24.05.2019. Ein Blick auf die Chinesische Grenze in Blagoweschtschensk

Am frühen Morgen begrüsst uns die Sonne und der Ruf des Kuckucks, es ist noch ziemlich kühl und ein leichter Wind geht.
Mit Windjacke und warmen Schuhen lässt es sich jedoch hervorragend aushalten.

Nachdem wir alles zusammengeräumt haben, machen wir uns auf den Weg zur Grenzstadt Blagowajeschtschensk, die Grenzstadt die direkt am Amur liegt und wovon aus man auf China rüber schauen kann.
Auf dem Weg dahin fahren wir wieder durch verschiedene Dörfer und sehen, dass die Leute hier nicht wirklich viel zum Leben haben.

Die meisten Wohnblöcke sind in einem schlechten Zustand, tiefe Risse und Löcher in der Hausmauer, verfallene Balkone und kaputte Fensterscheiben sowie verrostete Spielplätze erzählen von einer Zeit, als es Russland wirtschaftlich noch besser ging.

Seit die Amerikaner den Russen so viele Sanktionen verhängt haben, können sie kaum mehr Ware exportieren und auch das Erdöl lässt sich schlecht verkaufen, auch die Korruption macht den Menschen das Leben schwer.
Das einzige was hier einigermassen gut läuft, ist der Verkauf von Kohle an China, auch sind da die wirtschaftlichen Beziehungen um einiges besser.

Mir persönlich tun die Russen sehr leid, wir haben sie in der kurzen Zeit die wir schon hier sind als offenes und sehr freundliches Volk kennengelernt, die sehr hilfsbereit, neugierig und naturbezogen sind.
Wir sind entsetzt über den schlechten Ruf der den Russen vorauseilt, verbreitet durch parteiische und unobjektive Medien und die Amerikaner.
Es ist ein raues Volk, aber es ist auch ein raues und hartes Land, wunderschön aber feindlich dank Kälte und ewigem Sumpf.

So betrachten wir bei der Durchfahrt die Häuser und Gebäude, fahren vorbei an Weiden und bewirtschaftetem Land und diskutieren über die wirtschaftlichen Defizite die hier stattfinden.

Auf der grossen Brücke die uns nach Blagowaschtschensk bringt, werden wir von der Polizei angehalten, das zweite Mal schon seit wir unterwegs sind.
Doch gross kontrolliert werden wir nicht, es ist eher Neugierde und die Freude an dem Schweizer Nummernschild, wenn man ihnen erklärt woher wir kommen und was für einen langen Weg wir bereits hinter uns haben.

In der Stadt angekommen, parkieren wir die Karre und gehen zu Fuss an der langen Flusspromenade entlang, die uns von China trennt.
Tatsächlich sehen wir auch schon wieder unzählige chinesische Touristengruppen, angeführt von einem Guide mit rotem Fähnchen.

Blagowaschtschensk hat eher den Anschein einer typisch europäischen Stadt mit farbigen Gebäuden und Denkmälern, sowie kleinen Restaurants.
Wir trinken unterwegs einen Kaffee und da das Wetter grad so schön ist, können wir sogar im T-Shirt draussen sitzen.

Auf der anderen Seite des Amur können wir eine riesige Kathedrale ausmachen und man sieht deutlich, dass die Chinesen dort sind, denn auch gleich sieht man Hochhäuser und die Gebäude sind um einiges moderner, als auf der anderen Seite des Flusses.

Wir schlendern noch eine Weile herum und kehren anschliessend zum Auto zurück, lassen die Stadt hinter uns und fahren weiter Richtung Westen.
Unterwegs halten wir kurz an um etwas zu essen, es gibt Brot mit Käse und Aufschnitt wir mögen es.

Als es auf den Abend zugeht, entdecken wir auf iOverlander einen Übernachtungsplatz an einem See und beschliessen, dort zu übernachten.
Es ist ein traumhafter Ort und auch wenn wir nicht alleine sind und ein paar Russen da sind, verbringen wir einen gemütlichen Abend, wärmen den Rest der Suppe vom Vortag auf und betrachten den Sonnenuntergang über dem Wasser, der die Umgebung in ein wunderschönes Rot verwandelt.

Als der Wind wieder auffrischt, schmeissen wir jedoch die Standheizung an und ziehen uns ins Bett zurück.

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