10.02.2018. Wir verlassen Kuching, fahren in den Norden und kommen in den Genuss, chinesischer Gastfreundschaft

Um sieben Uhr wecke ich Tobi auf und hüpfe anschliessend unter die Dusche, während er noch seine üblichen zehn Minuten braucht, die sich auch gerne zwischendurch auf zwanzig Minuten ausdehnen.
Wir packen die wenigen restlichen Sachen zusammen und checken aus dem Hotel aus.

Draussen ist schon wieder einiges los, weil gerade der Premier Minister vor dem Hilton Hotel vorfährt und die Polizei wieder versammelt ist.
Wir verstauen unseren Kram und ich setze mich hinter das Steuer und wir fahren los.

Als erstes müssen wir tanken gehen. Da man in Malaysia wie auch auf Borneo zuerst zur Kasse gehen und den Sprit im Voraus bezahlen muss, machen wir das auch heute wieder so.

Als wir aber dem jungen Kerl hinter der Kasse sagen, dass wir für mindestens 600 Ringgit (150Fr.) tanken wollen, schaut er uns nur an, als wären wir nicht mehr ganz dicht.
Daraufhin meint er, wir sollen doch zuerst tanken und danach nochmals kommen.
Wir gehen also zu unserem Auto und füllen den Original und den Zusatztank komplett auf, gehen zurück zur Kasse und bezahlen den Betrag von 610 Ringgit.
Danach verabschieden wir uns höflich von ihm, während er uns noch ein «Welcome to Kuching!», hinterher ruft.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg Richtung Norden.
Die Sonne scheint und wir sind froh, dass es nicht regnet.
Auf dem Weg nach Sarikei, unserem heutigen Tagesziel, ist die Strasse mehr als nur mühsam.
Tatsächlich besteht die mehr als dreihundert Kilometer lange Strecke praktisch nur aus Baustellen und wir kommen nur langsam voran.

Am Mittag machen wir bei einem kleinen chinesischen Strassenrestaurant Halt und essen eine kleine Schüssel Chicken Noodles, irgendein leckeres aber undefinierbares Gemüse und für jeden ein Spiegelei.
Die ältere Chinesin die den Laden führt, ist knallhart und gleichzeitig total liebenswürdig, sie kümmert sich wie eine Mutter um uns.
Wir kaufen bei ihr noch ein Süssgebäck und fahren danach weiter Richtung Sarikei.
Die Fahrt zieht sich schlussendlich bis zu sieben Stunden und wir sind etwas müde, als wir bei einem Park ankommen, der bei iOverladender als Übernachtungsplatz eingetragen ist.

Dank Günther dem Schweizer, der vor einiger Zeit mit seinem Landcruiser hier gewesen ist, finden wir diesen optimalen Platz.
Wir sind kaum angekommen, als wir uns sogleich mit dem Police Officer von Sarikei bekannt machen und der uns auch die Erlaubnis gibt, dass wir hier schlafen können.

Ich setze mich mit dem Campingstuhl nach draussen und schreibe den Blog vom Vortag, während Tobi die Karte auf dem Tablet studiert.

Als wir zusammenräumen und essen gehen wollen, kommt eine Chinesin mittleren Alters zu uns und ist total begeistert, dass wir von so weit herkommen.
Sie hat vor einem Jahr die Schweiz besucht und ist so begeistert, dass sie irgendjemanden in der Nähe darum bittet, ein Foto mit uns zusammen zu machen, wobei sie ganz stolz in der Mitte steht.
Danach verabschiedet sie sich und wir machen uns auf den Weg zum Fluss, der derselbe ist, wie in Kuching.

Sarikei ist ein sehr chinesisches Städtchen mit vielen Kirchen und wenig Moscheen, was zur Abwechslung auch mal schön ist.
Ansonsten wirkt die Stadt aber ein bisschen, wie ausgestorben. Es sind sehr wenig Leute unterwegs.

Am Fluss angekommen, setzen wir uns in ein kleines Restaurant und bestellen was zu essen, wobei wir feststellen, dass die Leute hier kaum Englisch sprechen und wie es scheint, nicht oft Touristen vorbeikommen.
Wir werden von allen ein bisschen angestarrt, aber wir sind uns das inzwischen gewöhnt und lächeln die Leute einfach an, wo dann die meisten auch zurücklächeln.
Nach dem Essen machen wir uns auf den Rückweg zum Auto, holen die Campingstühle raus und machen es uns gemütlich.

Doch es dauert nicht lange bis eine chinesische Familie sich zu uns gesellt und mit uns ins Gespräch kommt.
Als Günther mit seiner Frau damals hier übernachtet hat, haben sie mit den Leuten hier Bekanntschaft geschlossen und da wir genau das gleiche Fahrzeug haben, sind wir natürlich aufgefallen.

So werden wir spontan eingeladen, zusammen mit der Familie und dem Restaurantbesitzer an einen Tisch zu sitzen. Michael und Roger und alle anderen sind so cool und witzig, wir lachen viel und reissen Witze.Ihre Namen sind so gar nicht chinesisch, was daran liegt, dass sie biblische Namen tragen, weil sie Christen sind.

Irgendwann werden zwei riesige Platten Chicken Wings und eine Platte mit Nudeln aufgetischt und wir dürfen alle zulangen.
Die Sauce ist himmlisch, eine Mischung aus Lemongrass und thailändischen Gewürzen.

So bleiben wir noch lange sitzen, trinken Bier und unterhalten uns.
Irgendwann nach 12 Uhr, verabschieden wir uns und gehen ins Bett.

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