28.09.2017. Ein Besuch in der Altstadt von Kathmandu

Mein Wecker klingelt um zwanzig nach sieben, jedoch bin ich schon vorher wach, dank den Gesängen, die überall in Kathmandu zu hören sind. Ich stehe auf und wasche zuerst meine Kleider mit dem Abfalleimer, da der Besitzer mir keinen richtigen Eimer geben wollte.
Der Grund dafür: Ich bräuchte damit zu viel Wasser, ich soll doch kostenpflichtig seine Waschmaschine nutzen. Das ich nicht lache! Scheiss auf den Besitzer, ich wasche meine Kleider mit dem Abfalleimer, der absolut nicht schmutzig ist.
Tobi fährt in der Zwischenzeit die Karre aus dem Hinterhof, da heute Happy Tikka Tag ist, mit anderen Worten: Es werden zuerst alle Fahrzeuge gewaschen und dann mit Tikka (Sino rot und Marsala), beschmiert, um sich im Strassenverkehr vor Unfällen zu schützen.
Da heute das Fest der neun Göttinnen beginnt, ist in der Stadt deswegen der Teufel los und auch wir machen uns nach einem äusserst gemütlichen Frühstück auf den Weg, in die Altstadt von Kathmandu.
Zu Fuss laufen wir vom Hostel los, vorbei am Affentempel und dem buddhistischen Kloster, die staubige Strasse hinunter, zur Brücke, die über einen völlig vermüllten Fluss führt. Man sieht richtige Inseln aus Abfall und es stinkt fürchterlich. Einzelne Händler sitzen mit ihren Habseligkeiten auf der Strasse, verkaufen Gemüse und anderes, versuchen mit allem was sie haben, noch ein bisschen Geld zu verdienen.
In der Altstadt angekommen, stehen wir riesigen Tempeln gegenüber, welche hauptsächlich von der chinesischen Architektur geprägt sind. Die Gebäude sind aus massivem Holz gebaut, dunkel angestrichen, mit riesigen Dächern und rotgoldenen Bändern verziert.
Beeindruckend in allen Massen! Gegen den frühen Nachmittag sind wir hungrig und machen es uns in einem Roof Top Restaurant gemütlich. Wir bestellen Mixed Chowmein, Buff Momo’s und Mixed fried Rice. Das Essen ist gut, die Portionen gross, aber auch teuer genug.
Nach dem Essen schmuggeln wir uns in den weiteren Teil der Altstadt, eigentlich müsste man soviel ich weiss, Eintritt bezahlen, jedoch hat uns weder jemand kontrolliert, noch was gesagt.
Also bummeln wir gemütlich durch die Altstadt, wo sich wohl alle Einwohner von Kathmandu befinden, da Feiertag ist. Jedoch haben die meisten Läden geöffnet, was Tobi ausnutzt und sich ein neues Paar Schuhe kauft, da seine alten Schuhe nicht mehr wasserdicht sind und er sich immer wieder über nasse Füsse beschwert. Ebenfalls kaufen wir uns wegen des dichten Staubes eine Atemschutzbinde, ohne ist es zum Teil kaum aushaltbar.
Leider ist meine Sonnenbrille kaputt gegangen, deshalb habe ich mir eine Neue kaufen müssen, Originalpreis fünfundvierzig Dollar, runtergehandelt vierunddreissig Dollar. 

Auf dem Rückweg wird es bereits dunkel und die Scheinwerfer blenden uns beim Zurücklaufen. Wir laufen an Buddha’s Food Shop vorbei und machen kurz einen Abstecher da rein. Tobi und ich kaufen uns ein paar Flaschen Wasser, Bennet spendiert eine Flasche Rotwein. An der Kasse sitzt eine junge Tibeterin, welche ich freundlich auf Tibetisch, mit „Tashi Delek“ grüsse, worüber sie sich sichtlich freut. Leider ist das bisher das einzige Wort, welches ich auf Tibetisch gelernt habe.

Wir laufen zurück zu unserem Hostel, duschen und trinken Wein und Bier und unterhalten uns mit Marco, einem Deutschen, der heute angereist ist.

Ich setze mich hinter die heutigen Bilder und den Blogbeitrag, unterhalte mich mit dem Besitzer des Hostels und wir gehen anschliessend ins Bett.

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