10.02.2019. Tad Yuang Wasserfall und ich verliere mein Handy

Wir stehen extra früh auf, packen den Rucksack und fahren nach einem Glas Tee von unserer Gastgeberin, zum Tad Yuang Wasserfall.
Dort stelle wir unsere Bikes hin und machen uns an den Abstieg, der über mehrere Treppen führt und uns mit einem weiteren, atemberaubenden Wasserfall belohnt.
Obwohl er noch im morgendlichen Schatten liegt, eine Augenweide und ein weiteres Wunder der Natur.

Wir haben extra unsere Badesachen angezogen denn der Tag lässt sich mit nichts Schönerem beginnen, als mit einem Bad bei einem gewaltigen Wasserfall.
Das Wasser ist eiskalt doch wir lassen uns deshalb nicht abschrecken, sondern stürzen uns gleich ins kalte Nass.

Es ist herrlich und der absolute Wahnsinn und wir sind fast die Einzigen, ein Privileg dass in Laos vermutlich nicht mehr lange währen wird.
Nach dem erfrischenden Bad steigen wir wieder die Treppen hoch und lassen uns von der Sonne trocknen.

Anschliessend setzen wir uns in ein Restaurant und frühstücken.
Tobi geht aufs Klo und auch ich schliesse mich an, jedoch habe ich noch mein Handy, die Kamera und ein Handtuch dabei, aber keine Hosentaschen.
Ein einfacher Klassiker passiert: Ich gehe aufs Klo, hänge das Zeug an die Tür und lege das Handy neben mir auf den Papierkasten.

Als ich es verlasse nehme ich natürlich die Kamera und das Handtuch mit, jedoch nicht das Telefon, weil ich mich auf das andere Zeugs konzentriert habe.
Ich bemerke den Fehler erst als wir wieder beim Guesthouse sind, kehre nochmals zurück aber zu spät, mein Handy wurde bereits von jemandem mitgenommen, resp. geklaut.

Leichte Verzweiflung macht sich in mir breit wenn ich daran denke, wie viel Persönliches ich darauf gespeichert habe, froh aber immerhin darum, es mit meinem Fingerabdruck und einem Code geschützt zu haben.
Nachdem ich alle gefragt habe muss ich mir die Wahrheit eingestehen, ich habe mein Handy verloren und das durch meine eigene Schuld.

Da ich gerne ziemlich hart über mich selbst richte, bin ich stinkwütend auf mich und verfluche meine eigene Nachlässigkeit aufs Übelste.
Ich ändere alle meine Passwörter, sperre die Schweizer Simkarte und versuche vergeblich mein Telefon zu tracken, doch die einzige Spur führt in ein Dorf weit abgelegen, wo ich niemals die Chance hätte, es zurückzubekommen.

Die Menschen hier sprechen kaum ein Wort Englisch und niemand würde mich verstehen, geschweige denn freiwillig mein Telefon rausrücken, also muss ich es wohl oder übel bleiben lassen.
Wir packen zusammen und fahren nach Pakse, kommen dort eine Stunde später an und nehmen uns ein Zimmer im selben Hostel wie zuvor.

Danach überlegen wir uns einen Plan, fahren zur Polizei und fragen nach einem Polizeirapport für die Versicherung.
Wir bekommen einen Termin für den nächsten Tag und ich mache mich schlau über ein neues Handy, weil ich einfach eins brauche für die gesamte Organisierung unserer Reise.

Mein Roller bringen wir am Abend zu Wang Wang zurück, um in Pakse herumzukurven, reicht einer für zwei völlig.
Am Abend lasse ich mir den guten Italiener den ich in der Nähe von uns erspäht habe, trotz der miesen Situation nicht nehmen und bestelle gleich ein Glas Rotwein zu Bruschettas und Pizza.
Das Essen ist hervorragend, selten haben wir im Ausland so eine gute Pizza gegessen.

Zurück im Zimmer versuche ich das Tracking erneut, aber ich kann mein Telefon nicht mehr erreichen.
Also lasse ich es bleiben und versuche zu schlafen, obwohl mein Kopf fest der Meinung ist, dass Grübeln und «Was wäre wenn», Theorien die bessere Variante ist.
Ist es aber nicht.

Kommentar verfassen