29.08.2017. Ein Besuch im Taj Mahal

Wieder einmal klingelt unser Wecker in der frühen Morgenstunde, es ist gerade mal halb fünf. Ich stehe auf und ziehe mich an und Tobi folgt widerstrebend. Um fünf Uhr treffen wir uns mit Bennet und zu dritt machen wir uns auf den Weg, zum Taj Mahal.

Draussen ist es noch stockdunkel, die Luft ist angenehm kühl, es geht eine leichte Brise und es sind kaum Menschen unterwegs, was hier in Indien schon fast ungewöhnlich ist.

Wir suchen im Dunkeln den Ticketschalter, müssen ein paar Mal fragen, weil nichts beleuchtet, oder angeschrieben ist. Als wir den Ticketschalter endlich gefunden haben, liegt der eine Verkäufer immer noch hinter dem Tresen auf dem Boden und schläft.

Die Wachmänner wecken ihn auf und zusammen mit seinen Mitarbeitern bereitet er alles für die Tickets vor. Wir stehen da und warten, bis alle soweit sind ehe wir unsere Tickets lösen können. Der Sonnenaufgang steht schon kurz bevor.

Als wir unsere Tickets endlich haben die umgerechnet an die fünfzehn Franken pro Person gekostet haben, eilen wir im Stechschritt Richtung Eingang, wo schon diverse Leute anstehen.

Bis wir in den grossen Garten reingelassen werden, ist der Sonnenaufgang schon vorbei, das ist aber nicht weiter schlimm, dank den dicken grauen Wolken wäre es sowieso nichts Besonderes gewesen. Natürlich werden wir zuerst von Kopf bis Fuss durchsucht was auch gut ist, bevor wir endlich den Taj Mahal besichtigen dürfen.

Endlich ist es soweit und das riesige Gebäude, welches grösstenteils aus Marmor errichtet wurde, gerät in unser Blickfeld. Der Anblick ist unbezahlbar und jeden einzelnen Cent unseres Eintrittes wert.  Der sogenannte Kronenpalast steht majestätisch vor uns, ein Bild wie aus tausend und einer Nacht. Der weisse Stein leuchtet im schwachen Morgenlicht und wir alle zücken unsere Kameras und knipsen ein paar Bilder. Das Wasser liegt ruhig da und wiederspiegelt die Schönheit und Eleganz des Taj Mahals. Dank der frühen Morgenstunde sind nicht sehr viele Touristen unterwegs und die Menge verteilt sich gut über die grossen Flächen, die den Palast umgeben.

Im Jahre 1648 wurde der Palast angeblich fertiggestellt, aber über das genaue Jahr ist man sich bis heute nicht einig. Das Mausoleum wurde damals für die Frau des fünften Schah’s Jahan in Erinnerung an seine geliebte Frau, die Persische Prinzessin Arjuman Bano Begum, die auch Mumtaz Mahal genannt wurde, gebaut. Sie hatte einen sehr großen Einfluss auf sein Leben und seine Politik und starb 1631 bei der Geburt des vierzehnten Kindes im Alter von 39 Jahren. Auf dem Totenbett wünschte sie sich von Ihrem Mann ein Grabmal, wie es die Welt zuvor noch nie gesehen hat. Daraufhin ließ der Schah das Taj Mahal errichten, das bis heute zu einer der schönsten muslimischen Stätte in Indien zählt.

Wir sind beeindruckt von der imposanten Erscheinung, es ist kaum vorstellbar, dass es bis zu zwanzigtausend Arbeiter und tausende von Elefanten gebraucht hat, um ihn zu bauen.

Das Innere des Mausoleums ist eher düster und es fällt wenig Licht herein. Die Wände sind hoch und die beiden Grabstätten liegen eingehüllt von Marmor, da.

Wir schauen uns alles an, lassen den schönen Anblick auf uns wirken und geniessen die friedvolle Atmosphäre.

Wir verlassen das Taj Mahal ein paar Stunden später wieder, gehen zurück zu unserem Hostel und bestellen uns Frühstück auf der Rooftop Terrasse. Ein Engländer namens Alex, der in Peking gelebt hat und dort Englisch und Chinesisch unterrichtet hat, setzt sich zu uns und zu viert plaudern wir munter darauf los und bleiben bis zur Mittagszeit sitzen.

Ärgerlicherweise funktioniert unsere Simkarte immer noch nicht und wir müssen erneut mit dem Tuc Tuc zum Shop fahren und nachfragen, weshalb es nicht funktioniert.

Wir bekommen zur Antwort, dass es in etwa dreissig Minuten funktionieren wird, nach ungefähr zwei Stunden kommt dann auch die Meldung, dass die Simkarte jetzt aktiviert wurde. Jedoch ist das Guthaben welches wir noch draufladen liessen, nicht drauf und das Internet funktioniert auch nicht.

Also ruft unser Tuc Tuc Fahrer extra nochmals an und erkundigt sich bei der Verkäuferin, die uns bedient hat.

Er bekommt zur Antwort, dass sie gerade in der Lunchpause ist und ihn danach zurückrufen wird. Also warten wir nun darauf, dass sie zurückruft und vertreiben uns die Zeit mit Blog schreiben, Bilder sortieren, Fahrstrecke besprechen, usw.

Später haben wir endlich die Meldung bekommen, dass jetzt auch das Internet funktioniert und nach einmal Handy neu starten, funktioniert es dann auch einwandfrei.

Wir bleiben noch eine Weile sitzen und unterhalten uns, beschliessen aber gegen den Abend, etwas essen zu gehen.

In einem kleinen unscheinbaren Restaurant das im ersten Stock eines alten Hauses ist, nehmen wir Platz. Der Besitzer des Restaurants ist noch sehr jung und etwas unerfahren, gibt aber sein Bestes, alles so korrekt wie möglich zu machen. Am Schluss spendiert er uns noch einen Ingwer-Zitronen-Honig Tee, der herrlich geschmeckt hat und setzt sich zu uns an den Tisch. Er erzählt uns von seinen Ideen die er umsetzen will und zeigt uns seine neue Küche, die zwar noch nicht fertig ist, aber mit den weissen Marmorplatten schon sehr vielversprechend aussieht.

Nach einem schönen Abend mit guten Gesprächen, verabschieden wir uns von ihm und machen uns auf den Rückweg zu unserem Hostel, dass nicht weit entfernt ist.

Anschliessend ziehen wir uns auf unser Zimmer zurück und gehen ins Bett.

2 Gedanken zu “29.08.2017. Ein Besuch im Taj Mahal

  1. Jürgen Greb

    Grüezi ihr beiden. Bei uns hat es auch immer noch um die 30°.
    Auf dem Dach natürlich noch mehr. Ich wünsche euch weiter viel Spaß und Abenteuer. Gruß Jürgen

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