13.-15.05.2018. Zeitvertreib und afrikanische Riesenschnecken

Die Sonne geht über Cullen Bay auf und nach einem friedlichen Frühstück auf dem Balkon schnappen wir uns die Fahrräder und machen uns auf den Weg nach Nightcliff, wo wir uns ein bisschen in den Läden umsehen wollen.
Für Fussgänger und Fahrradfahrer ist Australien perfekt, es gibt immer saubere und gepflegte Wege, Fussgängerstreifen und Lichtsignale.

Wir fahren auf dem Radweg am Meer entlang und geniessen die schöne Aussicht auf das blaue Wasser und die vielen Segelboote, die in der malerischen Bucht von Fanny Bay vor sich hinschaukeln.
Dank der Trockenzeit ist es nicht so heiss und ein angenehmer Wind geht, jedoch brennt die Sonne trotzdem auf die Haut, deshalb ist die 50+ Sonnencrème unser stetiger Begleiter.

Nachdem wir an die knapp 10Km gefahren sind, kommen wir in der Industrie von Nightcliff an und machen im Schatten eines Busches erst einmal Pause.
Danach betreten wir den Laden und folgen den langen Regalen die komplett voll sind, mit Autozubehör.
Nicht gerade das, was Frau sich unter Shopping vorstellt, jedoch in unserem Fall nötig.

So besprechen wir das ganze Zeug, schauen uns alles an, machen Fotos und verlassen den Laden dann wieder, um in das angrenzende Sportgeschäft zu gehen, was schon eher in meinem Sinn ist, da ich dringend neue Schuhe brauche.
Nachdem ich mich nach mehr als eine Stunde endlich für ein Paar entschieden habe, ist es schon fast fünf Uhr und die Läden schliessen.

Draussen hat die Sonne einen komischen Farbton angenommen, was vermutlich am roten Sand liegt, dessen feinster Staub dank des Windes durch die Luft getragen wird.

Wir machen uns auf den Rückweg nach Cullen Bay und ziehen uns dort nur schnell um, um sogleich wieder loszulaufen und an den Nightmarket zu gehen, um dort zu Abend zu essen.

Nach einer Portion chinesischem Food den wir inmitten von australischen Leuten essen, fühlen wir uns gleich viel besser.
Die Stimmung ist so friedlich und entspannend, wir können es richtig geniessen und während wir durch die Stände schlendern, lauschen wir der Musik im Hintergrund, begutachten die zur Schau gestellten Ware und sind einfach zufrieden.
Zurück in Cullen Bay gehen wir dann bald darauf ins Bett.

Am Montagmorgen sind wir zeitig wach und nach dem Frühstück setzen wir uns mit einem Block an den Tisch und schreiben alles auf, was wir vor unserer Abfahrt aus Darwin noch alles erledigen und kaufen müssen.

Auf der Suche nach einer guten Autogarage sind wir uns noch nicht so ganz einig, auch was die Zubehör und -Ersatzteile betrifft, müssen wir noch ein bisschen Nachforschungen anstellen.

Danach gehen wir wieder nach Nightcliff (diesmal mit dem Bus), um die Sachen die wir im Internet gesehen haben, in einem grossen Campingstore anzuschauen.
Es ist schon verrückt was es heutzutage alles gibt, was man als Campingzubehör bezeichnen du brauchen kann, von Dingen die die Welt nicht braucht bis zu wow! Da wäre ich ja nie darauf gekommen! Ist wirklich alles dabei.

Uns interessiert besonders das OZ-Tent, dass man direkt beim Fahrzeug aufstellen kann, was angeblich nicht länger als 30s dauert (wenn man es schon mind. zehnmal gemacht hat), und welches aus Wasser und -winddichtem Material hergestellt wurde, dafür aber auch entsprechend viel kostet.

Ein paar Fotos und Notizen später, verlassen wir das Geschäft wieder und klappern die umstehenden Läden ebenfalls noch ab, bevor wir uns auf den Rückweg nach Cullen Bay machen, wobei wir aber ein paar Stationen früher aussteigen, um den Rest zu Fuss am Meer entlang zu gehen.

Zurück in Cullen Bay mache ich mich sogleich ans Abendessen, es gibt einen Salat mit frischen Karotten und Gurken, Feta und gehäckten Oliven, dazu ein paar Würstchen auf dem Grill.
Nichts weltbewegendes, aber trotzdem fein.

Auf dem Balkon lassen wir den Abend wie meistens mit einem Glas Wein ausklingen, danach gehen wir ins Bett.

Von der Spedition haben wir noch nichts gehört, vermutlich wurde der Container von der Zollbehörde an den Flughafen gebracht, um die «Ware» darin zu röntgen.
Dass die Zollbehörde dabei niemandem Beschied geben muss, ist für uns ein bisschen nlöd, aber so sind halt die Regeln.

Immerhin am Abend eine kurze Rückmeldung von Luke Howison der uns mitteilt, dass die Zollbehörde unsere Carnets eingestempelt haben, eine gute Nachricht.

Der Dienstag verläuft ähnlich wie der Montag, wir machen uns nach dem Frühstück sogleich mit dem Bus auf den Weg, diesmal zur Industrie am Stuart Highway.
Unser Ziel ist das ARB Geschäft, welches für Heavy Duty 4WD Zubehör bekannt ist.
Nachdem wir irgendwo in der Pampa ausgestiegen sind, gehen wir den Rest zu Fuss und dank Google Maps finden wir den Laden sogleich.

Die Ausstattung darin ist aber mehr als enttäuschend denn die angefragte
Motor und -Unterbodenschutzplatte die wir suchen, haben sie nicht mehr an Lager, das Bestellen würde wieder mindestens zwei Wochen dauern.

Den Radschutz den wir für unser zweites Ersatzrad brauchen, gibt’s in unserer Grösse auch nicht mehr und die Frage über andere Materialien werden auch mit einem «haben wir nicht mehr an Lager und müssen wir bestellen», beantwortet.
Dafür kann man die neusten ARB Flip Flops kaufen, ein Muss für jeden Konsumenten!

Mit einem freundlichen „Danke“ verlassen wir den Laden wieder und gehen zu Fuss zurück zum Highway, nehmen nach einem kurzen Snack für Tobi den Bus nach Palmerston und steigen dort aus, um das Einkaufszentrum Gateway zu besuchen.
Inzwischen habe ich eine Nachricht von Luke erhalten der mir mitteilt dass der Container erneut beschlagnahmt wurde, um ihn auf afrikanische Riesenschnecken zu kontrollieren.

Ich breche in Gelächter aus und Tobi sieht mich fragend an.
Ich halte ihm mein Handy unter die Nase und auch er muss lachen, wir fragen uns wirklich für einen kurzen Moment, ob Luke uns wohl in die Pfanne hauen will.
Jedoch ist das sein absoluter Ernst, solche Kontrollen werden laut Luke anscheinend öfters durchgeführt bei Containern die von Dili kommen.
Kein Wunder, wenn die ständig überall auf Wiesen abgestellt werden.

Während ich im Einkaufszentrum einen Dürüm mit Salat und Karotten futtere, trifft die zweite Nachricht von Luke ein in der er uns mitteilt, dass unser Container nicht von afrikanischen Riesenschnecken befallen ist. Hach, da haben wir doch nochmals Glück gehabt!

In der Nachricht teilt er uns auch noch mit, dass der Container sobald wie möglich zu Bollore überführt wird, damit die Inspektion beginnen kann.
Immerhin geht es langsam vorwärts.

In einem Autoladen neben dem Einkaufszentrum finden wir immerhin einen Radschutz der auf unser Ersatzrad passen sollte.
Danach nehmen wir den nächsten Bus bis Palmerston Interchange, wo wir am Busbahnhof den Bus zurück nach Darwin nehmen.

Nachdem wir im Coles Esswaren eingekauft haben, fahren wir zurück nach Cullen Bay, wo Ken uns spontan zu einem BBQ einlädt, weil sein Cousin und seine Frau zu Besuch kommen.
Wir nehmen gerne an und nach einer kurzen Dusche setzen wir uns sogleich zu den anderen in die Runde, während Jen in der Küche herumwerkelt.
Auf die Frage ob ich ihr etwas helfen kann, verneint sie nur mit einem energischen Kopfschütteln und drückt mir ein Glas Wein in die Hand.

Also setze ich mich zu Rick und Janet, unterhalte mich mit ihnen über unsere Reise und was wir hier in Australien noch vorhaben.
Tobi gesellt sich auch zu uns und als wir eine Weile geplaudert haben, werden wir von Jen zu Tisch gebeten.

Nebst Fleisch, gibt es normale und -Süsskartoffeln, sowie Salat und Brot mit Butter.
Es ist ein wunderschöner und lustiger Abend, Rick und Janet sind total witzig und auch Jen und Ken wirken entspannt, was nicht oft der Fall ist, weil sie ständig und rund um die Uhr arbeiten.

Als Rick und Janet sich verabschiedet haben, bleiben Jen, Tobi und ich noch lange sitzen und unterhalten uns über Gott und die Welt.
Vor allem die Situation mit den Aborigines in Australien diskutieren wir ausgiebig, weil sie schlicht und einfach miserabel ist.
Doch zu diesem Thema schreibe ich ein anderes Mal.

Es ist bereits nach zehn, als wir zu Bett gehen, für einen Film sind wir zu müde.

Übrigens wer sich für afrikanische Riesenschnecken interessiert (wir tun’s nicht), in England sollen sie als Haustiere sehr beliebt sein. 😀

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