28.07.2019. Wir verlassen Russland und fahren nach Kasachstan

Der Wecker klingelt um sechs Uhr morgens und bis wir aufgestanden sind und gefrühstückt haben, dauert es noch eine Weile.
Danach sind wir startklar und fahren zurück auf die Hauptstrasse, die uns bis nach Rubzowsk bringt, weitere zwei Stunden Fahrt liegen dabei vor uns.
Wir kommen nach elf Uhr in Rubzowsk an und fahren zuerst zu einem riesigen Einkaufszentrum da wir noch ein paar Dinge brauchen.

Leider verkaufen sie im Einkaufszentrum nur Fast Food, weshalb wir uns nach dem restlichen Einkauf auf die Suche nach einem Restaurant machen müssen.
Mit Google finden wir was, was dann leider geschlossen hat und entscheiden uns dann für ein italienisches, welches ein wenig teurer aussieht.

Dort angekommen ist es schon fast Mittag also bestellen wir gleich und setzen uns hin, als ein Russe zu uns kommt und mit uns zu plaudern anfängt.
Leider kann er nur wenig Englisch, freut sich aber sichtlich dass wir hier sind und bringt uns von seinem Auto sogar noch ein Geschenk mit, ein Reifenluftdruckmesser und ein Magnet seiner Firma.

Wir bedanken uns und er verabschiedet sich und geht dann wieder.
Wir essen einen Teller Pasta und einen Salat und gehen anschliessend nach vorn zum Tresen um dort zu bezahlen.
Das ganze Service Personal steht dort versammelt als wir kommen und als wir nach dem Preis fragen um zu zahlen, schütteln sie alle vehement die Köpfe.
Es dauert einen Moment bis uns dämmert, dass wir sozusagen um sonst bei ihnen essen durften, was unglaublich nett und grosszügig ist, schliesslich ist dies kein günstiges Restaurant.
Wir wissen nicht genau wer unser Essen übernommen hat, ob das der Russe oder das Restaurant selbst war, sind jedoch sehr gerührt.

Da kann man sagen was man will, aber die Russen sind wirklich ein supernettes und sympathisches Volk.

Wir bedanken uns herzlich und verabschieden uns anschliessend und machen uns auf den Weg zur Grenze die nur ca. 40 Kilometer ausserhalb der Stadt liegt.
Dort angekommen, müssen wir eine halbe Stunde warten bis wir an der Reihe sind und als wir endlich dran kommen, können wir reinfahren und unser Auto parkieren.

Zuerst wird der Pass kontrolliert und abgestempelt, der Russe hinter dem Schalter starrt jeden einzelnen von uns mit eisblauen Augen kritisch an.
Tobi schmeisst ihm aus Versehen den Pass nochmals ins Häuschen rein und ich lache mich fast kaputt, reisse mich aber zusammen als ich an der Reihe bin und versuche es mit einem freundlichen Lächeln, das natürlich nicht erwidert wird.
Mir egal, Hauptsache Stempel rein und Ade mässi, draussen wartet Tobi schon auf mich.

Die Inspektion ist an der Reihe und wieder haben wir zwei witzige Beamten, die unser Auto kontrollieren.
Ich klettere aufs Dach, löse die Spannsets und öffne die abgeschlossenen Kisten, den der eine Beamte möchte auch da hineinsehen.
Zuerst kommt er kaum auf die Karre hoch, danach steht r mit etwas zittrigen Beinen neben mir und schaut in die Kiste rein, nimmt aber nichts raus und will so schnell wie möglich wieder runter, die Höhe schient wohl nichts für ihn zu sein.
Sie geben sich schnell zufrieden und lassen uns fahren, die Barriere öffnet sich und wir verlassen Russland.

Beim kasachischen Zoll müssen wir zuerst eine Migrationskarte ausfüllen, anschliessend werden wir zur Passkontrolle gebeten.
Eigentlich wollten wir hier die Pässe tauschen um die anderen von Almaty aus in die Schweiz zu schicken, um nochmals ein russisches Visum zu beantragen, doch das lässt der Zöllner nicht gelten und stempelt uns mit einem selbstgefälligen Grinsen die anderen Pässe ab, na toll.
Nun ja, alles kann man nicht haben und bei einem Zöllner der kein Wort Englisch spricht schon gar nicht, also bedanken wir uns höflich und gehen zur Inspektion.

Dort schauen sie kaum in unser Auto rein und lassen uns gleich gehen.
Wir fahren aus dem Zoll raus und gleich zum Versicherungshäuschen um eine Versicherung abzuschliessen.
Diese ist für 15 Tage gültig und kostet an die CHF 25, was okay ist und als wir die Versicherung haben, können wir endlich losfahren.

Achtung, in Kasachstan herrscht grosse Polizeipräsenz und mit Licht fahren ist obligatorisch, was mir natürlich schon zum Verhängnis wird.
Die Polizei nimmt mich raus weil ich kein Licht habe, verlangt Führerschein, Dokumente und Versicherung, kann ein bisschen Englisch ist aber sehr freundlich und lässt uns ohne Bussgeld weiterfahren, puh!

Wir fahren durch bis nach Semei, der ersten grösseren Stadt, wo wir zuerst eine Sim Karte kaufen und auf dem Polizeiposten die Pass Registration abschliessen wollen.
Doch die wollen nach fünf Uhr abends nichts mehr davon wissen und bestellen uns für den nächsten Tag wieder her, also fahren wir runter zu einem wunderschönen grossen Fluss wo wir einen tollen Platz finden.

Es gibt Risottoresten und dazu einen Servelat, dann setzen wir uns an den Fluss und geniessen den Abend.
Immer wieder kommen mal ein paar junge Kasachen zu uns um ins Auto rein zu gucken und zu plaudern, die einen zwei Jungs schenken uns dabei noch zwei grosse Muscheln.

Wir machen zeitig Feierabend denn es liegt ein langer und anstrengender Tag hinter uns, also gehen wir kaum dass es dunkel ist zu Bett.

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