16.-18.05.2018. Wir haben unser Auto wieder :D

Nachdem wir am Mittwochmorgen auf eine Nachricht von Luke gewartet haben, die leider nicht eingetroffen ist, beschliessen wir einfach auf dem Balkon zu hängen, um auf Abruf bereit zu sein.
In der Zwischenzeit bearbeiten wir unsere Listen, notieren Ersatzteile und Ausrüstungsgegenstände, besprechen was wir für das Outback alles brauchen und suchen nach Adressen von Garagen und Läden, wo wir vorbeigehen können.
An unserem Auto gibt es noch einiges zu tun, doch zuerst müssen wir es erst mal zurückbekommen.
Am Mittag öffnen wir uns wiedermal eine Konservendose um an unserem Dosentest weiterzumachen, diesmal gibt’s Junky Beef with Veggies, schmecken tuts wie alles andere auch, nach Dosenravioli.
Nach dem Mittag geht’s weiter mit Zeit rumkriegen, doch auch da hören wir nicht viel von Luke.
Irgendwann gegen den frühen Abend als ich gerade ein Gulasch am Zubereiten bin kommt endlich die Nachricht dass wir am nächsten Tag um 15 Uhr in der Spedition sein sollen, weil der Container geöffnet wird und wir die Fahrzeuge rausfahren müssen.
Wir freuen uns, endlich geht wieder was.
Nach dem Abendessen packen wir unsere Listen weg, trinken ein Glas Wein und gehen früh zu Bett.

Der Donnerstag bricht an und wir verlassen das Haus um elf Uhr mittags um mit dem Bus in die Stadt zu fahren.
Dort angekommen, streifen wir ein bisschen durch die Läden, amüsieren uns über die australischen Souvenirs die von Känguruhoden über präparierte Frösche gehen und machen uns auf die Suche nach Bleistiftminen, weil die uns ausgegangen sind.
Wir schlendern durch die Mall, suchen Ramschläden für Tobi und als es Zeit ist, nehmen wir den Bus nach Berrimah.
Während der Fahrt nach Berrimah welches zwischen Darwin und Palmerston liegt, ist wieder einmal Chaos angesagt.
Eine Gruppe Aborigines streitet sich im hinteren Bereich des Fahrzeugs und das so laut, dass der Buschauffeur nach hinten brüllt, sie sollen die Klappe halten.
So geht das die ganze 20minütige Fahrt lang und es ist schon fast ein Wunder, dass die Aborigines nicht handgreiflich gegeneinander geworden sind.
Als wir in Berrimah aussteigen, sitzt Heinze schon vor der Tankstelle auf einer Mauer und wartet auf uns, wir haben uns um zehn Minuten verspätet.
Danach treibe ich uns wieder irgendjemanden auf der uns runter zur East arm Wharf fährt wo Bolloré seinen Sitz hat.
Dort angekommen, wartet Luke schon mit dem grossen Bolzenschneider auf uns und nachdem er das Seal entfernt hat, öffnet er den Container.
Unsere Autos stehen unversehrt darin und auf den ersten Blick sind keine Ameisen zu sehen, was uns alle aufatmen lässt.
Zuerst helfen wir Heinze seine Spanngurten zu lösen, dann machen wir bei unserem Auto dasselbe.
Ich freue mich wie ein kleines Kind dass wir unseren Göppi wiedersehen, es sit ein tolles Gefühl dass er jetzt in Australien ist.
Nachdem wir die Spanngurten gelöst und die Batterie wieder angeschlossen haben, fährt Heinze zuerst mit seinem Auto raus und wir folgen ihm.
Luke schaut sich in der Zwischenzeit den Container an und scheint zufrieden zu sein, er sagt zumindest nichts dazu.
Mit der Taschenlampe wirft er einen Blick auf unseren Unterboden sowie in den Motor meint aber, das sähe eigentlich ziemlich gut aus.
Danach verabschieden wir uns von ihm und machen uns auf den Rückweg nach Darwin, wo wir zur Feier des Tages noch eine Runde Bier trinken, um anzustossen.
Zurück in Cullen Bay wärme ich noch die Resten des Gulaschs vom Vortag auf und nach dem Essen gehen wir früh zu Bett.

Um halb sechs Uhr morgens klingelt der Wecker und voll verpennt, essen wir unser Müsli mit Jogurt zum Frühstück, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Berrimah machen.
Pünktlich um acht treffen wir bei der Tankstelle ein, wo Heinze schon wieder auf uns wartet.
Wieder finde ich einen netten Herrn der uns runter zu Bolloré bringt, wo Luke leicht verschlafen an seinem Schreibtisch sitzt.
Nach einem kurzen Hallo, gehen wir wieder raus und ich stelle mich sofort in die Sonne, die Luft ist ziemlich kühl.
Unser Container steht immer noch da, unsere Autos sind in der Halle und wir warten auf das Inspektionsteam, welches heute unsere Fahrzeuge überprüft.
Pünktlich um neun treffen die beiden ein, eine Frau und ein Mann, er etwa in unserem Alter, sie etwas älter.
Nachdem wir uns kurz einander vorgestellt haben, legen die beiden los.
Wir müssen unseren gesamten Haushalt komplett ausräumen, damit sie wirklich alles inspizieren können.
Die Frau öffnet all unsere Plastikboxen, nimmt die Sachen raus und räumt sie danach wieder ein. Auch unsere Dachbox und alles andere wird genauestens unter die Lupe genommen.
Der junge Herr macht sich mit der Taschenlampe indes auf die Suche nach Sachen die in unserem Motor, unter den Sitzen, am Unterboden, in den Holzkisten oder sonst wo haften können und findet tatsächlich einen Grashalm.
Ob er noch von unserer Fahrt vor Australien stammt oder vom ständigen Wind der durch die Halle fegt hineingetragen worden ist können wir nicht mit Bestimmtheit sagen aber so offensichtlich wie der dort hängt, hätten wir ihn bestimmt gesehen.
Er hat sich zwischen dem Holmen hinter dem rechten Radkasten und dem Unterboden versteckt und sich bei einem Kabelkanal verfangen.
Bei Versuch den Grashalm zu entfernen, entfällt er dem Inspekteur und wird mit einer kräftigen Windböe davongetragen.
Mit dem Kommentar dass bei so viel Chemie die wir da reingeschüttet haben der Grashalm sowieso keine Chance hat sich irgendwie fortzupflanzen, lassen wir den Grashalm, Grashalm sein und beenden die Inspektion.
Mit einem «Welcome to Australia» und dass unser Auto wie neu aussieht, freuen wir uns wie verrückt und sind froh dass trotz der Containerpleite alles gut gegangen ist und wir nicht zur Nachreinigung müssen.
Auch bei Heinze hat alles super geklappt und so sind wir alle total happy.
Wir fangen an unser Material wieder einzuräumen und Luke hilft uns dabei, wobei er ebenfalls grinst und sich sichtlich für uns freut.
Es ist schon nach zwei Uhr am Nachmittag als ich mich hinter das Steuer setze und rückwärts aus der Halle fahre, unser Container wurde in der Zwischenzeit schon abgeholt.
Nachdem wir bei der Tankstelle gleich vollgetankt haben, fahren wir sogleich raus zu Bunnings um mal die Sachen einzukaufen, die wir gerade im Kopf haben, die Listenhaben wir natürlich nicht dabei.
Da Heinze noch ein paar Dinge zu erledigen hat, haben wir beschlossen, an einem anderen Abend richtig zu feiern.
Trotzdem gehen Tobi und ich heute ausnahmsweise einmal auswärts essen, wir sind nämlich sehr hungrig wie wir den ganzen Tag fast nichts gegessen haben.
In der Stadt stellen wir unseren Göppi auf einen Parkplatz und gehen in ein Restaurant, wo wir uns ein richtig australisches Steak bestellen können.
Zufrieden mit einmal 350g und einmal 400g Fleisch auf dem Teller, setzen wir uns an einen Tisch und essen zu Abend.
Wir sind froh dass nun der ganze Trubel mit der Verschiffung und den ganzen Zollgeschichten wieder für eine Weile vorbei ist und wir uns nun endlich auf unsere Abfahrt konzentrieren können.
So machen wir uns nach dem Abendessen auf den Rückweg zu unserem Auto wo wir auf der Windschutzscheibe einen Aufkleber mit dem Wappen von Basel Stadt und auf der Rückseite einen Gruss von zwei Baslern finden. Wir haben uns sehr gefreut und den Kleber sogleich eingepackt.
Zurück in Cullen Bay freuen sich Jen und Ken für uns und nachdem wir ein Gals Wein auf dem Balkon getrunken haben, gehen wir bald darauf ins Bett.

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