18.05.2019. Mit Marlis und Kurt unterwegs nach Olga

Um viertel nach sechs am Morgen macht sich Tobi auf den Weg um den Hausberg von Nachodka zu erklimmen, ich hingegen nutze die Zeit um die Beiträge hochzuladen und im Auto etwas aufzuräumen.
Tobi kehrt kurz nach acht von seinem Ausflug zurück, in der Zeit schwatze ich schon eifrig mit unseren Nachbarn.

Marlis ist so lieb und kocht für uns auch gleich Wasser auf und so müssen wir nur noch unsere Tassen mit dem Kaffeepulver hinstellen.
Das Frühstück lassen wir ausfallen, anschliessend räumen wir alles zusammen und sind startbereit für die nächste Fahrt.
Wir werden heute zusammen fahren, denn die beiden wollen in die gleiche Richtung wie wir, nämlich nach Olga.

Wieder sieht das Wetter vielversprechend aus und guter Dinge tuckern wir zu viert los, weiter in Richtung Norden.
Da Russland riesig ist, sind die Abschnitte die wir pro Tag fahren wollen, meistens ziemlich lange und so werden wir heute einige Kilometer hinter uns bringen.
Zuerst ist die Strasse noch geteert doch bald verändert sie sich zu einer Gravelroad und schon bald holpern wir über eine Schotterpiste.
Staub wird von unseren Rädern aufgewirbelt und ohne Klimaanlage müssen wir die Fenster immer schliessen, wenn uns ein Auto entgegenkommt, was oft der Fall ist.

Die Piste führt uns durch ein Tigerreservat wo sich der Amurtiger befindet, leider gibt es nur noch weniger von ihrer Art, sie sind den Pelzjägern und Vollidioten zum Opfer gefallen.
Wie man so ein wunderschönes Tier erschiessen kann, ist für uns beide unverständlich.

Dichter Wald dank dem Spätfrühling wunderbar grün, säumt die Piste von beiden Seiten.
Schmale und breite Flüsse werden dank Holzbrücken problemlos überquert, Russlands Landschaft ist einfach atemberaubend schön.
Endlose Wildnis, bunter Mischwald, Vogelgezwitscher und das Rauschen von Bächen, alles was wir in den letzten Wochen schmerzlich vermisst haben, hier ist es.

Unterwegs legen wir einen kurzen Stopp ein und kaufen in einem Laden so Brötchen, welche mit Fleisch, Chabis oder gehackten Eiern befüllt sind, sie sind sehr fein.
Danach fahren wir wieder weiter und folgen der Strasse, die uns bis nach Olga bringt.
Nach etlichen Kilometern über Schotter, kommen wir an der Küste an und der eiskalte sibirische Nordwind weht uns ins Gesicht.

Eigentlich wollten wir hier übernachten doch bei diesen Konditionen haben wir alle keine Lust darauf, weshalb wir ein etwas windgeschützteres Plätzchen suchen.
An einem See unweit der Küste werden wir fündig und stellen dort unsere Autos hin, nehmen Tisch und Stühle raus und setzen uns wieder in die Sonne.
Da das Wetter so gut mitspielt, essen wir auch gleich draussen zu Abend und setzen uns erst rein, als es zu kalt ist um weiter draussen zu bleiben.

Wieder wird fleissig geschwatzt und diskutiert, gelacht und Geschichten zum Besten gegeben, ehe wir ins Bett gehen und denn beiden eine gute Nacht wünschen.

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