27.02.2019. Unser erster Tag in Hanoi

Beim Frühstück treffen wir die anderen zwei Deutschen wieder und so wird es wieder zehn Uhr bis wir es schaffen, uns für die Stadt fertigzumachen.
Unsere Unterkunft liegt in einer engen und kleinen Gasse, wo zahlreiche Läden sind, aber auch Mechaniker und Restaurants.

Der vertraute Lärm von Motorrädern und deren giftigen Hupen schlägt uns entgegen, als wir rausgehen und loslaufen.
Es gibt eine Regel wie man hier die Strassen überqueren muss und die lautet: Geh langsam über die Strasse, behalte dein Tempo und halte niemals, wirklich ja niemals an.

Alle Fahrer sind es sich hier gewohnt, dass man einfach die Strasse überquert und dabei zuläuft, aber wenn man anhält, kommen sie mit dem nicht klar weil sie nicht wissen, wie sie den Fussgängern ausweichen sollen.

Wir gehen gemütlich am Hoan Keim See entlang und betrachten all die aufgebauten Kameras von den Korrespondenten, die heute über das Ereignis Kim Jong Un und Donald Trump berichten.
Die beiden sind nämlich seit dem Vortag in Hanoi und werden heute Abend zu einem  Abendessen in einem der Hotels erscheinen.

Überall wird man mit Scheinwerfern geblendet, die Moderatoren hübsch angezogen und perfekt frisiert, sind auf der Suche nach dem besten Hintergrund wobei sich der Hoan Kiem See sehr gut anbietet.

Wir inzwischen schlendern durch die Strassen und Gassen, weichen hier und da einem Motorrad aus und trinken einen Kaffee, essen irgendwo zu Mittag und fahren dann mit einem Taxi zum Time City Square, einem neueingerichteten Einkaufszentrum, weil Tobi ein neues Handy braucht.

Der Time City Square ist ein Platz wo komplett neue Wolkenkratzer gebaut wurden, ein brandneues Einkaufszentrum entstanden ist und wo es komplett anders aussieht als in unserem Viertel.
Wieder einmal hat die Moderne zugeschlagen und eine Welt erschaffen, wo nichts mit dem Rest der Stadt zu tun hat.

Leider hat der Huawei Shop dagegen wenig zu bieten, vor allem auch nicht genau das Handy was Tobi gerne möchte, den Huawei ist in Vietnam kaum vertreten.
Also geht’s zurück nach Hoan Kiem, wo wir in einen Samsung Shop gehen und er sich ein neues Samsung A7 für 260 USD kauft.

Zurück im Zimmer hüpfe ich kurz unter die Dusche, anschliessend machen wir uns pünktlich zum Hotel auf, Wo Trump und Kim Jong Un essen werden.
Zwischen all den Kameraleuten und Schaulustigen finden wir kaum Platz und gerade für mich mit meinen knappen 1.62m, ist es schwierig einen Platz zu finden, wo man was sieht.

Immerhin ists dann doch nicht so schlecht und als das ganze losgeht und die Korrespondenten vor ihren Kameras fast durchdrehen, erhalten wir dann doch noch gute Sicht.
Nachdem die beiden sicher im Hotel verschwunden sind, machen wir uns auf den Weg zum Kreisverkehr wo bereits wieder alles für die Wegfahrt vorbereitet wird.
Tobi mit seinem nordkoreanischen Fähnchen ist total aus dem Häuschen, mir hätte es jetzt schon gereicht.

Immerhin haben wir den Platz in der ersten Reihe als die zwei rund zwei Stunden später wieder wegfahren, auf beiden Seiten flankiert von Polizisten, den amerikanischen SUV’s, usw.

Als das ganze Theater endlich vorbei ist, schmerzen uns die Füsse und wir machen uns auf den Weg zur Partymeile in Hanoi, wo wir etwas essen wollen.
Nachdem wir schon mal auf nervige Weise von allen angelabert worden sind, finden wir endlich eine Ecke wo es noch gemütlich ist und setzen uns da hin.
Dabei kommen wir mit zwei dänischen Jungs ins Gespräch die gleich neben uns sitzen und lernen so, Lau und Simon kennen, beide aus Kopenhagen.

Wir tauschen uns über die wichtigsten Dinge in der Schweiz und Dänemark aus, diskutieren über den unterstützten Walfang auf den Färöer Inseln und streiten uns über die Vor und Nachteile des Politischen Systems, sowie dem Sinn eines Königreiches in der heutigen Zeit, wobei wir feststellen, dass Simon gar kein Fan von der Krone ist.

Kurz vor zwölf kommt dann die Polizei und läutet mit der Trillerpfeife die Sperrstunde ein.
Auffällig ist, dass dabei vor allem die Kneipen mit den Wasserpfeifen besonders schnell die Tische abräumen und den Laden dicht machen, wer weiss was da sonst noch geraucht wurde. Auch wir machen uns zu viert auf den Rückweg und unsere Wege trennen sich bei der alten Kathedrale.
Die beiden werden heute bis nach Hué weiterreisen, wir hingegen bleiben noch ein paar Tage in Hanoi.

Zurück im Zimmer ist es schon kurz vor eins und wir fackeln nicht lange und gehen gleich darauf ins Bett.

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