19.-21.04.2019. Zurück in Seoul, Probleme mit dem russichen Visum und eine neue Reiseroute planen

Wir kämpfen uns schon um sieben Uhr durch den dichten koreanischen Morgenverkehr, der mit verärgertem Hupen seinen täglichen Lauf nimmt.
Eine falsche Verzweigung hier und da, kein GPS zwischendurch und Autobahnen mit Tollgates machen das Ganze auch nicht gerade besser, zum Glück aber haben wir schon am Anfang einen Highpass gelöst.

Nach zwei Stunden Fahrt schaffen es auch wir endlich und kommen heil bei AVIS an um die Karre zurückzugeben.
Nach einer kurzen Inspektion sind die Jungs zufrieden und lassen uns gehen, wir geben ihnen den Schlüssel ab.
Anschliessend gehen wir zur Metro und nehmen die Linie 2 bis nach Gangnam, wo wir unser Hotel haben.

Da wir erst um drei Uhr nachmittags einchecken dürfen, deponieren wir schon mal die Rucksäcke dort und begeben uns dann ohne Rucksäcke auf Erkundungstour.
Gangnam ist eines der berühmtesten Stadtviertel in Seoul, das vor allem wegen den vielen teuren Geschäften, vielen Restaurants und Partymeilen.

Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen haben, machen wir uns auf die Suche nach einem günstigen Restaurant, dass wir nach zwei Stunden auch finden.
Curry Chicken mit Reis für acht Franken pro Person mit etwas Kimchi und Sauerrübe.

Anschliessend laufen wir durch die verschiedenen Stadtviertel, welche sich zum Teil sehr unterscheiden.
Backsteingebäude und moderne Bauten wechseln sich ab, schmale und bis zu sechsspurige Strassen, Parks und verwinkelte Gassen, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, kann man in der Hauptstadt Südkoreas so einiges entdecken.
Um drei Uhr sind wir dann zurück bei unserer Unterkunft und können einchecken und uns ausruhen.

An diesem Tag machen wir eigentlich nicht mehr besonders viel, denn wir haben ein paar andere Sachen zu planen.

Am Samstagmorgen nach dem Frühstück dann, müssen wir uns zusammensetzen und einen neuen Plan machen, da es schon wieder Probleme mit dem russischen Visum gibt.

Unsere Agentur in der Schweiz ist in den letzten drei Tagen immer wieder zur Botschaft gegangen um wegen unseren Visa nachzufragen, ursprünglich hätten diese nämlich am Freitag bei uns eintreffen sollen, was nicht der Fall war.
Stattdessen hat die Botschaft unsere Anträge immer wieder verschoben und verschoben und schlussendlich unser Jahresvisum komplett abgesagt.

Der genaue Grund dafür ist nicht ganz klar, doch wenn man die politische Lage einmal genau betrachtet, wundert es einen ja auch nicht besonders.
Letzten Endes ist unser Agent am Freitag nochmals auf die Botschaft gegangen und hat für uns ein dreimonatiges beantragen können, das sollte nun nächste Woche zusammen mit unseren Pässen bei uns eintreffen.

Für uns jedoch wächst nun der Druck, da unser Auto am 25.04. im Hafen von Vladivostok eintreffen wird und wir wenn wir Pech haben, dann noch in Südkorea sind, was unter Umständen teuer werden kann.
Ich habe Yuri Melnikov von Links LTD. bereits darüber informiert, er ist unsere Ansprechperson in Russland und hilft uns dabei, das Auto aus dem Hafen zu holen.
Anhand von diesen schlechten Nachrichten müssen wir aber nicht nur länger in Seoul bleiben, sondern auch unsere Reiseroute komplett neu anpassen.

Also setzen Tobi und ich uns nun zusammen und besprechen einen neuen Heimweg.
Das dauert dann auch für den Rest des Tages, denn dies bedeutet Karten studieren, Wegpunkte machen, Grenzübergänge nachlesen und Fährverbindungen prüfen, wobei man bei denen nie sicher sein kann, weil sie manchmal tagtäglich ändern oder man keine rechten Informationen darüber finden kann.

Am Sonntagmorgen dann machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zu einem Schuhmacher weil Tobi’s Schuhe auseinanderfallen, doch der hat natürlich an einem Sonntag geschlossen.
Natürlich werden hier keine Ostern gefeiert da der Grossteil der Bevölkerung Buddhisten sind, es ist auch kein offizieller Feiertag.

Trotzdem tut es gut mal raus an die frische Luft zu kommen, denn am Vortag haben wir mehr oder weniger den ganzen Tag drinnen verbracht und Planungen gemacht, der Tag ist einfach nur an uns vorbeigezogen.
Wir gehen hinunter bis zum Fluss, folgen dabei einer riesigen Strasse an der links und rechts davon Autohändler-Garagen sind und Mercedes’ und BMW’s verkaufen.

Die Stadt ist um einiges grüner als noch vor zwei Wochen, das Wetter nicht mehr so kalt wie am Anfang und die Sonne kommt auch immer wieder einmal zum Vorschein.
Am Fluss unten befindet sich ein cooles Viertel welches aus zahlreichen Restaurants und Cafès besteht, nicht ganz unsere Preisklasse aber schön anzusehen.
Auf dem Rückweg kommen wir an einem Park vorbei wo wir zufällig einen Fasan entdecken, mitten in der Stadt Seoul!
Wie der hierhergekommen ist, ist uns ein Rätsel.

Zurück in der Unterkunft setzen wir uns noch einmal zusammen um die Pläne durchzugehen und ein paar Ergänzungen zu machen.
So vergeht der Rest des Tages und wir schliessen ihn mit einem sehr feinen Korean BBQ ab, dass sehr günstig ist, wir zahlen für zwei Portionen insgesamt 16 Fr.
Die Red Bean Paste wird mir fehlen, die ist echt verdammt gut und erfrischend, zusammen mit dem Salat und Kimchi.

Anschliessend machen wir bald Feierabend und gehen ins Bett.

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