02.02.2018. Das tragische Schicksal der Orang-Utan in Borneo

Heute Morgen um ca. 5 Uhr donnert und blitzt es so heftig, dass ich das Gefühl habe, der Himmel bricht über unseren Köpfen zusammen.
Der Regen prasselt in einer Sturzflut nieder, dass die Strassen komplett überflutet sind und es hört einfach nicht auf.

Als kurz vor sieben mein Handywecker klingelt, regnet es noch immer und wir stehen auf, packen unseren kleinen Rucksack mit Feldstecher und Kamera, sowie Wasser, Snacks und unseren Schirmen und setzen uns kurz vor 8 Uhr, vor dem Hotel auf die Treppe, um auf unseren Fahrer zu warten.

Jerrico, der uns mit dem Auto abholt und mit uns zum Orang-Utan Wildlife Center fährt, erzählt uns auf dem Weg eine Menge über diese wunderbaren Tiere und wir hören gespannt zu. Orang-Utan bedeutet auf malaiisch, Menschen des Dschungels und tatsächlich sind diese Geschöpfe uns Menschen wirklich am ähnlichsten.

Die Borneo Orang-Utan wie man sie hier nennt, kommen nur noch in den malaischen Bundesstaaten Sabah und Sarawak vor und in vier Provinzen in Indonesien.

Sie werden leider häufig gejagt, gefangen und / oder als Haustiere gehalten oder verkauft, fallen aber auch den riesigen Rodungen der Urwälder zum Opfer.
Sie verlieren ihren Lebensraum, viele Tiere sterben oder werden schwer verletzt, in privaten Haushalten geschlagen und missbraucht, gejagt und getötet.
Vor allem die Palmölplantagen dulden diese Tiere nicht, kaum wird ein Orang-Utan gesichtet, wird er kaltblütig und rücksichtslos erschossen.

Die Orang-Utan die gefunden und / oder gerettet werden, werden zuerst in ein Rehabilitationszentrum gebracht wo sie gesund gepflegt werden und lernen, wieder selbstständig zu leben. Danach werden sie vom Rehabilitationszentrum nach Sarawak ins Wildlife Center gebracht, wo sie nach der langen Rehabilitationszeit die letzte Phase erreichen, nämlich wieder in freier Wildbahn leben zu können.
Das Reservat umfasst insgesamt an die 600ha und die Tiere sind hier frei und können kommen und gehen, wie sie wollen.

Heute fahren wir also dahin und trotz der heftigen Regenfälle, haben wir Glück und es lassen sich zwei Tiere blicken, was in dieser Jahreszeit nur sehr selten vorkommt.

Die Orang-Utan mögen den Regen nicht und lassen sich deshalb nur ungern zur Fütterungszeit blicken, das aber auch, weil in dieser Zeit die meisten Früchte im Dschungel reifen, welche sie pflücken und fressen.

So stehen wir also völlig begeistert da und beobachten die beiden Affen, wie sie an den für sie improvisierten Seile herunterklettern und je einen ganzen Bund Bananen verdrücken, während sie es sich gemütlich machen.
Dabei lassen sie sich überhaupt nicht von uns stören, sie sind es gewohnt, dass sie um Menschen herum sind.

Obwohl sie komplett wild sind, kehren sie immer wieder zum Reservat zurück und lassen sich von den Rangern füttern, es ist ja so viel schöner, nicht selbst die Früchte pflücken zu müssen. Als sie genug von uns und den Bananen haben, ziehen sie sich wieder zurück und entschwinden unserem Blickfeld.

Insgesamt leben noch an die 29 Tiere in diesem Teil des Dschungels, jedoch sind seit einer Weile an die sechs Affen davon verschwunden, das letzte Mal hat man sie in der Nähe der Palmölplantagen gesichtet, man weiss nicht ob sie noch leben.

Der Gedanke daran, wie sehr diese Affen wegen uns egoistischen Menschen leiden müssen, stimmt mich sehr traurig und wütend.
Es macht mich ganz krank, wenn ich daran denke, wie sie ihre Lebensräume verlieren, gejagt und getötet werden.

Es ist wieder ein Grund, auf Palmölprodukte sowie Tropenholz zu verzichten, die Industrie nicht zu unterstützen, sowie Geld für Tierschutzorganisationen zu spenden.

Nachdem die Affen verschwunden sind, verlassen auch wir das Wildlife Center wieder und machen uns auf den Rückweg nach Kuching, wo uns Jerrico bei unserem Hotel ablädt.

Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich, denn der Monsun fällt heute so heftig aus, dass es sowieso keinen grossen Sinn mehr ergibt, aus dem Haus zu gehen, ausser um Wasser zu kaufen, oder zu Abend zu essen.

Die Orang-Utan sind vom Aussterben bedroht, also helft doch mit indem auch ihr auf Tropenholz und Palmölprodukte verzichtet.

Danke!

2 Kommentare zu „02.02.2018. Das tragische Schicksal der Orang-Utan in Borneo

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