19.08.2019. Wir verlassen Karakol und machen eine Offroad-Tour über einen sehr hohen Bergpass

Der Wecker hätte eigentlich um kurz nach sieben klingeln sollen, doch wir sind schon vorher wach.
Nach einer erfrischenden Dusche setzen wir uns in die Küche, um zu frühstücken, anschliessend machen wir alles startklar, lassen aber die Karre noch einen Moment stehen.

Zu Fuss machen wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum und besuchen dabei noch eine wunderschöne kleine Kathedrale, die komplett aus Holz besteht.
Sie ist um einiges grösser als sie von weitem gewirkt hat und wirklich toll, rustikal und wahrscheinlich sehr alt, genaue Angaben habe ich leider nicht.
Tatsächlich ist sie auch noch in Betrieb und als wir sie betreten, findet gerade ein Gottesdienst statt, weshalb wir nicht allzu lange bleiben, weil wir nicht stören wollen.

Wir verlassen die Kirche wieder und gehen runter zur Hauptstrasse und in Richtung Karakol Bazaar, weil ich noch Gemüse brauche.
Dort müssen wir uns zuerst mal zurechtfinden, heute scheint eine Menge los zu sein und wir müssen eine Weile suchen, bis wir Gemüse finden.
Kartoffeln, Zwiebeln, Auberginen, Peperoni und ein frisches Brot, dann haben wir mehr oder wenig er so ziemlich alles zusammen.

In einem Laden kauft Tobi noch Bier, anschliessend kehren wir zum Hostel zurück, wo der alte Hausherr schon mit grimmiger Miene auf uns wartet, dabei haben wir die Check-out Zeit überhaupt nicht überschritten.
Schon ein bisschen mühsam mit dem Kerl, doch wir lassen uns dadurch nicht stressen und besprechen noch in aller Ruhe die Route für den heutigen Tag.

Anschliessend fahren wir los und lassen Karakol hinter uns, kämpfen uns dabei durch leichtes Verkehrschaos und landen schlussendlich auf einer relativ guten Hauptstrasse.
Der Weg führt uns durch verschiedene Dörfer mit Moscheen und Kirchen, kleinen Märkten und alten und neune Häuschen.

Von Weitem kommt der Lake Issy Köl in Sicht, doch da das Wetter grau und bewölkt ist, kriegt man nicht allzu viel davon zu sehen.
Irgendwann kommt dann die Verzweigung zu unserer Piste und es regnet in Strömen, Nebel zieht herauf und wir überlegen uns zweimal, ob wir wirklich da hoch fahren wollen.
Schlussendlich endscheiden wir uns dafür, machen schon mal vorsorglich den 4×4 rein und fahren dann los.

Zuerst ist die Piste relativ eben, der Untergrund leicht sandig und nur mit wenig Steinen versehen, doch je weiter wir hochfahren, desto schwieriger wird sie.
Auf knapp 3000m kommt uns eine Gruppe Velofahrer entgegen, die in der Kälte und dem strömenden Regen unterwegs sind, ihr Guide warnt uns vor dem Schnee der auf dem Pass liegt.
Wir bedanken uns und fahren weiter, immer höher geht es hinauf und da es so bewölkt ist, sehen wir nur knapp die Umrisse der hohen Schneebergen um uns herum, was so verdammt schade ist!

Irgendwann verwandelt sich der Regen tatsächlich in Schnee und wir müssen die Heizung hochdrehen, damit uns die Scheibe nicht anläuft und wir nicht zu frieren anfangen.
Das letzte Stück über den Pass dann, ist wirklich ein hartes Stück Arbeit, vor allem weil der Boden durch Regen und Schnee aufgeweicht ist, aber auch die Sicht total schlecht ist.
Zudem macht sich auf der Absolut-Höhe von 3848m ein leichter Sauerstoffmangel breit, weshalb wir uns etwas erschöpft fühlen, doch da hilft uns russische, schwarze Schokolade 75%, die unseren Kreislauf wieder in Schwung bringt.
Leider hilft sie unserem armen Göppi nicht, der wie verrückt hinten rausqualmt und zwar dunkelblau.

Trotzdem hat er immer noch ordentlich Zupf was uns erleichtert, schliesslich ist dies nicht der höchste Pass, der auf unserer Liste steht.
Auf der anderen Seite des Pass’ treffen wir auf eine Gruppe Reiter, Touristen die mit einem Guide unterwegs ist.
Die armen, es schneit wie verrückt und es ist eiskalt, ich möchte jetzt gerade nicht in ihrer Haut stecken, um ehrlich zu sein.

Je weiter wir den Pass wieder herunterfahren, desto klarer wird das Wetter, doch wir werden es heute dank ein paar sehr schwieriger Passagen nicht runter bis zur Hauptstrasse schaffen.
Wir machen uns auf die Suche nach einem Schlafplatz und werden am grossen Bergfluss fündig, wo wir uns einrichten können.
Es ist verdammt kalt, weshalb wir froh um das heisse Gulasch sind, das wir nur noch aufwärmen müssen.

Nach einem warmen Abendessen schreibe ich noch ein bisschen, schneide zusammen mit Tobi ein paar coole Videos von der Dashcam raus, anschliessend gehen wir ins Bett.

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