09.-11.05.2018. Bollore Logistics, Fahrrad fahren und Street Art

Meine lieben Leserinnen und Leser
Als erstes möchte ich mich bei Euch allen für eure lieben Feedbacks bedanken, ich habe mich sehr darüber gefreut.

Wir nutzen die Zeit hier in Darwin um auf unserem Balkon zu chillen, den Blick auf die Bucht und das Meer zu geniessen, die Gedanken schweifen zu lassen und auf die Frachtschiffe zu lauern, die alle bei uns vorbeifahren müssen.

Vermissen tun wir unseren Cool running’s schmerzlich, wir hoffen dass er  bald wieder bei uns ist und wir uns mit ihm auf neue Abenteuer begeben können.
Auch nutze ich die Zeit, um in Jen und Kens Küche mal wieder richtig zu kochen, die Freude gleichzeitig mehrere Herdplatten benutzen zu können, ist gross.

So mache ich mich also gegen Mittagszeit auf in die Küche um für Jen, Ken, Tobi und mich eine riesige Pfanne Spaghetti Bolognese zu kochen, welche dann auch wirklich sechs Stunden lang gekocht wurde. Mit richtigem Hackfleisch statt Würstchen, Wein und Karotten, Zwiebeln und Knoblauch.

Jen und Ken freuen sich sehr, Ken öffnet zur Feier des Tages (also eigentlich jeden Tag), eine Flasche Wein und Jen macht einen frischen Salat dazu.
Es ist schön, mal ein bisschen Zeit mit unseren Hosts zu verbringen die immer so mit Arbeiten beschäftigt sind, dass wir wenig Zeit zum Plaudern haben.
So aber erfahren wir mal etwas über sie und ihr Leben, dass Jen zum Beispiel überhaupt nicht gerne reist, Ken aber gerne mal von hier nach London fahren würde.

Wir lachen viel und nachdem wir die Küche geputzt und alles eingeräumt haben, (endlich wieder eine Abwaschmaschine!!), ziehen wir uns ins Zimmer zurück, chillen noch ein bisschen auf dem Balkon und gehen bald darauf ins Bett.

Am nächsten Morgen machen wir zuerst alle Dokumente bereit, weil wir heute zu Bollore Logistics in Darwin fahren werden, um den ganzen Vorgang und die Kosten fürs Ausschiffen und den Zoll, sowie die Inspektion zu besprechen.
Um elf Uhr treffen wir uns mit Heinze am Busbahnhof, der auch schon seit ein paar Tagen in Darwin ist und wir freuen uns, ihn zu sehen.

Zusammen setzen wir uns in den Bus mit der Nummer acht und fahren in Richtung Palmerston, wo wir irgendwo unterwegs aussteigen müssen.
Da wir alle keine Ahnung haben, frage ich den Buschauffeur.
Wir steigen an der von ihm angegebenen Haltestelle aus und finden uns irgendwo in der Pampa wieder, zwischen Industrie und Outback.

Es ist heiss und das Büro von Bollore ist so abgelegen, dass wir nach einem kurzen Stopp im Supermarkt (ja auch hier draussen gibt es einen), beschliessen, jemanden zu fragen, der uns mitnimmt.
In der Schweiz absolut unüblich, hier in Down Under kein Ding, ein freundlicher Australier fährt uns direkt vor die Tür von Bollore Logistics.

Wir bedanken uns herzlich bei ihm und steigen aus, überprüfen nochmals die Adresse und treten dann durch die Tür ins klimatisierte Büro.
Luke Howison mit dem ich zuvor schon fleissig Mailkontakt hatte, begrüsst uns und setzt sich mit uns direkt ins Sitzungszimmer um alles zu besprechen und die Carnets entgegenzunehmen, die er für das Ausschiffen unseres Containers braucht.
Danach werden die Einzelheiten besprochen und wir müssen ein paarmal leer schlucken als wir die Kosten nochmals zu hören bekommen, falls die Autos nicht sauber sind, sie Ameisen finden oder anderes.

Ändern können wir es nicht mehr, jedoch haben wir schon ein bisschen Schiss, weil der Container nicht dicht gewesen ist, Ameisen drin waren und anderes Getier, was neben Samen, am Schlimmsten wäre.
Als wir Luke auf das Risiko ansprechen meint er nur, bisher hätten sie nie unsaubere Container gehabt.
Ich unterdrücke den Kommentar, dass wir das Teil sechst Stunden lang gereinigt haben und wir verabschieden uns von ihm, um uns auf den Weg zu Swire Shipping zu machen, um die Tax Invoice (Container/Hafensteuer) unseres Containers zu bezahlen.

 Ich bestelle uns ein Taxi und wir treffen zehn Minuten später bei Swire Shipping ein um Jaqui die Hand zu schütteln, mit der ich am Morgen schon telefoniert habe.
Jaqui ist eine zügige und pfiffige Geschäftsfrau die mit uns sofort alles bespricht und abklärt sowie die Zahlung so regelt, dass wir am Ende einfach alles bei Bollore bezahlen können, statt einzelne Rechnungen zu begleichen.
Da wir wieder irgendwo in der Pampa draussen sind bietet sie uns zudem an, uns mit in die Stadt zu nehmen, worüber wir sehr froh sind.

So nehme ich also bei ihr vorne Platz und wir quatschen wie das halt bei uns Weibern so ist, während Tobi und Heinze auf der Rückbank irgend ein Gespräch über Pick Up’s führen.
In der Stadt angekommen, bedanken und verabschieden wir uns von ihr und futtern unsere Sandwiches die wir selbst gemacht und mitgenommen haben, im Schatten eines Baumes.

Heinze verabschiedet sich bald darauf, er will noch ein bisschen die Stadt erkunden nd am Abend auf den Nightmarket gehen.
Wir fotografieren indessen die Street Art Graffitis an den Wänden und kaufen noch ein paar Kleinigkeiten zum Kochen ein, ehe wir uns auf den Rückweg nach Cullen Bay machen.

Auf unserem Balkon angekommen, besprechen wir die Details vom Ausschiffen nochmals, gehen unsere Dokumente durch und essen später zu Abend.
Am Abend schauen wir noch einen Film und hauen uns danach aufs Ohr, es war ein langer und ereignisreicher Tag.

Der nächste Tag beginnt und die Sonne strahlt schon heiss vom Himmel, sie brennt einen richtig auf der Haut.
Wir chillen auf dem Balkon, zeichnen und lesen, informieren uns über Überlebensstrategien im Outback und lesen uns über wichtige Sachen ein.

Der Tag geht vorbei wie im Flug doch ehe er ganz vorüber ist, beschliessen wir, von Jen und Ken die Fahrräder auszuleihen und damit eine kleine Tour durch die Stadt zu machen.
Den Linksverkehr sind wir uns ja schon seit bald einem Jahr gewöhnt, also radeln wir friedlich über die fast leeren Strassen und machen zuerst in einem Campingshop halt, wo wir noch ein paar Sachen anschauen wollen.

Nachdem wir mit allem durch sind (und da war ziemlich viel), fahren wir weiter zur Darwin Waterfront, die sich auf der anderen Seite der Stadt befindet.
Bei der Hills Wharf halten wir an und lassen den Blick über das Meer schweifen, der Frachthafen ist nicht mehr weit, hoffentlich kommt unser Göppi heuten Abend auch wirklich an.

Wir folgen der Waterfront und fahren dabei durch wunderschöne Parks, sehen topmoderne Häuser und trampeln dann zurück zur Innenstadt, wobei wir auch dort zuerst durch den Park fahren und danach die Abkürzung durch das Villenviertel nehmen.
Zurück in Cullen Bay sind wir komplett verschwitzt, die australische Hitze hat es in sich!

Zum Abendessen gibt es Kängurusteaks (muss man mal probiert haben), dazu Pasta und Salat.
Nach der Dusche sehen wir uns zwei Dokus auf Netflix an, wo es um Korallenbleiche und die Verschmutzung der Meere geht und es stimmt uns wieder einmal nachdenklich.

Wir sind uns die Auswirkungen von Plastik überhaupt nicht bewusst, denken nicht richtig über die globale Erwärmung nach und haben gegen die riesigen Konzerne auch überhaupt keine Chance.

Es ist frustrierend und auch wenn Tobi und ich uns anstrengen, so wenig Plastik wie möglich zu benutzen, keine Fische aus dem Meer zu essen usw. ist dieser Beitrag viel zu klein.

Ich bitte euch deshalb, auch wieder ein bisschen mehr darauf zu achten um unsere Meeresbewohner und dabei auch uns selbst zu schützen.

We can’t live on this Planet with dead Oceans.
If our oceans die, we die. (by Paul Watson)

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