23.10.2018. Crashkurs Automechanik und Mount Lofti

Der Dienstagmorgen bricht an und wir machen uns kurz vor zehn auf den Weg zur Garage von Alltrac 4WD, um mit Marc und seinem Bruder nochmals zusammenzusitzen und herauszufinden, weshalb unser Lenkrad schlägt.
Marc macht sich sogleich an die Arbeit und winkt uns kurze Zeit später zu sich, um uns das vermutete Problem zu erklären.

Da das eine sehr komplizierte Sache ist, muss ich ein wenig ausholen:
Unser Old Man Emu Fahrwerk hat eine Tragfähigkeit von ca. 400Kg, welche man beim Fahrzeug zusätzlich zuladen kann.
Doch so wie es scheint sind wir mit der Zeit wohl etwas zu schwer geworden und durch das konstante Gewicht welches auf die Plattfedern drückt, hat die Vorderachse an Belastung verloren.

Was dabei passiert: Das Heck des Wagens fängt an hinunterzuhängen wobei sich die Plattfedern immer mehr verbiegen, anstatt dass sie halb rund gebogen sind, sind sie nun fast gerade.
Durch die etwas ungünstige Gewichtsverteilung verlieren dabei die Frontreifen mehr und mehr Kontakt zum Boden, weil das ganze Gewicht hinten auf den Plattfedern sitzt, weshalb die Senkrecht- Radlager sich gelockert haben und somit die Stabilität der Lenkung nicht mehr gewährleisten konnten. (Ausschlagen des Lenkrads.)

Die Senkrecht-Radlager sind dabei in das vorgesehene Gehäuse gepresst worden und konnten sich somit nicht mehr anziehen lassen, was dem Lenkrad die Unstabilität gibt und es ausschlagen lässt.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten:
Entweder wir lassen die Senkrecht-Radlager auswechseln sowie alle Simmerringe und Dichtungen, gehen aber das Risiko ein dass das Lenkrad immer noch schlägt oder irgendwann wieder damit anfängt, oder wir lassen unser Fahrwerk durch ein stärkeres ersetzen welches statt 7 Plattfedern 11 (9+2) Plattfedern enthält und somit mehr Gewicht tragen kann.
Der Vorteil dabei ist, dass das Gewicht durch die Erhöhung des Hecks wieder mehr nach vorn gedrückt wird, das Auto also hinten nicht mehr überlastet ist sondern eine gerechte Verteilung stattfindet, und somit auch die Vorderachsen wieder richtig belastet werden.
Doch da die Senkrecht-Radlager bereits beschädigt sind kann es sein, dass das Problem trotzdem wieder zurückkehrt.

Da wir aber kein Bock darauf haben in der Mongolei oder irgendwo inmitten von Russland hängen zu bleiben und monatelang auf Teile warten zu müssen, haben wir uns entschieden, gleich beides ersetzen zu lassen, was für unser Reisebudget zwar eine Katastrophe ist, sich aber leider nicht vermeiden lässt.
Somit werden Radlager sowie allem was dazu gehört ausgewechselt, dass Fahrwerk durch ein stärkeres ersetzt und somit sollten wir eigentlich bis zum Ende unserer Reise Ruhe haben.
Umgerechnet 1’500 CHF wird uns das kosten, immerhin um sicher 1000 Fr. günstiger als in der Schweiz.

Wir machen zusammen mit einem Mechaniker eine weitere Testfahrt welche ihnen nochmals die sichere Bestätigung gibt, dass es sich dabei auch wirklich um diese Ursachen handelt, vereinbaren anschliessend den Termin für den nächsten Tag aus und machen uns dann etwas geknickt auf den Weg hoch zum Mount Lofti, einem Berg wo man eine tolle Aussicht über die Stadt hat.

Leider ist die Luft etwas trüb weshalb wir nicht so eine tolle Aussicht bekommen wie erhofft, trotzdem ist es wunderschön und vor allem friedlich da oben.
Wir bleiben eine Weile und geniessen die frische Luft und die Weite, ehe wir uns auf den Rückweg nach Highgate machen.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Online Recherchen über die ganze Zusammensetzung von Lenkgehäuse und Getriebe, wie man das alles komplett auseinander nimmt und wieder zusammenbaut, um welche Teile es sich genau handelt und so weiter.
Da wir beide keine Automechaniker sind, ist es für uns ganz schön schwierig das alles zu verstehen, vor allem dann auch noch auf Englisch aber nach ein paar Youtube Filmen und Erklärungen mit Bildern sind wir dann doch ein wenig schlauer geworden.

Am Abend wärme ich die Resten vom Sonntag noch auf und wir gehen früh zu Bett.
Bilder gibt’s auch heute wieder keine.

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