10.03.2019. Mit dem Motorrad von Hué über den Wolkenpass nach Hoi An

Um sieben stehen wir minim verkatert auf und packen unseren Kram zusammen, denn heute geht es mit den Motorbike weiter nach Hoi An.

Pünktlich um halb neun steht die Dame die die Motorräder gebracht hat unten in der Lobby und wir müssen den Zettel mit unserer Unterkunft in Hoi An ausfüllen.
Danach macht sie uns mit den Motorrädern bekannt und nach einem feinen Früchtesmoothie bei Nooks, fahren wir los.
Unser Gepäck wird vom Unternehmen direkt zu unserem Homestay geliefert und wir können es am Abend in Empfang nehmen.

Hintereinander drängen und hupen wir uns durch den dichten Morgenverkehr und es dauert eine ganze Weile, bis wir Hué hinter uns lassen.
Auf kleinen Strassen fahren wir durch Dörfer, vorbei an Tempeln, Schulen und Märkten, Reisterrassen und Gemüsegärten.

Anschliessend müssen wir ein Stück auf dem Highway fahren ehe die Verzweigung kommt, wo die Strasse uns über den Hai Van (Wolkenpass) führt.
Das Fahren auf dem Highway ist eine nicht ganz ungefährliche Sache weil die LKW Fahrer wie die Vollidioten kommen und auch dort überholen, wo kein Platz ist dafür.
Laut donnern sie im Tunnel an uns vorbei, gefolgt von Bussen und Autos.
Froh, die Verzweigung erreicht zu haben, setzen wir den Blinker und fahren rechts raus und den Pass hoch.

Während der Fahrt schauen wir hinunter aufs Meer und die Städte, bevor der Nebel uns die Sicht nimmt und es kühl und feucht wird.
Oben angekommen fühlt es sich an als wären wir etliche Meter über dem Meer doch weitgefehlt, es sind nur 470m.
Der Nebel ist so dicht, dass man kaum mehr als fünfzehn Meter weit sieht und die Strassen sind nass und rutschig, weshalb wir ziemlich aufpassen müssen in den Kurven.

Auf der anderen Seite wir aus dem Nebel kommen, wieder sehr heiss und die Sonne brennt vom Himmel.
Wir treffen Nadine bei einem Aussichtspunkt an und plaudern kurz, sie ist mit einem Guide unterwegs.
Anschliessend fahren wir weiter und erreichen bald die Stadt Da Nang, welche vor allem von Hotels dominiert wird.

Wir überqueren eine grosse und hohe Brücke bei der wir vom Wind fast umgeblasen werden und höllisch aufpassen müssen.
Winzige und fiese Staubteile fliegen durch die Luft und fitzen uns ins Gesicht, der Nachteil wenn man kein Visier am Helm hat, aber immerhin eine Sonnenbrille.

In Da Nang essen wir etwas zu Mittag und fahren dann weiter bis nach Hoi An, wo wir eine gute Stunde später unser Homestay namens Hoi An Dat Cam Homestay erreichen.

Inzwischen ist es kurz nach vier Uhr am Nachmittag und wir sind ein bisschen müde von der fünfstündigen Fahrt im vietnamesischen Verkehr.
Leider teilt uns die Dame des Hauses mit dass wir aufgrund eines Rohrbruches unser Zimmer für die erste Nacht nicht beziehen können, sie uns aber zum gleichen Preis von 15 USD in einer anderen Unterkunft einquartieren könne.
Wir willigen ein und folgen ihr zu einer Unterkunft wenige Meter von ihrem Homestay  entfernt, wo wir ein Zimmer beziehen können.

Ich rufe Linh an um die Motorräder abholen zu lassen und kurz darauf nehmen wir unsere Rucksäcke in Empfang.
Nachdem wir uns im Zimmer eingerichtet und geduscht haben, beschleicht mich ein komisches Bauchgefühl und ich bin mir nicht ganz sicher, was die Geschichte der Besitzerin des Homestays betrifft.

Während der langen Zeit wo wir schon unterwegs sind, habe ich gelernt die Leute genauer zu beobachten und einzuschätzen, wem man trauen kann und wem nicht.
Gerade in fremden Ländern wo man die einheimische Sprache nicht beherrscht, ist dies überaus wichtig und wertvoll.
Ich checke die Buchung auf booking.com und sehe dort, dass unser gebuchtes Zimmer immer noch als buchbares Zimmer angegeben ist, obwohl wir es eigentlich schon gebucht haben.
Dies macht mich dann doch sehr misstrauisch weshalb wir beschliessen, ein wenig nachzuhaken.

Bevor wir also ins Stadtzentrum laufen, bitten wir die Dame des Hauses uns doch kurz das Zimmer zu zeigen, wobei sie sich weigert und uns erzählt, dass sie keinen Schlüssel hat weil der Monteur diesen mitgenommen hätte, dieser aber früh am Morgen komme um die Reparaturen zu beheben.
Als ich booking.com danach ein weiteres Mal checke, wird das Zimmer als «gebucht» angezeigt.

Wir beschliessen, am nächsten Morgen nochmals nachzuhaken und treffen uns anschliessend mit den beiden Basler Rahel und Stefan bei der alten japanischen Brücke.
Die beiden haben wir auf Don Det in Laos kennengelernt und nun hier in Vietnam wiedergetroffen, was echt mega cool ist.

Da bekommt der Satz: «Man sieht sich immer zweimal im Leben», eine ganz neue Bedeutung, weil wir so viele Leute unterwegs wiedergetroffen haben, dass es fast schon unheimlich ist, uns aber immer wieder sehr freut.
Zu viert gehen wir Abendessen und natürlich dabei nicht nur beim Essen sondern auch beim Trinken.
Happy Hour bedeutet zwei Gin Tonic für den Preis von einem, was wir uns natürlich nicht nehmen lassen.

So verbringen wir einen witzigen Abend zu viert, lachen, plaudern und geben uns gegenseitig ein paar wertvolle Tipps auf den Weg.
Kurz vor zwei Uhr morgens verabschieden wir uns dann und verabreden uns gleichzeitig für den nächsten Tag.

Auf dem Rückweg wirken die Strassen  wie ausgestorben und es brennt kaum mehr Licht, kein Vergleich zu all den bunten Lampions die noch geleuchtet haben, als wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht haben.

Im Zimmer fallen wir dann sogleich ins Bett, es war ein langer Tag.

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