01.09.2017. Auf den Spuren des Tigers

Am Morgen um sechs Uhr klingelt unser Wecker und draussen hören wir den Regen auf das Blechdach trommeln. Wir müssen unsere Sachen in ein anderes Zimmer bringen, weil das unsere von jemand anderem belegt wird, also machen wir zuerst unseren Rucksack für die Wanderung klar und räumen dann den Rest in eine Tasche.

Mit dem Regenschirm und den Wanderschuhen stehen wir bereit für unsere Wanderung durch den Shuklaphanta Nationalpark, doch draussen ist weder unser Guide, noch sonst jemand zu sehen. Eigentlich haben wir uns mit dem Team der Cottages so abgesprochen, dass wir um sieben Uhr frühstücken werden und um halb acht Uhr loslaufen würden.

Bennet klopft dann mal an die Küchentür und ein verpennter Nepalese erscheint an der Tür.

Er meint, unser Guide hätte das vergessen, deshalb sein auch die Küche noch nicht bereit für unser Frühstück. Ich erkläre ihm dann, dass wir sehr wohl bereit seien und er ruft unseren Guide an, der fünfzehn Minuten später auch erscheint.

Wir frühstücken und verabschieden uns von Bennet der eigentlich zuerst mitkommen wollte, sich es dann wegen des Regens anders überlegt hat.

Also gehen wir zu dritt los.

Kum, Tobi und ich, machen uns auf den Weg zum Nationalpark, bezahlen am Eingang den Eintritt und laufen los. Wir betreten den dichten Dschungel und machen uns auf die Suche nach Tigern und Leoparden, beobachten dabei Hirsche aus allernächster Nähe und begegnen Wildschweinen und Affen. Auch Vögel und Pfauen begegnen wir auf unserem Weg. Da Regenzeit ist, regnet es auch ziemlich stark und wir borgen Kum unsere Regenjacke, weil er nur ein normales T-Shirt und Hosen anhatte und nichts, dass ihn vor dem Wasser schützt. Von seinen Schuhen fangen wir gar nicht erst an, die sind schon von Anfang an komplett durchnässt. Wir waten durchs Wasser und haben dabei leider das Pechs, von Blutegeln angegriffen zu werden. Immer wieder müssen wir so ein Mistvieh von unseren Beinen entfernen, staunen dabei, wie unglaublich aggressiv und gierig sie sind.

Eigentlich wollen wir zum grossen Aussichtsturm doch das Wasser steht so hoch beim Fluss, dass wir unmöglich die Brücke überqueren können.

Also entscheidet Kum, dass wir zum Elefantenhaus gehen, dass ungefähr weitere zwei Kilometer entfernt ist. In strömendem Regen laufen wir zur Elefantenhütte und sind froh, dass wir uns unter das Dach setzen können. Wir essen Reis mit Gemüse und Pouletfleisch, trinken Wasser und schauen den Leuten die dort leben, bei der Arbeit zu.

Sie preparieren mit geschnittenem Gras und Reis das Abendessen für die Elefanten, die am späteren Nachmittag ankommen werden. Wir legen uns zu dritt auf die Holzpritsche und halten ein Mittagsschläfchen, zumindest die Jungs. Ich dagegen bin wach und frage mich wie es möglich ist, dass links und rechts von mir ein Kerl liegt, der mit dem anderen Kerl um die Wette schnarcht.

Gegen halb fünf kommen endlich die Elefanten und wir sind happy, dass wir sie sehen können. Wir schauen zu wie sie mit ihren Reitern das geschlagene Holz und das geschnittene gras abladen und danach in ihren Stall gebracht werden.

Später verlassen wir das Elefantenhaus und machen uns auf den Rückweg zu unseren Cottages. Dabei laufen wir durch verschiedene Dörfer wo wir auf kleine Häuschen, sehr viele freilaufende Kühe und Ziegen, Kindern und Erwachsene treffen. Ich schiesse ein paar Bilder und bin begeistert. Nach insgesamt über zwanzig Kilometern Wanderung durch den Dschungel wo wir zwar keine Tiger und Leoparden, dafür alles andere gesehen haben, kommen wir müde und erschöpft wieder bei den Cottages an.

Es ist ein schöner aber auch langer und anstrengender tag gewesen und nach einem kleinen Abendessen und einer Dusche, falle ich müde und kaputt ins Bett.

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