22.09.2019. Wir verlassen Tajikistan und fahren nach Usbekistan

Wir sind zeitig auf wie immer, wenn wir eine Grenze passieren wollen, je früher unterwegs, desto besser.
Nach ein paar Honigbroten und einer Tasse Kaffee räumen wir zusammen und verabschieden uns von Horst, den wir leider auch nicht mehr sehen werden.
Er wird über Tashkent fahren und von dort aus ebenfalls durch Turkmenistan und den Iran reisen, wir schlagen eine andere Richtung ein.

Mit Margit und Heinz verabreden wir uns auf später und machen uns schon mal auf den Weg Richtung Grenze, wobei wir in Panjikent nochmals Diesel tanken.
Da zurzeit die grosse Heuernte ist, herrscht in Usbekistan Dieselknappheit, weshalb wir nochmals alles vollmachen, wer weiss wann wir das nächste Mal wieder tanken können.
Anschliessend nehmen wir die letzten 30Km unter die Räder, dann kommt auch schon der grosse Grenzübergang in Sicht.

Es herrscht Chaos, für einen Sonntag hat es hier erstaunlich viele Leute, ein riesiges Geläuf an Menschen die zu Fuss über die Grenzen rein und -rausspazieren.
Wir stellen unser Auto vor das grosse Tor und zeigen dem Soldaten unsere Pässe, worauf er das Tor öffnet und uns hereinlässt.
Auf der anderen Seite parkieren wir unsere Karre und gehen mit unseren Dokumenten zur Passkontrolle um uns ausstempeln zu lassen.

Der Grenzbeamte nimmt unsere Pässe und die Visa entgegen, kontrolliert alles und wird daraufhin sehr nervös als er bemerkt, dass die Visa und die Passnummer nicht übereinstimmen.
Er telefoniert, kommt wieder hinein, geht wieder hinaus und kommt wieder rein, schaut sich alles nochmals an und weiss nicht mehr, was er jetzt tun soll.

Ich erlöse ihn schliesslich, nachdem ich ihm auch noch unsere anderen Pässe hinhalte und ihm erkläre, dass sein Kollege an der Grenze im Pamir den falschen Pass gestempelt hätte.
Dem erleichterten Gesichtsausdruck zu entnehmen, interessiert ihn alleine die Passnummer und das auf dem PC das Gleiche steht, wie auf unseren Visa.

Der falsche Pass wird ausgestempelt, die Visa werden vernichtet und wir können zum Custom fahren, wo sie noch einen letzten Blick in unser Auto werfen.
Dann werden die Tore geöffnet und wir verlassen Tajikistan, fahren durch ein Desinfektionsbad im Niemandsland und befahren dann das usbekische Zollgelände.

Ein weiterer Versuch den Pass zu wechseln steht uns bevor, doch diesmal ist das Glück auf unserer Seite.
Der junge Zollbeamte plaudert munter mit uns und macht uns sogleich den Stempel in den Pass, uns fällt ein grosser Stein vom Herzen.
Anschliessend müssen wir mit den Pässen durch drei weitere Kontrollen, dann kommt die Karre an die Reihe.

Zuerst muss Tobi ein Einfuhrformular ausfüllen, dann wollen sie noch Kohle für die hinten getönten Scheiben, dann müssen wir mit dem Formular und der Quittung zu einem weiteren Zollhäuschen, um dies stempeln zu lassen.
Den entsprechenden Beamten müssen wir aber zuerst aufwecken, dieser ist nämlich in seinem Kabäuschen eingeschlafen.

Nachdem die Formalitäten erledigt sind, wird unser Auto inspiziert, wobei sie es ziemlich genau nehmen und sogar mit einem belgischen Schäfer eine Drogenkontrolle machen.Dann wird noch alles unter dem Auto abgesucht, anschliessend können wir gehen.

Margit und Heinz haben uns in der Zwischenzeit eingeholt und warten ebenfalls auf die Inspektion, doch als Kimba aus dem Auto heraushüpft, lassen sie es sogleich bleiben.
Die beiden haben wirklich einen Hunden und -Seniorenbonus, da sind wir uns sicher!

Die Zollbeamten vergessen darüber hinaus, dass sie uns das Duplikat des Einfuhrdokumentes stempeln und aushändigen müssen, ohne dieses würde unser Auto als illegal eingeführt gelten.
Endlich haben wir alles was wir brauchen und verlassen das Zollgelände, Welcome to Uzbekistan!

Wir fahren durch bis nach Samarkand wo wir bei einem Guesthouse im Innenhof parken und sogleich die Registrierung machen dürfen.
In Usbekistan muss man sich alle drei Tage registrieren lassen, dies wird anscheinend bei der Ausreise genauestens kontrolliert.

Nachdem wir uns alle eingerichtet haben, machen Tobi, Heinz und ich uns auf den Weg zu Beeline, um eine Sim Karte zu kaufen, leider hat der eine Laden aber geschlossen, weshalb wir uns mit einem Taxi herumchauffieren lassen, bis wir einen Laden finden der geöffnet hat.
Immerhin mit Erfolg, wir kommen alle mit neuen Sim Karten wieder heraus und machen uns dann auf die Suche nach ATM’s, die nicht nur Visa sondern auch Master Card akzeptieren.

Leider lässt sich kaum was finden, weshalb wir am Ende zu einem relativ guten Kurs auf der Strasse hundert Dollar wechseln.
Ein riesiges Bündel an Geldscheinen, welche pro Note einem Franken entsprechen, wird uns in die Hand gedrückt.

Zurück beim Guesthouse, machen wir uns ausgehfertig und fahren dann mit einem Taxi zu einem Restaurant namens Green Bear Bar, ein tolles Lokal mit gutem Essen und einem top Service.
Dort laden wir Margit und Heinz zum Essen ein und verbringen einen schönen Abend mit viel Gelächter und Geplauder.

Anschliessend machen wir uns zu Fuss auf den Rückweg zum Guesthouse, gehen durch dunkle Strassen mit fiesen tiefen Löchern und kommen dann sicher bei unseren Fahrzeugen an.

Nach Zähneputzen und Hausführung für ein paar Israelis russischer Abstammung, gehen wir bald danach ins Bett.

 

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