27.08.2017. Wir lassen Delhi hinter uns und fahren nach Agra

Den Wecker habe ich auf acht gestellt, jedoch bin ich um sieben Uhr schon wach. Auch Tobi ist schon auf und kann nicht mehr schlafen, also stehen wir auf und packen unsere Kleider in den Rucksack. Wir gehen kurz frühstücken und begeben uns danach zurück auf unser Zimmer, kontrollieren nochmals alles, damit wir ja nichts vergessen und gehen anschliessend zu unserem Fahrzeug, um unsere Sachen einzuräumen. Die Sonne scheint und der Himmel ist blau, was es in der Regenzeit nicht oft gibt.

Wir checken aus, steigen in unser Auto und weiter geht die Reise. Unser nächstes Ziel: Agra.

Der Verkehr ist wie immer sehr dicht, ein richtiges Chaos.

Wir fahren Richtung Süden auf dem Highway durch Neu-Delhi, wo die sogenannte Cyber City in Sicht kommt. Brandneue Skyline, neue Häuer und Wohnblocke, Strassen und moderne Bahnen und Einkaufszentren. Es ist sauber und idyllisch, hat wunderschöne Parkanlagen und alles wirkt gepflegt. Fünfzig Meter daneben sieht man noch die letzte Slum Siedlung, die noch nicht weggeräumt wurde. Wir sehen alte Hütten meistens mit Blechdächern und Plastikplanen die zum Schutz vor Wind, Regen und Sonne schützen sollten, Kinder in schmutzigen Kleidern, die ihre kleineren Geschwistern an der Hand halten.

Ein trauriges Bild und zudem ein krasser Kontrast mit der neuen Skyline im Hintergrund.

Was mit ihnen geschieht wenn der Slum geräumt wird, weiss keiner.

Wir lassen Delhi mit jedem Meter, mehr hinter uns und langsam verändert sich die Landschaft. Die Häuser werden weniger, stattdessen wird es grün um uns herum. Vereinzelte Felsen, Wälder und Flüsse, mehr Lastwagen, weniger Tuc Tuc’s.

Wir fahren an die fünf Stunden, bis wir Agra erreichen.

In dieser Zeit beobachte ich den Verkehr und die Leute und frage mich wieder einmal, warum die Inder das mit Abstand egoistischste Volk im Strassenverkehr sind.

Es fängt damit an, dass der Krankenwagen mit Sirene und Blaulicht von hinten auftaucht und kein einziger ihm Platz macht. Stattdessen wird gehupt und gedrängt, jeder will der erste sein und niemand nimmt Rücksicht auf den anderen. Bei den Zahlstationen genau dasselbe. Einreihen geht dort schon mal gar nicht, nein, man macht einfach aus einer Spur mal zwei draus, hupt dann verärgert, wenn man nicht reingelassen wird und geht damit den anderen gehörig auf den Sender. Ganz zu schweigen, dass es auf diese Weise zehn Mal länger geht, als wenn man die sogenannten Regeln einfach befolgen würde.

Die einzigen die hier Ruhe bewahren, sind die Kühe, die gemächlich über die Strasse laufen oder sich einfach mittendrauf legen, um sich zu sonnen.

In Agra angekommen sind wir total verschwitzt, klebrig und eklig. Wir kramen unser Zeugs aus dem Auto und checken in unser supergünstiges Low Budget Hostel ein.

Airconditioner, blitzblank sauber mit eigenem Bad für umgerechnet elf Franken fünfzig, pro Nacht, in optimaler Lage und fast direkt beim Taj Mahal.

Besser kann es nicht sein und wie immer warten wir misstrauisch auf den Haken, der hoffentlich nicht kommen wird.

Nach Einrichten, duschen, Wäsche waschen und aufhängen, Blog schreiben etc. gehen wir auf unsere Dachterrasse und trinken erstmals ein Bier und bestellen uns etwas zu essen.

Wir plaudern mit den Angestellten und geniessen den angenehm kühlen Abend, ehe wir uns zurückziehen und ins Bett gehen.

 

1 Kommentar zu „27.08.2017. Wir lassen Delhi hinter uns und fahren nach Agra

  1. Jacky Floormiller 28. August 2017 — 9:47

    Hoi zäme,
    freue mich auf die Bilder vom Tadsch Mahal.
    Gruess Papi

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