05.02.2018. Krokodile, Affen und eine Fahrt auf dem Fluss

Die Tage kommen und gehen und wir erfahren am Montagmorgen, dass das Frachtschiff mit unserem Auto sich aufgrund von schlechtem Wetter, um ein paar Tage verspätet.
Das ist sehr deprimierend, so verlieren wir ein paar Tage, die wir hier gerne unterwegs verbracht hätten.

Wir lassen den Kopf deshalb aber nicht hängen, sondern versuchen wie immer, das Beste daraus zu machen.
So auch heute, denn wir werden um vier Uhr nachmittags von einem Fahrer abgeholt, der mit uns und ein paar anderen Leuten zusammen, einen Wildlife Cruise macht.

Wir fahren aus Kuching raus und ca. dreissig Minuten später, kommen wir bei einem kleinen, verlotterten Hafen an, wo wir in ein winziges Boot steigen und auf den grossen «Fluss» hinausfahren.

Der Fluss ist eigentlich mehr ein Fjord, besteht aus Salzwasser und wird vom offenen Meer gespeist, welches nicht weit von uns weg ist.
Wir sind kaum losgefahren als wir auf einem kleinen Steg ein riesiges Krokodil entdecken, welches auf den Holzplanken liegt und faulenzt.
Langsam fährt unser Fahrer etwas näher heran und wir können es bestaunen und fotografieren.
Irgendwann ist das Krokodil aber der Meinung es sei jetzt genug und es verschwindet ins Wasser.

Wir setzen unsere Fahrt auf dem Fjord fort und als das offene südchinesische Meer seitlich von uns auftaucht, werden die Wellen immer höher und die Fahrt immer stürmischer.
Das Boot schlägt auf und ab, der Fahrer muss Vollgas geben, damit wir heil durch diesen Teil kommen, ehe die Fahrt zwischen den Mangrovenwälder wieder ruhiger wird.

Wir fahren vorbei an Dörfern die auf dem Wasser leben, die Häuser sind auf Holzstelzen gebaut. Kinder winken uns, die Erwachsenen erwidern unser Lächeln eher skeptisch, doch ich habe Verständnis dafür. Ich würde schliesslich auch nicht wollen, dass ständig irgendwelche Boote mit Touristen vor meinem Haus vorbeifahren und mich anstarren und fotografieren.

Wir setzen unseren Weg fort und es fängt leider an zu regnen. Dank Regenschirm sind wir wenigstens etwas geschützt, das kleine Dach über unseren Köpfen tut sein Übriges, dass wir nicht nass werden.
Als der schlimmste Teil vorbei ist und sich das Wetter wieder ein bisschen beruhigt hat, haben wir das grosse Glück, eine Affenfamilie der Gattung Nasenaffen beobachten zu können.

Die Nasenaffen werden so genannt, weil sie riesige Nasen haben und damit ziemlich witzig aussehen. Sie leben hier in den Mangrovenwäldern und können sich nur über die Bäume fortbewegen, weil sie immer von Wasser umgeben sind.
Manchmal, geschieht es jedoch, dass einer runterfällt und im Wasser landen, dann geht es um Leben und Tod, weil sie erstens keine guten Schwimmer sind und zweitens, die Krokodile im Schutz der Mangroven lauern.

Wir beobachten die witzigen Gesellen eine Weile und fahren dann weiter.
Unsere Guides jedoch sind der Meinung dass wir uns bald auf den Rückweg zum Hafen machen, da das Wetter immer schlechter wird.
Dunkle Wolken haben sich am Himmel aufgetürmt und deshalb halten auch wir das Ganze für eine kluge Idee.

Kaum sind wir zurück am Hafen, fängt es auch schon kräftig an zu schütten und wir sind froh, dass wir einigermassen trocken geblieben sind.
Die Rückfahrt verläuft ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle und kurz vor acht Uhr abends kommen wir wieder bei unserem Hotel an.

Wir schmeissen unseren Rucksack kurz ins Zimmer und gehen anschliessend runter zum Fluss, wo wir bei einer Street Food Ecke, etwas zu Abend essen.
Danach gehen wir bald ins Bett.

Ps. Achtet auf das Bild vom Mount Santubong, dazu gibt es in einem der folgenden Beiträge noch eine Geschichte. 😊

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