03.04.2019. Wir brauchen einen Plan b

Wir verbringen den Tag mehr oder weniger im Zimmer und ich nutze die Zeit für den Blog, ein paar Mails und für Recherchen, betreffend DHL usw.
Irgendwie habe ich ein ungutes Gefühl und gehe im Kopf schon mal die Pläne durch, was wir notfalls machen könnten wenn es mit den Pässen nicht klappt.
Von unserer Visa-Agentur haben wir den ganzen Tag wieder nichts gehört und ich bin ziemlich genervt.

Gegen den Abend fällt uns dann trotzdem die Decke auf den Kopf und wir sind beide hungrig, weil wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben.
Also machen wir uns fertig und nehmen anschliessend die Metro bis zur Haltestelle Jordan, wo wir aussteigen und zu Fuss weitergehen.

Da gerade ziemlich Rush Hour herrscht, sind die Metros und Strassen noch mehr voller Menschen als sonst und alle müssen aneinander vorbeidrängeln.
Wir gehen die Temple Street entlang, wo die Restaurantbesitzer anfangen, draussen Stühle und Tische aufzustellen und gleichzeitig versuchen, die vorübergehende Menge mit ihren Speisekarten in die Lokale zu locken.
Fische, Krabben, Krebse und Langusten sind in kleinen Plastikboxen mit Wasser aufgereiht, man kann sich die Speise sozusagen gleich auf der Strasse aussuchen und frisch zubereiten lassen.

Wir stehen da nicht so drauf und ausserdem habe ich bei Trip Advisor ein kleines und günstiges nepalesisches Restaurant entdeckt, welches ich heute Abend testen will.
Das Makanamana finden wir anfangs kaum, weil es dank der Zelte des Nachtmarktes komplett verdeckt ist und von aussen sehr unscheinbar wirkt.
Auch drinnen ist es nicht sonderlich gemütlich aber dass ist es bei diesen Läden sowieso nie und stört uns auch absolut nicht.

Wir bestellen einen Teller Momo’s, Tikka Masala für mich und Nepali Dali für Tobi und das Essen ist absolut fantastisch, ich habe selten besser gegessen und das für einen Preis von 279 HKD / ca. 30 Franken.

Nach dem Essen ist es draussen bereits dunkel und da die Luft um einiges klarer ist als in den letzten Tagen, gehen wir hinunter zum Victoria Harbour um noch mal ein paar Bilder von der beeindruckenden Skyline Hong Kong’s aufzunehmen.
Ich habe wirklich noch nie eine grössere Skyline gesehen und der Anblick haut mich jedes Mal wieder um, denn es sieht einfach nur genial und atemberaubend aus.

Die buntbeleuchteten Wolkenkratzer die sich vor dem dunklen Nachthimmel abheben, die blinkenden Lichter, der Victoria Peak den man dahinter sehen kann und das dunkle und stürmische Wasser des Victoria Harbours, es ist wirklich schön.
Wir bleiben eine Weile stehen und betrachten die Kulisse, machen Bilder und beobachten die anderen Leute die mit den Kameras unterwegs sind.

Später machen wir uns dann auf den Rückweg und erhalten dabei endlich den Anruf von unserem Visa Unternehmen.
Wir werden darüber informiert, dass unsere Zweitpässe zurück auf das russische Konsulat in Bern geschickt worden sind, weil eine Angestellte von der russischen Behörde, anstatt Switzerland, Swaziland ins Visum reingeschrieben hat.
Die Änderungen werden dank neubeantragenden Einladungen nochmals drei Wochen andauern.

Das finden wir beide ziemlich beschissen, denn in den Zweitpässen sind auch die Visum für China und die Mongolei drin, mit anderen Worten wir können unsere Chinareise streichen und hoffen, dass wir rechtzeitig die Pässe erhalten, um in Russland einzureisen wenn unser Auto angekommen ist, denn für jeden Tag wo der Container im Warehouse steht, zahlen wir nochmals extra.

Nun brauchen wir also einen Plan b, denn wir wollen keine drei Wochen in Hong Kong herumhängen und auf unsere Unterlagen warten.
Heute aber haben wir keine Lust mehr uns den Kopf darüber zu zerbrechen, Morgen ist schliesslich auch noch ein Tag und immerhin wissen wir jetzt endlich Bescheid.

Mit diesem letzten Gedanken putzen wir uns die Zähne und gehen ins Bett.

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