17.10.2017. Pannenhilfe für Bennet

Der Morgen kommt schnell und um halb sechs klingelt unser Wecker. Wir stehen auf und packen unsere Sachen zusammen, treffen uns um halb sieben mit Bennet und fahren los Richtung Khajuraho, welches an die 400km entfernt ist.

Für die ersten hundertdreissig Kilometer brauchen wir ganze drei Stunden, weil die Strassen so mies sind. Übersät mit tiefen Schlaglöchern, Lastwagen und Tuc Tuc’s, kommen wir also kaum vom Fleck. Nach dieser mühsamen Strasse kommen wir an einen Checkpost eines neuen Bundestaats, wo wir unsere Fahrzeugunterlagen kontrollieren lassen müssen und sie wissen wollen, wohin wir fahren. Mumbai wird unser nächstes grösseres Ziel sein, also geben wir ihnen dieses Ziel an. Damit sind sie zufrieden und lassen uns weiterfahren.

Wir machen einen Fahrerwechsel und Tobi setzt sich ans Steuer und fahren auf einen Highway. Die Strassen sind absolut perfekt und wir sind froh, wieder ein paar Kilometer gutmachen zu können. In einem kleinen indischen Restaurant am Highway halten wir kurz an und essen ein Gemüsecurry mit Kichererbsen, Kartoffeln und anderem und dazu einen Teller Reis. Danach geht’s weiter Richtung Khajuraho, über den Highway und danach wieder auf miesen Strassen, wo wir wegen des dichten Staubes wieder mit Staubmasken und geschlossenen Fensterscheiben fahren müssen.

Gegen den Abend wird es langsam dunkel und plötzlich ist Bennet nicht mehr hinter uns. Wir halten an und warten doch er kommt einfach nicht. Wir wenden und fahren zurück und finden ihn ein paar Minuten später am Strassenrand. Wieder verliert er Diesel und wir versuchen die Stelle abzudichten. Es hält und wir fahren weiter doch nach weiteren zehn Kilometern verliert er wieder Diesel.

Uns bleibt nichts anderes übrig als ihn die letzten fünfzig Kilometer abzuschleppen. Also holen wir unsere Abschleppgurte raus und schleppen Bennet damit ab. Nach weiteren fünf Kilometern hören wir plötzlich ein rumpeln hinter uns und halten sofort an. Da Bennet beim Abschleppen die Zündung nicht eingeschaltet hat ist er beim Bremsen über die Abschleppgurte gefahren die es dann um sein Rad gewickelt und eingerissen hat. Während ich versuche das Seil unter der Karre hervor zu reissen, stellen wir fest, dass es ziemlich stark lädiert ist. Wir können es aber nicht ändern und fahren weiter. Nach ungefähr zwanzig Kilometern reisst es dann endgültig und wir müssen die Stelle schneiden und das Seil gesichert mit einem Spannset, bei uns wieder anknüpfen.

Mittlerweile ist es schon nach sieben und wir kommen völlig erschöpft und fertigmit den Nerven, in Khajuraho an. Dort führt uns mein GPS komplett in die Irre, die Strassen sind voller Menschen, weil wieder einmal irgendein heiliges Festival ist und die Polizei versperrt uns den Weg.

Wir müssen mit Bennet im Schlepptau wenden der nun wieder selber fahren muss, weil das Abschleppen hier schlichtweg nicht mehr möglich ist. Es sind einfach zu viele Menschen auf den Strassen. Wir fahren also wortwörtlich im Kreis herum bis wir ein paar Polizisten nach dem Weg fragen und die uns einen Local zur Verfügung stellen, dermit dem Motorrad vorausfährt. So sind wir kurz nach acht endlich in unserem Prem Homestay, welches ich für uns gebucht habe.

Wir sind völlig erledigt und ich esse nicht mal mehr zu Abend, weil ich so k.o. bin. Tobi hingegen haut noch einen Teller Veg Chowmein rein.

Ich gehe nur noch unter die Dusche, trinke einen Ginger, Honey, Lemon Tea  und falle anschliessend todmüde ins Bett.

Bilanz vom heutigen Tag: Dreizehn Stunden Fahrt und 400km.

                                                                                                           

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