24.06.2019. Wir fahren weiter durch die Südgobi und kommen in Gurvantes an

Eine ruhige Nacht liegt hinter uns und die Sonne geht früh auf und knallt uns schon volle Kanne auf den Kopf.
Während wir einen Kaffee trinken, klettert Tobi auf irgendeinen Berg in der Nähe um ein paar Bilder zu machen.

Als er wieder zurück ist, packen wir zusammen und fahren los in Richtung Gurvantes, der nächsten Ortschaft hier im südlichen Teil der Gobi Wüste.
Der Anfang der Fahrt führt uns in einem ausgetrockneten Flussbett durch die Berge und es ist atemberaubend schön.

Die Felsen ragen links und rechts von uns auf, schroff und scharf sind ihre Kanten.
Hier und da finden wir eine kleine Quelle, versteckt im Schatten sind sie kaum erkennbar jedoch für die Tiere sind sie lebensnotwendig.
Der Boden ist tief und wir fahren mit Untersetzung, doch die Fahrt macht Spass und wir können es geniessen.

Nachdem das Tal hinter uns liegt, verändert sich die Landschaft und macht wieder der trockenen Gras und Steinsteppe Platz, wobei uns grosse Ziegenherden begegnen, Kaschmirziegen.
Ihr Fell glänzt in der Sonne und die kleinen sehen mit ihrem dicken Pelz aus, wie
Mini-Alpacas.
Wieder fahren wir durch ein Flussbett und nun sind die Felsen um uns herum durchzogen mit bunten Farben, vermutlich sind sie eisenhaltig.
Grüne, gelbe, rote und blaue Farbtöne, selten haben wir sowas Schönes gesehen.

Auf dem letzten Stück vor Gurvantes wird es nochmals spannend, denn die Passagen die vor uns liegen sind steil, eng und schräg, für uns zwar kein Problem doch der IVECO ist hoch und schaukelt sich zum Teil auch ziemlich schnell auf.
Deshalb wird es gerade für Conny und Lutz zu einem unfreiwilligen Adrenalinkick als sie ein ziemlich übles Stück Passage fahren müssen, wo der IVECO so ins Schwanken kommt, dass sogar wir für einen Moment befürchten, dass er kippt doch Lutz meistert die Sache einwandfrei und es geht zum Glück alles gut.

Leider stehen wir trotz Offlinemaps kurz danach vor einer Sackgasse und müssen dann eine Alternativroute durch ein weiteres ausgetrocknetes Flussbett finden, was aber zum Glück auch klappt.
Inzwischen hat das Wetter wieder gewechselt und Donnergrollen ist aus der ferne zu hören, welches rasch näher kommt und der Regen setzt wieder ein.
So schnell wie möglich fahren wir durch das Flussbett denn wir wissen genau, wie schnell das Wasser plötzlich kommen kann, es braucht wirklich nicht viel.

Endlich kommt Gurvantes in Sicht und wir fahren in das Dorf rein und werden von Conny und Lutz zu einem feinen Mittagessen eingeladen, was mega lieb ist.
Das Essen ist typisch mongolisch und sehr fein, es gibt viel Fleisch, aber auch Gemüse und Kartoffeln, wir mögen es.

Anschliessend fahren wir zu einem Übernachtungsplatz in der Nähe um genug Internet zu haben um Beiträge hochzuladen, etc. und im Internet herumzustöbern, uns bei unseren Familien zu melden und Mails zu schreiben.

Der Wind bläst uns um die Ohren und die Wolken verziehen sich wieder, wir parkieren unser Auto so, dass wir uns wenigstens in den Windschatten setzen können und somit etwas geschützt sind.
Lutz macht sich zusammen mit Conny und Tobi gleich daran, die Bremsen zu entlüften, dank Internet Anleitung und Handbuch klappt das wunderbar.

Ein Fahrzeug mit Zürcher Nummernschild fährt zu uns heran, Raol mit einem riesigen VW.
Er ist zusammen mit seiner Freundin Laura und ihrem Hund Shana, innert zwei Monaten von Zürich in die Mongolei gefahren, einmal quer durch Russland.
Die beiden sind total easy drauf und so verstehen wir uns wunderbar und setzen uns dann am Abend zu sechst an den Tisch, trinken Bier und unterhalten uns.

So vergeht ein weiterer Tag unserer abenteuerlichen Reise und als es spät wird, gehen wir ins Bett.

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