03.09.2019. Akklimatisationstag in der Höhe, mit einer kleinen Wanderung

Es ist eine kalte Nacht, kein Wunder, wenn man auf solch einer Höhe übernachtet, doch die ersten Sonnenstrahlen bringen uns ein bisschen Wärme und die Standheizung tut mehr oder weniger ihr Übriges, um uns ebenfalls aufzuwärmen.

Wir essen eine Schale Müsli und wollen anschliessend mit dem Auto ein Stück weiter hochfahren, um uns optimal akklimatisieren zu können.
Tobi fährt und ich gehe das gute Stück zu Fuss, wobei ich die fetten Murmeltiere beobachte, die auf den Wiesen herumrennen.
Wie die da oben überleben können, ist mir ein Rätsel, denn das Klima ist hart und rau.

Das kurze Stück Fussweg bringt mich schon bald ausser Atem und ich muss langsamer gehen, hier oben herrscht einfach zu wenig Sauerstoff.
Obwohl wir die letzten Nächte immer so um 2500m und höher verbracht haben, haben wir wohl noch zu wenig rote Blutkörperchen produziert.

Oben angekommen bin ich dafür aber dank kaltem Wind ziemlich wach und nachdem wir uns an diesem atemberaubenden Platz für eine Ecke entschieden haben, gehen wir ein Stück spazieren.
Wir folgen der Kante eines steilen Abhangs wo ehemals ein Gletscher gewesen ist und begeben uns dann auf den Wanderweg, den wir eigentlich erst am nächsten Tag begehen wollen.

Wir folgen ihm ein Stück um zu sehen ob es der richtige ist, biegen aber anschliessend ab und laufen einen Berg hoch, wo wir uns auf 3920m ausruhen und die wunderschöne Umgebung betrachten.
Da oben hat man doch tatsächlich ein 4G Netz und so nutze ich gleich den Moment, um mit meinen Eltern zu plaudern.

Als die Geier schon anfangen über unseren Köpfen zu kreisen, machen wir uns wieder an den Abstieg, wobei uns ein Pole entgegenkommt, schweratmend wie wir, dank der knappen Luft.
Wir unterhalten uns kurz und er erzählt uns, dass er hoch zum Camp 1 will, um dort zu übernachten, was ein ziemliches Stück weg auf über 4000m ist.
Wir wünschen ihm viel Glück und er geht weiter, wir indes kehren zu unserem Auto zurück um uns kurz darauf mit zwei Briten zu unterhalten, die auch hier ein bisschen wandern gehen wollen.

Am späten Nachmittag koche ich für Tobi und mich eine heisse Suppe mit Gemüse und Fleisch, das perfekte Essen in der Kälte.
Kurz bevor es dunkel wird, kommt plötzlich der Pole wieder zu uns zurück und fragt, ob er in unserem Windschatten sein Zelt aufstellen dürfe, was selbstverständlich überhaupt kein Ding ist.

Der arme Kerl hat üble Kopfschmerzen bekommen und ihm geht’s gar nicht gut, er ist Höhenkrank, dank ungenügender Akklimatisation.
Ich biete ihm heissen Tee und Suppe an, worüber er mehr als froh ist, hat er zum Abendessen doch nur einen Riegel Snickers bei sich gehabt.
Glatter Kerl, vermutlich haben wir ihm gerade den Arsch gerettet, vor allem mit dem Essen den Salz und Flüssigkeit ist hier oben extrem wichtig.

Nachdem er sein Zelt aufgestellt und sich darin verkrochen hat, gehen auch wir langsam ins Bett.

 

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