21.01.2018. Und wieder einmal kommen wir in den Genuss, malaysischer Gastfreundschaft

Als ich am Morgen die Augen öffne, höre ich als erstes das hysterische Gezanke der Affen, die auf der anderen Strassenseite auf den Telefonleitungen herumturnen.
Man sollte meinen, freilebende Affen würden den ruhigen und sicheren Regenwald bevorzugen doch weit gefehlt. Stattdessen räumen sie lieber Container aus, veranstalten dabei ein riesiges Chaos, rauben ahnungslose Touristen aus und hängen auf Autos und Gebäuden herum.

Heute morgen zähle ich an die fast zwanzig Stück die auf den Telefonleitungen balancieren, alle in Reih und Glied. Sie foppen sich gegenseitig, ziehen einander am Schwanz, springen über den Kopf des jeweiligen nächsten und turnen auf den riesigen Pfosten herum.
Auch die Kleinen sind schon mit von der Partie, zwar noch nicht so schnell wie die Erwachsenen, aber doch schon sehr flink.

Als sie bemerken, dass wir sie vom Bett aus beobachten, halten sie inne und starren uns an. Wir bewegen uns nicht und starren zurück, warten ab, was als nächstes geschieht.

Die einen überlegen sich, herunterzuklettern und zu uns zu kommen, doch der Anführer findet uns nicht interessant genug, um sich mit uns abzugeben und marschiert weiter.

Die anderen folgen ihm und so verschwinden sie bald aus unserem Blickfeld.
Unser Übernachtungsplatz befindet sich auf einer kleinen Nebenstrasse und somit etwas weiter weg, vom nächsten Ort. Da es zum Glück die ganze Nacht ruhig gewesen ist, fühlen wir uns einigermassen ausgeschlafen und fit.

Wir kochen Porridge zum Frühstück, das mir inzwischen aus den Ohren raushängt, aber eine einfache und günstige Variante ist und zudem noch gesund, zumal wir die Milch weglassen und es mit Wasser kochen.

Wir brechen ca. eine Stunde später auf und fahren wieder durch sehr dichten Regenwald, wobei wir an verschiedenen Schildern vorbeifahren wo wegen Elefanten und Tapiren gewarnt wird.

Es wäre zu schön gewesen um wahr zu sein, dass sie direkt vor unserem Auto über die Strasse laufen würden, trotzdem halten wir den ganzen Weg über Ausschau, nach diesen wundervollen Tieren, ohne ein zu Gesicht zu bekommen.
Das Wetter verschlechtert sich wieder und es fängt kräftig an zu schütten. Die Strassen sind innert kürzester Zeit total überflutet und die Regenwand so dicht, dass man kaum noch etwas sehen kann.

Auch die höchste Stufe des Scheibenwischers, ist diesen Wassermassen nicht gewachsen.
Irgendwann am frühen Nachmittag machen wir bei einem malaysischen Restaurant halt und essen dort eine Portion Reis mit Pouletfleisch, welches günstig und fein ist.
Das Ganze inkl. einem Getränk kostet uns insgesamt drei Franken und wir hatten eine ziemliche Ladung auf dem Teller gehabt.
Wir fahren weiter, kommen endlich an der Ostküste an und folgen ihr in Richtung Süden.

In Kuala Terengganu wollen wir uns die Cristall Mosque anschauen, welche besonders schön sein muss, aber als wir ankommen, finden wir sie alles andere als überragend.

Ob es am beschissenen Wetter oder daran liegt, dass wir schon hunderte von Moscheen gesehen haben, kann ich nicht wirklich sagen, doch nach dem obligatorischen Reisefoto, steigen wir wieder ein und fahren weiter Richtung Süden.

Unterwegs habe ich einen Übernachtungsplatz auf iOverlander gefunden, kurz vor dem Ort Dungun. Die Millbrook Farm ist ein kleiner Ort, direkt am Meer.
Wir sind umgeben von kleinen Cottages, Palmen und Grünflächen, werden herzlich von Ella und ihrer süssen Tochter empfangen und dürfen hier nun gratis übernachten und die Sanitäranlagen nutzen.

Wir sind unglaublich dankbar weil es manchmal echt schwer ist, einen guten Platz zu finden, geschweige denn einen Ort, wo man auch noch duschen und das Wifi nutzen kann, einem Kaffee gebracht wird und man so liebevoll empfangen wird, wie hier.
Wir sind total happy, verschenken Schokolade und geniessen die wundervolle Umgebung.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, springen wir ins stürmische Meer und lassen uns von den hohen Wellen überrollen, lachen wie kleine Kinder und amüsieren uns.

Leider ist der wunderschöne Sandstrand voll mit Schweröl-Resten, welche bei der Flut angespült worden sind und somit der Natur schaden.
Schade, dass immer wieder solche Sachen passieren, welche unser sonst schon sensibles Ökosystem noch zusätzlich belasten.

Am Abend werden wir dann von Ella zum Essen eingeladen, es gibt Pouletstücke mit einer leicht scharfen Sauce, dazu Reis und Gemüse und ist der absolute Hammer!

Wir bleiben noch lange sitzen und geniessen den schönen Abend, plaudern und zeigen uns Fotos, bis wir kurz vor zwölf ins Bett gehen.
Die Gastfreundlichkeit von diesen lieben Menschen, es ist so schön!

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