06.09.2017. Alle Affen gaffen

 

Der Morgen bricht an und die Sonne geht hinter den Bergen auf, das Licht ist wunderschön und es ist noch herrlich kühl. Doch die Stille wird von einem Motorrad unterbrochen, das zu unseren Fahrzeugen fährt und dann dazwischen stehen bleibt. Ein junger Mann sitzt auf dem Motorrad und beäugt misstrauisch unsere Fahrzeuge, kann sich vermutlich nicht recht zusammenreimen, was er da sieht. Naja, wir sehen mit unseren Autos auch etwas ungewöhnlich aus, von dem her irgendwie noch verständlich.

Tobi und ich linsen aus unserem Klappdach heraus und warten ab was passiert. Doch er wendet sein Motorrad und fährt davon. Wir stehen auf und ziehen uns an, auch Bennet ist schon auf den Beinen. Zusammen wärmen wir die Resten des Vorabends zum Frühstück und machen dazu Rühreier. Bennet kocht sich Haferflocken mit Äpfeln und gesellt sich zu uns an den Tisch und wir machen es uns zu dritt gemütlich.

Von Weitem hören wir das laute Hupen der Busse und Lastwagen, die schon zur frühen Stunde unterwegs sind.

Auch wir packen nach dem Essen alles zusammen, räumen unseren Tisch und die Stühle ins Auto und brechen auf. Unterwegs halten wir an einer Frischwasserquelle an und füllen unsere Vorräte auf. Danach machen wir uns wieder auf den Weg. Bei der alten Brücke die wir schon auf dem Hinweg überquert haben, damit Bennet noch ein paar Fotos machen kann.

In einem kleinen Dorf gehe ich noch Gemüsekaufen, versuche es zumindest, was gar nicht so einfach ist. Die Menschen starren mich alle an und keiner spricht Englisch. Mit Händen und Füssen bekomme ich immerhin Zwiebeln und Knoblauch, was mich schon zufrieden stimmt. Hier sind es sich die Leute offenbar nicht gewohnt, dass Touristen bei ihren Marktständen anhalten und einkaufen. Doch mit einem Lächeln und einem freundlichen „Namaste“, kommt man schon sehr weit.

Ich steige ein und wir fahren weiter in Richtung Kathmandu, welches noch hunderte von Kilometern entfernt ist.
Uns kommen haufenweise Busse entgegen, die zum Teil so kriminell fahren, dass man es mit der Angst zu tun kriegt. Sie kommen wie Flieger, meistens auf der Gegenfahrbahn und weichen dann in letzter Sekunde noch aus, um einen Unfall zu vermeiden. Total unnötig und mühsam.
Die Landschaft dafür ist unbezahlbar schön und wir geniessen den Ausblick auf riesige Flüsse, kleine Häuschen und farbige Kleider der Einheimischen. Es hat wieder haufenweise Kühe und Ziegen auf der Strasse und die Tuc Tuc´s sind zum Teil richtig nervige Verkehrshindernisse.

Nach einer riesigen Brücke finden wir in einem Nationalpark einen Platz zum Übernachten. Hoffentlich werden wir nicht wieder weggeschickt, den eigentlich ist das Übernachten in Nationalparks verboten.
Es ist tropisch und heiss, hat tausende von Moskitos und ich bin froh dass wir einen guten Spray und ein Moskitonetz dabeihaben. Wir setzen uns in unsere Stühle und schauen den Affen bei ihren akrobatischen Künsten zu, verfolgen die Hirsche mit dem Feldstecher und hoffen, dass uns die Tiger in der Nacht in Ruhe lassen.

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