07.-13.11.2017. Eine weitere Woche in Agonda

Damit ich euch nicht mit den täglichen Details der letzten Tage langweile, liefere ich euch hiermit eine Zusammenfassung der letzten sieben Tage.
Nachdem wir zwei weitere Tage im Beach Cottage verbracht haben, sind wir mit unserem Auto zum erwähnten Parkplatzumgezogen und haben uns dort eingerichtet.

Neben uns hat es sich ein britisches Pärchen mit ihrem Fahrzeug eingerichtet, ebenfalls einen Toyota Landcruiser, einfach ein älteres Modell.
Alex und seine Freundin, deren Name wir schon wieder vergessen haben, sind von England mit ihrem Auto nach Indien gefahren, haben dabei die Strecke durch China und Pakistan genommen. Wir freunden uns ziemlich schnell mit den beiden an und stellen fest, dass wir total gleichgesinnt sind.

Während wir uns hier auf dem Parkplatz einrichten, werden wir von Baslern angesprochen, die auf unser Zürcher Nummernschild aufmerksam geworden sind. Pat (Patricia), Marc und Arben machen hier in Goa zwei Wochen Urlaub und geniessen nun noch ihre letzten Tage hier, bevor es zurück in die kalte Schweiz geht.

Spontan gehen wir zu fünft Mittagessen und schliessen dabei wunderbare Bekanntschaften.
So verbringen wir einen wunderbaren ersten Tag auf der anderen Seite des Strandes.

Den Tag lassen wir dabei mit einem günstigen und guten Essen ausklingen.
Der nächste Morgen fängt mit einer Runde Schwimmen und einem selbstgemachten Porridge mit frischen Äpfeln und Zimt an. Danach erkundigen wir Agonda ein bisschen und geniessen den restlichen Tag mit Lesen. Am Abend kommt ein Reiter mit seinem Pferd am Strand vorbei, den ich schon öfters gesehen habe und weiss, dass er Ritte am Strand anbietet.

Also spreche ich kurz mit ihm und schwinge mich kurz darauf auf den Rücken des indischen Marwari Pferdes und geniesse einen schnellen und traumhaften Galopp am Strand.

Das Gefühl zu fliegen, bekommt bei mir in diesem Moment eine komplett andere Bedeutung. Die donnernden Hufe auf dem nassen Sand, der Wind der in den pfeift die Bewegung des Pferdes, das Rauschen des Meeres, es ist einfach immer wieder unglaublich. Die Sonne färbt die ganze Kulisse in ein pinkes rot und der Moment ist einfach perfekt.

Später machen wir uns dann mit Alex und seiner Freundin auf den Weg doch unterwegs fühlt sie sich nicht so gut, deshalb drehen die beiden auf halber Strecke wieder um.

Wir hingegen machen uns auf den Weg zum Jojolapa Resort wo wir Pat, Marc und Arben antreffen. Nach ein paar Flaschen Kingfisher machen wir uns auf den Weg ins Greenland, einem nepalischen Restaurant, dass die beste Pizza in Town macht.
Wir verbringen einen witzigen Abend zusammen und lachen viel.

Am nächsten Morgen brechen Alex und seine Freundin auf und fahren an den Palolem Strand, wo sich mit ein paar Freunden treffen, also nehmen wir Abschied von den beiden.

Unser Nachbar Gagan , lebt mit seiner Frau Gita und seiner Tochter Roshika schon seit vier Jahren hier in Agonda, in einem umgebauten Fahrzeug und die Kleine besucht hier die Schule.

Er ist Inder und in Kanada aufgewachsen, jedoch nach Goa zurückgekehrt und hat hier geheiratet. Er hilft uns bei unserem Solarproblem, dass wir immer noch nicht gelöst haben und hat als ehemaliger Ingenieur viel Fachwissen.
Sein Kumpel Toni der auch immer bei ihnen auf Besuch ist, lädt uns dann kurzerhand am kommenden Sonntag zum Abendessen ein und wir freuen uns sehr darauf.

So vergehen unsere Tage in Agonda relativ schnell.
Wir gehen mehr oder weniger jeden Morgen schwimmen, Tobi sogar joggen, kochen Porridge, lesen viel, treffen uns mit den Baslern und erkundigen die Umgebung.
Die Delfine sind dabei unser tägliches Highlight und auch unsere Hunde machen uns viel Freude. Sie liegen jeden Tag unter unserem Auto und beschützen uns vor allem, was in die Nähe kommt. Sogar die Schweine und Vögel die manchmal um unser Auto herumschleichen, werden von ihnen angekläfft.

Die Delfine habe ich manchmal über eine halbe Stunde lang mit dem Feldstecher beobachtet, wenn sie ihre übermütigen Rückwärtssaltos in den Wellen geschlagen haben, leider waren sie aber zu weit entfernt, um Fotos zu machen.
Am Samstag verbringen wir mit Pat, Marc und Arben noch einen letzten Abend in Goa.

Wir sitzen an einem kleinen gemütlichen Tischchen am Strand, essen Momos und Pommes, trinken Cocktails und unterhalten uns noch lange, ehe sie zum Flughafen fahren und Goa verlassen.

Am Sonntag dann machen Tobi und ich uns auf den Weg ins Dorf wo wir für Roshika eine kleine Halskette auf den Geburtstag kaufen, den  sie wird am Dienstag schon neun Jahre alt.

Auch ein paar Flaschen Bier kaufen wir noch ein.
Gegen den Abend sind die Wellen ziemlich gross und Tobi und ich stürzen uns wie kleine Kinder darauf, lassen uns von den Wassermassen wie bei einer Waschmaschine durchs Wasser wirbeln und kichern dabei wie die Irren.
Am Abend laufen wir dann mit dem Shampoo in der Hand zu einer der Duschen bei den Resorts um uns zu waschen. Meistens zieht das sehr viel schräge Blicke auf sich, wir ignorieren sie einfach.

Am Abend gehen wir dann rüber zu Gagan und seiner Frau, sowie Roshika und Toni und einem Bekannten namens Ashok, der mit seinen beiden Söhnen auf Besuch ist.
Wir machen in Gagans kleinem Garten ein Feuer und betrachten einen der schönsten Sonnenuntergänge überhaupt. Das ganze Meer und die Felsen sind in ein rosafarbenes Licht getaucht, obwohl die Sonne bereits schon untergegangen ist.

Toni und Gita kochen für alle zu Abend und es gibt Reis mit Ciabatti, Dahl mit Linsen, Salat und gekochten Blumenkohl mit Kartoffeln, welche mit Curry und Masala gewürzt sind und kräftig Knoblauch und Ingwer gewürzt sind. Das Essen ist der absolute Hammer und Toni bedient uns wie Könige während Gagan uns immer wieder dazu ermuntert, nicht scheu zu sein und uns wie zu Hause zu fühlen. Selten haben wir in Indien so gut gegessen wie bei ihnen und wir bleiben noch lange sitzen und plaudern, ehe ich ins Bett gehe, bweil ich todmüde bin.

Tobi folgt einige Stunden später, er ist dank Gagans Rum Cola Drinks, ziemlich abgestürzt.

Am nächsten Morgen sitzt er dann auch kreidebleich im Schatten unserer Sonnensore und kann sich kaum bewegen. Ich hingegen gehe schwimmen und erreiche mein Ziel, das ich in dieser Woche erreichen wollte. Einmal rausschwimmen zum grossen Stein und wieder zurück, was fast ein Kilometer weit ist. Völlig kaputt komme ich nach einer halben Stunde wieder aus dem Wasser heraus und setze mich kurz neben Tobi in den Stuhl.

Später nach Massage und Pediküre, gehen wir schnell Mittagessen, ehe ich mich an das Blogschreiben mache.

Während Gagan Tobi mit dem Einbau eines Elektroschalters hilft, sitze ich an unserem kleinen Tisch und geniesse den Blick aufs Meer.
Die Wellen schlagen ans Ufer und eine leichte Brise geht.

Ich werde Goa und unsere lieben Nachbarn vermissen, sie sind uns innert kürzester Zeit ans Herz gewachsen.

So verbringen wir unseren letzten Tag hier, den morgen werden wir abreisen und uns auf den Weg nach Chennai machen.

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