aus dem Auto klettern.
Ich koche Kaffee und Christina zaubert uns allen ein wunderbares Müsli, dann frühstücken wir im Stehen.
Nachdem Tobi und ich unsere Zusatzwände mit einem alten Geschirrtuck getrocknet haben, verstauen wir alles in unserer Dachbox, anschliessend sind wir bereit für die Weiterfahrt.
Wieder fährt der rote Bus voraus und wir tuckern hinterher, weiterhin durch Berg und Tal, vorbei an Dörfern und Städten, Flüssen und Seen.
Das Wetter ist unbeständig, doch es bleibt trocken und zwischendurch drückt sogar ein wenig die Sonne durch die Wolken.
Mit der Zeit ändert sich die Landschaft und die Berge weichen dem Sandstein, der hell im Nachmittagslicht leuchtet.
Wir kommen in Göreme an und sind hungrig, weshalb wir uns zuerst im Ort ein Restaurant suchen.
Urs findet eins im Internet und fünf Minuten später sitzen wir an einem Tisch und bestellen diverse türkische Gerichte.
Der Wirt überrascht uns mit frischen Oliven, Rührei mit gehackten Tomaten, gebratenem Gemüse und anderen Köstlichkeiten, zusätzlich zum Hummus und den Gerichten die wir bereits bestellt haben.
Wir trinken Chai und das Essen ist super fein, dazu auch noch relativ günstig.
Wir kriegen zusätzlich einen frischen Apfeltee und eine Platte mit Früchten und Keksen, alles miteinander kostet für vier Personen insgesamt 30.-
Später, nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zu unserem Übernachtungsplatz, den wir bereits auf iOverlander entdeckt haben.
Inmitten von hohen und spitzen Tuffsteinen für die Göreme so berühmt ist, können wir unser Lager für die Nacht einrichten, die Umgebung ist atemberaubend.
Zuerst stellen wir das Duschzelt auf und gönnen uns somit eine heisse Becherdusche, dann nutzen auch gleich Christina und Urs die Gelegenheit um sich zu waschen.
Anschliessend bereiten wir ein Lagerfeuer vor, damit wir später noch ein bisschen draussen bleiben und chillen können.
Die Umgebung hier ist einfach der Hammer, mit den Tuffsteinen im Hintergrund und auch wenn viele Gruppen mit ihren Quads und Land Rover um uns herumbrettern, tut das unserem Frieden überhaupt keinen Abbruch.
Gegessen haben wir für den Rest des Tages genug, darum sitzen wir mit einem Glas Wein nur noch gemütlich am Lagerfeuer und lassen den Abend ausklingen, während das Feuer munter vor sich hin flackert und uns gleichzeitig wärmt.