12.10.2017. Wir verlassen den Friendship Highway

Wieder ist die Nacht sehr kühl und der Himmel sternenklar. Die Milchstrasse ist direkt über unseren Fahrzeugen und wir sehen viele Sternschnuppen, die über uns hinwegfliegen.
Ansonsten ist es ruhig, nur das Rauschen des Wassers vom Fluss weiter unten, ist zu hören.
Am frühen Morgen schaue ich zuerst nach Bennet, dem es wieder etwas besser zu gehen scheint. Immer noch ein wenig Fieber, aber nicht mehr so hoch, wir sind froh darüber.
Während ich uns Frühstück, Tee und Kaffee koche, schaut ein Familienvater mit seinen beiden Kindern bei uns vorbei. Eigentlich stört mich der Besuch anderer Leute überhaupt nicht aber ich mag es nicht, wenn man einfach in unsere Karre reinglotzt, ohne wenigstens vorher guten Tag zu sagen. So auch dieser. Kommt heran, schaut in unser Fahrzeug rein, sagt nicht mal «Hallo». Ich begegne ihm mit einem freundlichen Lächeln, erkläre ihm, dass sich das absolut nicht gehört und ich auch nicht einfach so bei ihm ins Haus reinschaue, ohne wenigstens den Anstand zu haben, zu grüssen. Er behauptet zuerst, kein Englisch zu verstehen nur um mich dann nach drei Sekunden, auf Englisch vollzutexten.
Mal wieder typisch, aber ich bleibe freundlich und erkläre ihm ein paar Sachen zu unserem Fahrzeug, während seine Tochter ein paar Selfies mit unserem Cool running’s macht.
Nach dem Frühstück sind wir dann endlich soweit, das wir weiterfahren können jedoch sind wir uns am Anfang nicht sicher, ob die Strassen wieder passierbar sind. Da es vorletzte Nacht so geregnet hat, kommt so viel Wasser von den Bergen herunter, dass die Strassen komplett überflutet sind. Jedoch sieht es einiges besser aus, als am Vortag. Wir können ohne Probleme die Strasse hinunterfahren, trotz des vielen Wassers.
Wir fahren zurück nach Kathmandu, lassen die atemberaubende und beeindruckende Bergwelt hinter uns und legen einen Stopp bei unserem nepalesischen Freund Amrit ein, bei dem wir auf dem Hinweg übernachtet haben. Er und seine Familie freuen sich sehr und laden uns kurzerhand zum Mittagessen ein, wo es Veg fried Noodles und Ei dazu gibt. Wir unterhalten uns angeregt, erzählen von unserem Ausflug und und ich erkläre Amrit’s Frau noch die Einzelheiten unseres Fahrzeugs. Sie ist total aufgeregt und freut sich riesig, strahlt eine Begeisterung aus, die mehr als nur ansteckend ist. Als wir weiterfahren, nimmt Bennet die beiden noch bis in die Stadt, mit.
Dort verabschieden wir uns von ihnen und versprechen,in Kontakt zu bleiben und selbstverständlich wieder zu kommen, wenn wir wieder in Nepal sind.
Wir fahren weiter Richtung Kathmandu und die Strassen sind so verstopft und staubig, dass wir kaum vorankommen und kaum weiter sehen, als zehn Meter.
Mit unseren Staubmasken sind wir immerhin gut gerüstet und vor dem Staub geschützt, trotzdem müssen wir die Fenster immer wieder schliessen, anders geht es nicht.
Nachdem wir Kathmandu mehr oder weniger hinter uns haben und auf dem National Highway sind, geht so gut wie gar nichts mehr. Die zahlreichen Busse und Lastwagen stehen still, der Verkehr kommt zum Stillstand. Wir erfahren später dass es einen kleinen Unfall gegeben hat und darum nichts mehr geht, aber da es schon spät ist, müssen wir uns langsam auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz machen. Dank Mapsme finden wir weiter unten an der Strasse einen Weg der vom Highway wegführt, bergauf in die Berge. Wir stossen auf ein Weingut und fragen an der Rezeption, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürfen, was kein Problem ist. Natürlich essen wir im Gegenzug dort zu Abend und ich geniesse ein vermutlich letztes Mal einen Teller Momo. Bennet mag nichts essen und geht früh zu Bett, während ich noch ein Glas Wein des Hauses probiere und Tobi einen Teller Pasta reinhaut. Während wir den wunderschönen Blick auf die Berge geniessen, kommen zwei weitere Personen beim Weingut an. Ein Deutscher und seine iranische Freundin. Matthias und Maryam setzen sich sogleich zu uns und wir plaudern noch lange mit den beiden. Sie sind seit Februar zu zweit mit dem Motorrad unterwegs und haben einen Teil von Südostasien schon hinter sich. Matthias hat zuvor neun Jahre in der Schweiz gearbeitet, als OP- Schwester im Spital in Aarau und Maryam hat in Mailand gelebt. Die beiden haben sich aber in Solothurn kennengelernt. Wir freuen uns über die überraschende Wendung und verbringen einen witzigen Abend mit den beiden.
Auch sie campen auf dem Parkplatz und schlafen in einem kleinen Zelt.
Gegen zehn Uhr abends sind wir alle ein wenig müde und gehen schlafen.

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