16.05.2019. Ein 11-Stunden Tag in der Toyota Garage

Wir haben den Wecker auf fünf Uhr morgens gestellt damit wir noch Zeit haben, alle unsere Sachen die wir in den letzten Monaten im Rucksack herumgeschleppt haben, auch noch in unsere Kisten und Boxen einräumen können.
Also machen wir uns nach dem Kaffee gleich an die Arbeit und kommen dabei sehr gut voran.

Als wir mit allem fertig sind, versuchen wir nochmals unser Auto zu starten aber es ist nur ein Klicken zu hören, unsere Starterbatterie ist wirklich tot.
Per Zufall fährt gerade ein Polizist an uns vorbei und ich halte ihn an und bitte ihn, mit seinem Auto unsere Batterie zu überbrücken.
Er hilft uns gleich und nachdem Tobi die falsch angebrachten Klemmen noch in die richtige Position gebracht hat, springt unser geliebter Cool running’s sogleich an.

Wir fahren vom Platz und kriechen durch den Morgenverkehr der komplett überlasteten Strassen, man kommt in Vladivostok kaum vom Fleck, dank den alten Strassensystemen die trotz immer mehr Verkehr, nie erneuert wurden.
Zuerst wollen wir eigentlich noch einkaufen gehen, doch aus Sorge dass die Karre wieder nicht anspringt, fahren wir dann gleich in die Toyota Garage, wo wir einen Termin um zehn Uhr haben, aber halt etwas früher dran sind.

Dort angekommen, werden wir sogleich von den Managern Alexej und Andrej begrüsst, die mit uns die Sachen durchgehen, die wir machen lassen wollen.
Wir berichten ihnen sogleich noch von unserem Batterieproblem und bitten sie, auch gleich einen Rundum-Check machen zu lassen um zu sehen, ob auch sonst alles in Ordnung ist.

Während unser Auto mitgenommen und zuerst mal gewaschen wird, kriegen wir eine Exklusiv-Führung durch die Garage, von der Werkstatt bis zur Lackiererei und in die Chefetage, zudem wird der Kaffee nicht im Besucherraum, sondern auch gleich beim Team eingenommen, es ist wirklich nett.
Danach ist unser Auto gewaschen und wir können nach der Diagnostik runter in die Werkstatt, um zu sehen was sonst noch alles gemacht werden muss.

Da unser Auto beim Gas geben manchmal stottert, lassen wir den Tank runternehmen und auf Schmutz und anderes kontrollieren, ein Ölwechsel muss gemacht werden und die Batterie ausgetauscht, doch nach einem Rundum-Check von den Jungs stellen wir leider auch noch fest, dass beim linken Vorderrad auf der Aussenseite des Gleichlaufgelenks Öl zu sehen ist, was nicht gut ist.
Es bedeutet nämlich dass sich das Öl der Achse mit dem Fett des Gleichlaufgelenks vermischt hat und somit entweder der Simmerring nicht dicht ist, die Achse kaputt oder das Gleichlaufgelenk ausgewechselt werden muss.

Zudem müssen wir unsere Standheizung von Webasto reinigen und auf Vordermann bringen lassen, damit wir für die kühlen Temperaturen vorbereitet sind.
Wir lassen die Jungs ihre Arbeit machen und während wir im Besucherraum warten, nutze ich die Zeit um Beiträge zu schreiben und Bilder zu sortieren.

Nach dem Mittag werden wir dann dazu eingeladen, in der Arbeiterkantine gratis zu Mittag zu essen, auch im Besucherraum wird der Dame hinter dem Tresen mitgeteilt, dass der Kaffee und der Tee für uns gratis sein soll, wir sind echt überwältigt.

Danach dürfen wir hinunter in die Werkstatt und zusehen wie die Jungs an unserem Auto herumschrauben und werken, Cool running’s kriegt ein rundum Wellnessprogramm.
Besonders interessant wird es vor allem dann, als sie anfangen das linke Vorderrad und die Bremsscheiben zu entfernen, die Radnaben und danach der CV Joint resp. das Gleichlaufgelenk vorsichtig entfernt wird und wir den Grund für das Öl entdecken.

Uns wird erklärt, dass man vermutlich den Simmerring beim letzten Mal nicht gerade reingeschlagen hat, sondern schräg.
Durch das ungleichmässige aufsetzen des Stücks welches beim Einschlagen behilflich ist, hat es im Ring dellen hinterlassen die mit der Zeit nicht mehr dicht waren.
Zum Glück haben wir einen eigenen Simmerring dabei und so können wir ihn gleich auswechseln lassen.

Der Tank ist blitzsauber, eigentlich eine schlechte Nachricht denn jetzt geht die Sucherei erst richtig los, uns wäre es lieber gewesen wenn er zehn Kilogramm Staub drin gehabt hätte.
Wir lassen es gut sein und der Tank wird wieder angebracht, die Dieselpumpe kontrolliert und auch die ist einwandfrei.

Während wir den Jungs beim Arbeiten zuschauen und zu lernen versuchen, werden wir von den Managern Andrej und Alexej mit Geschenken überrascht.
Ein riesiger Regenschirm und zwei T-Shirts werden uns überreicht und dann werden natürlich auch noch Fotos gemacht.
Der Fachmann für das Tönen von Fensterscheiben wird herbeigerufen und dann wird die russische Flagge auf unser Auto geklebt, natürlich mit viel Stolz.

Die Jungs arbeiten noch bis acht Uhr abends und dann ist unser Auto endlich fertig, sogar alle Flüssigkeiten wurden noch zusätzlich aufgefüllt.
Wir bedanken uns beim Team und den Managern für die tolle Arbeit und dass sie sich so gut um uns gekümmert haben, schenken ihnen eine Büchse Ricola zum Abschied und fahren nach der Zahlung aus der Garage raus und zurück nach Vladivostok.

Dort angekommen, übernachten wir das letzte Mal in einem Hostel, bevor unsere Reise am nächsten Tag endlich losgehen kann!

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