12.03.2018. Die selbsternannten Parkwächter

 

Die Sonne geht auf, es ist schon sechs Uhr und so heiss in unserem Dachzelt, dass wir es freiwillig verlassen.
Nach dem Kaffee räumen wir unser Zeug zusammen und fahren zu Bettinas schönem Bambushäuschen, wo wir noch Wasser für unseren einen Tank füllen dürfen.

Mambo kommt uns ziemlich verkatert entgegen und begrüsst uns, Sumi eine Surflehrerin und ihr Freund begrüssen uns ebenfalls und wir unterhalten uns kurz.
Da wir ihr noch ein Bier schuldig sind, geben wir gleich zwei Flaschen raus , jedoch kommt Mambo zwei Sekunden später mit einer davon in der Hand zu uns und grinst über das ganze Gesicht.

Die andere Flasche hat sich Bettina gegriffen, ihr Konterbier gegen den Kater vom Vorabend.
Wir setzen uns auf ihre kleine Veranda und quatschen über diverses Zeug, vor allem aber über das Leben hier auf Lombok und all die jungen Männer, die hier leben.

Man merkt, dass die Welt hier sehr klein ist, die jungen Erwachsenen, wie Kinder.
Sie sind Ende zwanzig, aber im Kopf sechzehn, können von Herzen lachen, jedoch weder mit Geld umgehen, noch Verantwortung für ihre Taten übernehmen.
Ich persönlich könnte hier nicht leben, würde mich selbst wie ein Sozialpädagoge fühlen und hätte nicht die Geduld, die Bettina jeden Tag aufbringt.

Man muss denselben Lifestyle führen, dabei aber sich selbst gegenüber konsequent bleiben sonst wird es schwierig, ist ihre Meinung.
Später holt sie uns allen eine Ladung Jampur welches die gefüllten Sojataschen vom Vorabend beinhaltet, frittierte Bananen und Tempe, eine Art frittierte Reis/Sojacracker.

Es ist köstlich und nachdem wir gegessen haben, machen wir uns zu viert auf den Weg nach Praja, wo wir Lebensmittel einkaufen gehen.
Mambo strahlt wie ein Kind, als er sich bei uns ins Auto setzen darf, er macht es sich zusammen mit Bettina auf unseren Kisten gemütlich und kichert glücklich vor sich hin.

Auf dem Markt finde ich frisches Gemüse, dazu im Laden noch Pasta und anderes Zeugs.
Nachdem wir die beiden wieder zu Hause abgesetzt haben, fahren wir nach Kota, wo wir übernachten wollen.
Bettina gibt uns noch ein paar Tipps auf den Weg aber der Strand der sie erwähnt hat, ist leider schon abgesperrt worden, da sie überall neue Hotels hinbauen, der Tourismus scheint hier voll zu kommen.
Irgendwo finden wir dann doch noch einen ruhigen Strandabschnitt, wo wir uns einrichten können.

Als wir dabei sind zu Abend zu kochen und ich gerade anfangen will, das Gemüse für mein Gemüsecurry zu rüsten, fährt ein kleiner dicker Junge, ca. 14 Jahre alt, mit seinem Roller zu uns heran.
Mit der Aussage das dieser Strandabschnitt ihm gehört, will er von uns einhunderttausend indonesische Rupien, was dem Wert von ungefähr sieben Franken entspricht.

Mit der Aussage ich sei die Königin von England, sage ich ihm, er solle mir gefälligst ein Ticket aushändigen, sonst gibt’s keine Kohle.
Er lügt weiter, betitelt sich als selbsternannter Parkwächter und versucht uns mit ein paar Papierfetzen zu täuschen, was ihm nicht gelingt.
No ticket, no money wiederholen wir geduldig, am Schluss zieht er ab und lässt sich den ganzen Abend nicht mehr blicken.

Uns solls recht sein, egal wo dass man in Lombok parkt, kommt irgendeiner und will Kohle, erzählt einem irgendwelche Märchen, gibt sich als Parkwächter aus  und versucht so, einem das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Aber nicht mit uns, wir lassen es uns nämlich nicht mehr gefallen, wer kein Parkticket vorweist, kriegt von uns keinen Cent.

Nachdem ich Karotten, Auberginen, Knoblauch, Zwiebeln und Kartoffeln gerüstet habe, koche ich uns ein herrliches Gemüsecurry, dass wir bei einem traumhaften Sonnenuntergang geniessen.

Als es dunkel wird, putzen wir uns die Zähne und gehen bald darauf ins Bett um noch ein bisschen zu lesen, bevor wir das Licht löschen.

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