14.11.2017. Wir verlassen Agonda und fahren Richtung Bangalore

Pünktlich um sechs Uhr dreissig klingelt mein Handywecker und wir bleiben noch bis kurz vor sieben liegen, ehe wir aufstehen und uns anziehen. Da Roshika heute ihren neunten Geburtstag hat und um sieben Uhr vierzig zur Schule muss, wollen wir ihr noch unser Geschenk geben und uns von ihr verabschieden.

Draussen geht die Sonne hinter den Palmen auf und es ist noch angenehm kühl.
Toni, der draussen übernachtet hat, begrüsst uns gähnend und unser Geburtstagskind schimpft im umgebauten Fahrzeug mit ihrer Mutter, weil diese für ihre Verhältnisse, zu stark an ihren Haaren rumzieht. Als wir kommen, freut sie sich aber sehr und ich gebe ihr unser Geschenk, eine schöne Halskette mit einem Anhänger daran, den wir für sie ausgesucht haben. Sie hüpft damit gleich zu Gita, damit sie sie tragen kann und zeigt sie uns dann voller Freude. Es sieht wirklich schön aus und wir freuen uns mit ihr.

Danach heisst es, Abschied von Roshika nehmen die sehr traurig ist, dass wir Agonda verlassen. Wir werden sie sehr vermissen.

Wir kochen Porridge zum Frühstück und räumen danach alles zusammen. Unsere Gasflasche dürfen wir leider nicht verschiffen, darum schenken wir diese Gagan und seiner Familie, mitsamt dem Anschluss. Als alles soweit gepackt und vorbereitet ist, verabschieden wir uns auch noch vom Rest der Familie. Sie werden uns fehlen!

Nach einem kurzen Halt um Geld zu wechseln, verlassen wir die Westküste Indiens und machen uns auf den Weg Richtung Bangalore. Der Verkehr ist anfangs relativ angenehm, nimmt aber mit der Zeit immer mehr zu.


Unterwwgs werden wir von der Polizei angehalten. Unsere seitlich getönten Scheiben seien in Indien nicht erlaubt und wir müssten eine Busse von 100Rps. zahlen. Wieder einmal ein lahmer Versuch, uns abzuzocken. Wir weigern uns und fahren weiter.

Ein paar Kilometer weiter, endet der Bundestaat Goa und der Bundestaat Karnataka beginnt. Auch da werden wir wieder von der Polizei angehalten, wegen den getönten Scheiben. Laut dem Polizist sollen wir 2000Rps. bezahlen. NO WAY!! Wir weigern uns wieder und er fängt an, zu verhandeln. Er sagt 600Rps. sei sein bestes Angebot. Wir lachen  ihn nur aus und weigern uns wieder. Irgendwann gibt er dann suf und wir können ohne Abzockerbusse weiterfahren.

Echt eine miese Nummer, das Ganze!
Wir fahren durch Dschungel und Nationalparks, wo es Elefanten, Tiger, Leopard, Bären und andere Tiere geben soll, doch die einzigen die wir zu Gesicht bekommen, sind die frechen Affen.

Am Nachmittag halten wir kurz an und essen in einem Restaurant eine Portion Veg fried Rice, welche so scharf gewürzt ist, dass wir dazu noch Curd bestellen müssen. (Naturjogurt).

Nach dem Essen geht die Fahrt weiter und endlich erreichen wir den grossen Highway der uns Richtung Bangalore führt.

Die Fahrt auf dem Highway ist jedoch mehr als kriminell, da er anfangs nur einspurig geführt ist.

Nebst Geisterfahrern, Menschen und Kühen auf der Fahrspur, überholen die Verkehrsteilnehmer jeweils so knapp, dass wir jedes Mal die Luft anhalten.
Verfluchte Irren, die Inder! Zum Fahren ist es wieder einmal verdammt gefährlich und wir sind froh als wir sehen, dass endlich eine zweite Spur hinzukommt.
Doch auch damit ist uns nicht gedient, weil die Trucks jeweils beide Spuren komplett blockieren, weil sie die ganze Zeit nebeneinander fahren, anstatt zu überholen.

So wird es uns beim fahren wenigstens nicht langweilig und gegen den frühen Abend erreichen wir Ranebennur, eine Ortschaft vor Bangalore.

Dank booking.com finden wir schnell ein günstiges und preiswertes Hotel und freuen uns über eine heisse Dusche.
Keine Ahnung wann wir zum letzten Mal heiss geduscht haben!

Dank gutem Wifi kann ich nun endlich auch die Blogbeiträge hochladen und so mache ich mich nach der Dusche gleich an die Arbeit.

Nach einem kurzen Abendessen geht es dann auch bald ins Bett, schliesslich müssen wir morgen auch wieder relativ lange fahren.

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