11.07.2019. Pferderennen und Spannung am Naadam Fest

Laute mongolische Musik und das Knirschen von Rädern auf Kies, weckt uns am Morgen kurz nach sechs.
Alles wird für den grossen Pferderenntag bereit gemacht, Stände und Jurten werden aufgestellt, Hecktüren von Autos so geöffnet, dass man frisches Obst und Gemüse kaufen kann, usw. alles ist in vollem Gange.

Sehnsüchtig wird das erste Rennen erwartet, die Kids starten in 20Km Entfernung, noch sind sie nirgends zu sehen.
Unzählige Autos parkieren um uns herum, neugierige Gesichter tauchen auf und versuchen einen Blick in unsere Fahrzeuge zu erhaschen, für die Kinder legen wir ein paar Süssigkeiten bereit.
Wir trinken einen Kaffee und betrachten das Geschehen um uns herum, es ist erstaunlich wie schnell sich der Platz gefüllt hat.

Plötzlich macht sich Aufregung breit, in der Ferne ist eine Staubwolke zu entdecken, die rasch näherkommt.
Donnernde Hufe sind zu hören, ein Raunen geht durch die Menge die sich schnell in ein begeistertes Rufen und Jubeln verwandelt, die Spannung steigt.
Wir stellen uns mit Feldstecher und Kamera in die erste Reihe, fiebern gemeinsam mit den Mongolen mit und jubeln, als das erste Pferd mit grossem Abstand zu den anderen, an uns vorbeischiesst.

Der Kid ist vielleicht an die sechs Jahre alt, hält sich tapfer im Sattel und feuert sein Pferd zu noch grösserem Tempo an, sein oranges Cape flattert im Wind und  ungeschlagen geht er als erster ins Ziel, wo er von den erwachsenen Reiter abgefangen wird.

Die Mongolen machen sich auf den Weg zum Sieger und seinem Pferd, es bringt nämlich Glück wenn man den Schweiss des Siegerpferdes an den Händen hat, wird uns erklärt.
Die restlichen Teilnehmer treffen ein, unermüdlich liefern sich die einen trotz verlorenen Sieges noch ein Kopf an Kopf Duell.

Ein Rennen nach dem anderen findet nun statt, im Abstand von jeweils knapp zwei Stunden, denn die Leute müssen ihre Pferde zuerst runter an den Start fahren, bevor sie von dort aus losgaloppieren können.
Wir nehmen uns die Zeit um uns ein wenig umzusehen, ziehen mit den anderen zusammen los und setzen uns kurze Zeit später bei einer Jurte an den Tisch, vor dem Gesicht jeweils  eine grosse Portion Kushur, sie werden gleich in der Jurte frisch zubereitet.
Sie sind herrlich fein und schmecken ausgezeichnet, die besten die wir je hatten.

Anschliessend betrachten wir all die Stände, wo man Zäume für die Pferde kaufen kann, Kindersättel, aber auch Trensen und Hufeisen.
Als gegen den Abend die Rennen vorbei sind, verschwinden alle Stände und Jurten wieder, der Platz leert sich und die Rennbahn liegt einsam und verlassen vor uns.
Wieder sind wir beeindruckt wie schnell alles abgebaut wird und die Ruhe eingekehrt ist.

Urs, Barbara eins und zwei, Brigitte und Dänu, sowie Tobi und ich sind die einzigen die noch bleiben um eine weitere Nacht an diesem Ort zu verbringen.
Wir unterhalten uns, trinken Wein und essen zusammen, doch es kühlt merklich ab, weshalb wir zeitig zu Bett gehen.

2 Gedanken zu “11.07.2019. Pferderennen und Spannung am Naadam Fest

  1. Wolfgang

    Wünsche Euch eine gute Reise. Ich bin nach vier spannenden Wochen ( inclusive Naadam) wieder in Deutschland. Eine unvergessliche Reise liegt hinter mir. Eine völlig andere Wüste die Gobi. Hab schon einige gesehen. Wieder bemerkenswert für mich waren die sehr freundlichen Menschen. Ob es an den Wüsten liegt?

    1. Danke liebenr Wolfgang, die Gobi ist tatsächlich etwas ganz Besonderes und hat uns wahnsinnig gut gefallen.
      Die Leute sind der hammer und so hilfsbereit und freundlich, wie man sie bei uns selten trifft.

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