23.01.2018. Von Gummibäumen, Palmölplantagen und Tropenholz

Wir stehen kurz nach sieben auf und verabreden uns mit Ella und Anhang zum Frühstück. Kurz nach halb neun steigen wir alle zu ihr ins Auto und fahren zu einem nahegelegenen Restaurant, um dort Roti Chennai zu essen.

Zu fünft setzen wir uns an den Tisch und bestellen zuerst was zu trinken, unterhalten uns über den weiteren Verlauf der Reise, die anstehende Verschiffung unseres Fahrzeuges und wir zeigen ihnen noch ein paar Fotos von der Schweiz.
Das Lustige ist, immer alle wollen den Schnee sehen, weil es den hier einfach nicht gibt und zu gern hätte ich jedem einzelnen dabei zugeschaut, wenn er zum ersten Mal diese kalte Masse berührt.

Nach dem Frühstück bestehen wir darauf, alles zu bezahlen, schliesslich haben sie so viel für uns gemacht.
Zurück beim Millbrook Farmhouse, heisst es dann auch, Abschied nehmen, denn unsere Reise geht weiter.

Wir machen uns auf den Weg nach Kuala Tahan, einem Nationalpark ziemlich in der Mitte Malaysias und lassen somit die Ostküste hinter uns.

Auf dem Weg ins Landesinnere, fahren wir wieder einmal an endlosen Palmölplantagen vorbei, wegen denen so viel Urwald weichen musste.
Die kleinen Palmfrüchte sind es wohl wert, dass wegen ihnen haufenweise Tiere sterben müssen und nicht nur Borneo ist wegen den Rodungen bekannt, sondern auch hier sind die Bestände der Tierarten und Urwälder drastisch zurückgegangen.
Es ist erschreckend, es zu hören und zu lesen, aber es mit eigenen Augen zu sehen, macht es noch viel schlimmer.

Auch schwer beladene LKWs kommen uns entgegen, ihre Ladung: Tropenholz. Riesige Baumstämme, so gross wie ich sie noch nie gesehen habe. Wofür?
Ikea, Micasa usw. Jeder Baum der hier gerodet wird, wird entweder als Möbelstück, Früchteschale und andere Dekorationsartikel, etc. im Ausland verkauft, oder hier verarbeitet.

Diese Bilder regen zum Andenken an und wieder einmal bin ich froh, dass wir den Handel mit Tropenholz nicht unterstützen, weil es einfach nur völlig daneben ist.
Affen, Elefanten, Tiger, Nashörner usw. verlieren aufgrund von Tropenholz und Palmöl ihren Lebensraum, sie sterben aus und enden als ehemalige Spezies in den Geschichtsbüchern.

Auch der Handel mit Kautschuk kommt hier nicht zu kurz. Kilometerlange Aufforstungen von Gummibäumen bekommen wir zu Gesicht und wieder sehen wir der Tatsache ins Auge, dass auch hier Urwald dafür weichen musste.
Wenn der Gummibaum gross genug ist, wird er am unteren Teil des Stammes eingeschnitten und man hängt ein Auffangbecken an den Stamm, um das auslaufende Kautschuk aufzufangen, welches danach aufgekocht und verarbeitet wird.
Der Baum blutet sozusagen aus.

Ich bin erschüttert, ärgere mich über Leute die solche Artikel kaufen und über diejenigen, die das alles finanzieren. Geld regiert die Welt, doch zu welchem Preis?
So fahren wir stundenlang durch diese Umgebung, bis wir beim Nationalpark ankommen, wo wir übernachten wollen.

Dank iOverlander, finden wir einen überdachten Parkplatz der uns vor den monsunartigen Niederschlägen schützt, gehen unten am grossen Fluss etwas essen und kehren bald darauf zum Parkplatz zurück.

Wir sind müde von der langen Fahrerei und nach Zähneputzen und ein bisschen lesen, gehen wir bald darauf ins Bett.

 

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