27.+28.06.2018. Mission Zuger Nummernschild

Am frühen Morgen verabschiedet sich John mit Stumpy von uns und macht sich auf den Weg nach Broome, leider reicht die Zeit nicht mal mehr für ein Foto, ich denke das hätte er auch nicht gewollt.

Anschliessend räumen auch wir zusammen und machen uns auf den Weg nach Halls Creek, oder Hells Crack, wie wir es nennen.

Es ist nicht mehr so weit nur noch etwa 200Km, die wir mit guter Laune unter die Räder nehmen. In Halls Creek angekommen besuchen wir zuerst das Roadhouse, was wir noch gerne machen, weil jedes einzelne individuell ist, es ist keines wie das andere.

Hier hat es eine sehr grosse Aboriginal Community, auch findet man viele Bilder und Malereien in den Strassen.
Wie immer sind die australischen Ureinwohner ein bisschen laut und ungehalten und die meisten Touristen verdrehen genervt die Augen, wir wiederum müssen ein bisschen grinsen.

Ein kleiner Aborigine Junge klammert sich an Tobis Bein und schaut ihn aus süssen Kinderaugen an, seine Mutter packt ihn aber gleich wieder am Arm und zieht in zurück, wieder müssen wir lächeln.
Nach dem Roadhouse beschliessen wir, uns ein bisschen umzusehen und abzuchecken wo man was bekommt, so finden wir nebst einem Bäcker sogar einen Metzger und einen Supermarkt.

Um unsere Wasservorräte aufzufüllen müssen wir dann aber zum Visitor Center fahren und dort einen kleinen Betrag zahlen für 30 Liter, 3AUD.
Nachdem wir unseren Kanister wieder aufgefüllt haben, wollen wir im Bottle Shop noch eine Flasche Wein kaufen, leider gibt es da aber nur Light Beer, Prävention wegen den Ureinwohnern.

Nun dann verlassen wir Halls Creek ohne Alkohol, inzwischen habe ich den Ort von Hells Crack auf Hells Crab umgetauft.

Während wir auf dem Weg Richtung Spring Creek fahren, schreiben wir Dadi und Günther schon die zehnte Nachricht dass wir ihn ihrer Richtung unterwegs sind, leider haben wir von den beiden seit Tagen nichts mehr gehört.
Da sie uns aber entgegen fahren können wir sie eigentlich kaum verfehlen, es gibt nur einen Highway in diese Richtung.

Und als uns wieder einmal ein weisser Landcruiser entgegenfährt und wir spasseshalber sagen, da kommt er, sind es die beiden tatsächlich.
Ihr Zuger Nummernschild und das Auto springen uns sofort ins Auge!
Wir winken und drehen sogleich um, fahren zu ihnen und auch sie halten an.
Wir begrüssen uns herzlich und beschliessen dann, gemeinsam zum Spring Creek Camp zu fahren wo wir uns sogleich für eine Wagenburg einrichten.

Dadi macht für uns einen Apero mit Weisswein, Bacardi und Limetten und gemeinsam stossen wir auf unser Wiedersehen an.
Wir haben bei den beiden in Surabaya gewohnt, als sie ihr Auto für Australien putzen mussten und dafür eine Air bnb Wohnung gemietet haben.
Nach 27 Stunden Fahrt mit der Fähre von Kalimantan nach Java, sind wir damals so froh gewesen dass wir bei den beiden wohnen durften.

So hocken wir zu viert um unsere Tische herum, haben unzählige Storys die wir uns erzählen können und reissen Witze und Sprüche.
Ich koche für uns alle einen Topf Spaghetti Bolognese und so verbringen wir einen wunderschönen Abend zusammen.
Wieder gibt es ein gemütliches Lagerfeuer, bei den Temperaturen wird es aber auch immer nötiger.

Am nächsten Morgen beschliessen wir gemeinsam, dass wir noch eine weitere Nacht am Spring Creek verbringen wollen und so machen sich Günther und Tobi sogleich an die Arbeit, um Feuerholz zu sammeln während ich zusammen mit Dadi am Tisch hänge und plaudern.

Ein deutsches Pärchen aus Leipzig gesellt sich noch zu uns, Hubert und seine Freundin deren Name wir leider nicht erfahren haben, sind beide von Beruf Lehrer und machen hier in Australien ein Work & Travel Urlaub.

So sitzen wir schlussendlich zu sechst herum und verbringen zusammen einen sehr unterhaltsamen Nachmittag, mit tollen Geschichten und wichtigen Informationen, vor allem Günther und Dadi können uns ein paar wichtige Sachen über die Canning Stock Route mitteilen.

Dadi hat für alle Palatschinken gekocht und so ist das Mittagessen schon gerettet, am späten Nachmittag aber zaubern wir zusammen noch ein paar Apero Häppchen, aus Dosenlachs, Zwiebeln und Wraps, die wir danach aufgerollt in Stücke schneiden.

So halten wir einen Aperitif zusammen mit Vodka Orange und Weisswein, danach geht’s ans Kochen.
Während die Jungs das Feuer machen, wickeln Dadi und ich Kartoffeln in Alufolie die wir danach in die heisse Glut schmeissen, um sie zu garen.

Dazu teilen wir uns Steaks und Würste plus einen Erbsensalat und trinken Wein.
Nach dem Essen setzen wir uns alle zusammen ans Feuer und auch unsere deutschen Nachbarn gesellen sich zu uns, sie haben extra noch Brotteig für Schlangenbrot mitgebracht.

Als wir so zu sechst am Feuer hängen und uns unterhalten, gesellen sich auch noch zwei junge Mädels aus Estland zu uns und so sitzen wir am Ende zu acht um unsere kleine Feuerschale herum und verbringen einen wunderschönen und heimeligen Abend miteinander.

Als wir dann endlich ins Bett gehen ist es so kalt, dass wir das erste Mal seit langem wieder einmal die Standheizung gebrauchen.
Froh darüber eine eingebaut zu haben, ist es nach einer Viertelstunde auch herrlich warm und wir hören auf zu schlottern.

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