09.03.2018. Tauchgang am USAT Liberty Wreck

Um sechs Uhr morgens klingelt mein Handywecker und wir stehen auf, kochen Kaffee und Porridge und machen es uns damit auf einem Treppenabsatz gemütlich.
Nach dem essen machen wir unser Zeug bereit und pünktlich um halb acht, tauchen unsere Guides auf, um mit uns zuerst einen kurzen Auffrischungskurs zu machen, bevor es danach ab ins Meer geht.

Da Tobi im Gegensatz zu mir kein Tauchbrevet hat, schliesst er sich gleich seinem Instructor an um ein paar Skills durchzugehen, während mein Buddy und ich ein paar Sachen repetieren, um die ich gebeten habe, schliesslich bin auch ich seit Australien im 2012, nicht mehr auf Tauchkurs gegangen.

Nachdem wir alles angeschaut und nochmals geübt haben, laden wir unsere Sauerstoffflaschen und Equipment in eines der Autos und fahren damit zum unweit entfernten Strand.

Dort angekommen gehen wir sogleich ins Wasser, Tobi mit dem Instructor, ich mit meinem Guide.
Wir ziehen unser Zeug an, lassen die Luft aus unseren Tarierwesten und lassen uns langsam auf den Grund hinuntersinken, der anfangs überhaupt nicht tief ist, aber je länger je steiler abfallend wird.

Ein paar Minuten später, kommt das Schiffswrack der US Liberty in Sichtt, welche im zweiten Weltkrieg vor der Küste Bali’s auf Grund gelaufen ist.
Es ist über und über mit Korallen bewachsen, wo sich hunderte von bunten Fischen tummeln, von winzig klein zu sehr sehr gross.

Ich geniesse es so, endlich wieder einmal zu tauchen, die Ruhe unter Wasser, die bunten Farben, die vielen beschäftigten Meerestiere deren Welt unglaublich klein und trotzdem voller Aufregung ist, all das lässt mich alles drum herum vergessen.
Der Mensch ist eigentlich nicht für ein Leben unter Wasser gedacht, jedoch wenn er die Gelegenheit dazu bekommt, muss er sie schlicht und einfach ergreifen und geniessen.

Wir tauchen tiefer, umgehen das Wrack, schwimmen zwischen einzelnen Streben und Metallträger hindurch, durch eingerissene Löcher, sehen die Schiffsschraube und das Lenkrad, dahinter eine Gruppe riesige Napoleonfische.
Sie sind so riesig und eindrucksvoll, bewegen sich langsam und gemütlich durchs Wasser und verschwinden wieder aus unserem Blickfeld.

Da es in den letzten Tagen oft in den Bergen geregnet hat, ist die Sicht durch den ganzen Schlamm der durch die Flüsse ins Meer gelangt ist zwar nicht sehr gut, aber trotzdem können wir einiges sehen.

Einzig allein meine Taucherbrille lässt ein bisschen zu wünschen übrig. Egal wie sehr ich sie anziehe, zurechtrücke, meine Haare unter dem Gummi herauspule und sie mir ans Gesicht drücke, ständig kommt Wasser rein und ich bin anfangs mehr damit beschäftigt sie unter Wasser auszupusten, als das Tauchen geniessen zu können.

Der Tauchgang geht leider bald zu ende, wir tauchen nach den obligatorischen drei Minuten Pause auf fünf Meter Tiefe um den Sauerstoffgehalt in unserem Blut zu regulieren, wieder langsam auf und waten ans Ufer zurück.
Tobi steht schon am Ufer, total happy und begeistert, auch sein Tauchgang ist zu seiner vollsten Zufriedenheit verlaufen.

Zusammen mit den anderen, räumen wir unser Zeug ins Auto und fahren zurück zum Resort, wo wir alles mit Süsswasser waschen und anschliessend versorgen.
Danach bedanken und verabschieden wir uns von unseren Guides und fahren wieder Richtung Süden, wo wir unterwegs noch etwas kleines essen und dann in einem winzig kleinen Küstenort anhalten, welcher sich am Amed Beach befindet.
Dort richten wir uns auf einem Parkplatz ein, hängen uns unsere Schnorchelausrüstung an die Schulter und gehen am Strand entlang, um eine optimale Einstiegstelle zu finden, was dank den vielen Holzbooten gar nicht mal so einfach ist.

Weiter oben am Strand finden wir ein paar Liegenstühle für die man zwar bezahlen muss, jedoch absolut günstig sind, mieten zwei davon und schmeissen unser Zeug darauf.

Mit Tauchshirt und Shorts stürzen wir uns ins Wasser und machen uns wieder auf den Weg, zur wunderschönen Unterwasserwelt.
Da es nicht gerade wenige Quallen mit fiesen Tentakeln hat, müssen wir ziemlich aufpassen, aber natürlich erwischt mich trotzdem wieder eine.

Nach ungefähr einer Stunde schnorcheln kehren wir an den Strand zurück und machen es uns auf unseren Liegestühlen gemütlich, trinken ein Bier und betrachten das Wasser.

Ich lasse mich noch von einer 30-minütigen Fussmassage verwöhnen, die mich 2Fr. kostet und später essen wir noch unsere Drachenfrucht.
Als die Sonne langsam untergeht, kehren wir zum Auto zurück und schmeissen unser Zeug hinein, ehe wir die Strasse entlang schlendern, vorbei an Warungs, Restaurants, Hotels und Guesthouses, bis wir ein kleines günstiges Restaurant finden, von wo aus der Sonnenuntergang ein paar wunderschöne und farbige Augenblicke beschert.

Das Essen ist sehr fein und nach einem gemütlichen Abendspaziergang kehren wir zu unserem Auto zurück, putzen uns die Zähne und gehen bald darauf ins Bett.

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