12.08.2017. Ausflug zu Pferd

Es wird hell draussen und die Geräusche des Verkehrs, dringen zu uns ins Zimmer hinauf.

Wir stehen auf und nach dem Frühstück macht sich Tobi zusammen mit Astrid auf, um wandern zu gehen. Die beiden werden vor dem Hotel von einem Taxi abgeholt.

Ich gehe zurück aufs Zimmer und mache mich ebenfalls bereit, Timo und ich wollen um neun Uhr nämlich reiten gehen. Pünktlich um neun Uhr staunen wir beiden nicht schlecht, als wir mit einer kleinen Kutsche abgeholt werden. Wir grinsen und steigen ein. In flottem Trab fahren wir durch Nyaung Shwe zu einem kleinen Stall, wo die Pferde schon fertig gesattelt bereitstehen.
Beide sind gut im Futter und kein bisschen mager, worüber ich sehr froh bin, sonst wäre ich nämlich gleich wieder gegangen. Die Pferde, beides Hengste, schauen uns neugierig an und nach kurzem Geplauder, steigen wir auf und reiten los. Die Guides gehen zu Fuss neben uns her und wir werden mit einem Strick geführt.
Im Ernst jetzt?! Freundlich erkläre ich meinem Guide, dass ich ohne Probleme alleine zurechtkomme und nach einigem hin und her, lässt er mich alleine gehen. Timo ist dicht hinter mir, fühlt sich aber auf dem jüngeren Hengst nicht ganz so wohl, weil der ein bisschen zappelig ist. Ich biete ihm an, das Pferd zu wechseln, worüber er froh ist. Ich auch, denn ich mag es, wenn die Pferde Temperament haben.  😀

Nach dem Wechsel geht es weiter und wir lassen Nyaung Shwe hinter uns und folgen einer kleinen Landstrasse, die uns in den dichten Dschungel führt. Wir traben die Strasse entlang, die Guides zu Fuss dicht hinter uns. Timo fühlt sich schon viel wohler und kann den Austritt so geniessen, wie ich es tue. Bei einer Höhle machen wir Halt und schauen uns die schönen Buddha Statuen an, die sie dort aufgestellt haben. Die Höhle ist gross und geräumig und überall stehen Vasen mit frischen Blumen herum. Echt schön anzusehen.

Nach der Höhle führt uns unser Ritt an einer Schule vorbei und viele neugierige Kindergesichter erscheinen am Fenster. Sie kichern und zeigen mit dem Finger auf uns, sind ganz aufgeregt und schwatzen durcheinander. Ich winke ihnen und grüsse sie auf burmesisch mit dem Wort Mingalaba.

Dann nutze ich den erdigen Untergrund um meinem Pferd die Sporen zu geben. Im Galopp geht’s den Berg hinauf, die Guides und Timo lasse ich hinter mir. Weiter oben treffe ich auf ein paar Mönche und komme mit ihnen ins Gespräch. Sie freuen sich über die kleine Abwechslung und wollen wissen, woher ich komme und ob mir Myanmar gefällt. Was für eine Frage!
Irgendwann tauchen dann unsere Guides und Timo auf und ich entwische ihnen wieder. Im Galopp reite ich weiter den Berg hinauf, geniesse den Wind und das Gefühl, frei zu sein. Oben angelangt, warte ich wieder auf die Jungs die kurze Zeit später, um die Ecke biegen. Auf einer grossen Wiese, dürfen wir uns mit den Pferden noch ein wenig austoben, bevor wir uns wieder an den Abstieg machen. Bei einer anderen Schule machen wir Halt und Timo und ich schauen ins Schulzimmer rein, wo etwa dreissig Kids die Schulbank drücken. Laut lesen sie aus einem Buch vor, alle durcheinander. Die Lehrerinnen haben alle Hände voll zu tun und die Kleinen sind so süss. Sie schauen uns mit grossen Augen an, lassen sich von uns ablenken und lächeln uns zu.

Damit wir sie nicht zu sehr ablenken, gehen wir zu den Pferden zurück, schwingen uns wieder in den Sattel und reiten den Berg hinunter, wo wir dann von der Mutter von Nini zu Tee und Reiscrackern eingeladen werden. Nini ist der jüngere von den beiden Guides.

Das Haus ist klein aber gemütlich, die Menschen sehr freundlich und liebevoll.

Nach der kurzen Pause geht es weiter und schon bald sind wir wieder zurück in Nyaung Shwe. Zurück im Stall, verabschieden wir uns von den Pferden und mit der Kutsche geht es zum Hotel. Dort verabschieden wir uns von den Jungs und geben ihnen noch ein gutes Trinkgeld.

Danach geht Timo zurück zu seinem Hotel um seine Sachen zu packen. Er wird heute Abend mit dem Nachtbus nach Bagan fahren.

Ich gehe aufs Zimmer, hüpfe unter die Dusche und mache mich anschliessend auf den Weg zum Spa, wo ich mir für umgerechnet dreizehn Dollar, eine einstündige Rückenmassage gönne. Die Massage ist herrlich und entspannend und ich geniesse jede einzelne Sekunde.

Am späteren Nachmittag wasche ich meine Kleider noch von Hand und schlendere durch das Städtchen. Ich betrachte die beeindruckenden Tempel, die Mönche, die sich darin aufhalten und vor dem grossen Gebetsbuch knien, die Kinder die draussen spielen und die Erwachsenen, die gemeinsam in einer Ecke sitzen, sich unterhalten und mich beim Vorbeilaufen freundlich grüssen.

Ja, der Tourismus ist auch hier angekommen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Nyaung Shweh komplett davon überlaufen ist. Jetzt geht es gerade noch so, es ist auch noch nicht Hochsaison. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass die kleinen schönen Restaurants und Häuser in absehbarer Zeit verschwinden werden und riesige Hotelanlagen ihren Platz einnehmen.

Dabei bricht mir fast das Herz, sind mir die einheimischen Leute hier mit ihrer liebenswürdigen und hilfsbereiten Art, in kürzester Zeit schon ans Herz gewachsen.

Natürlich würden die einen auch davon profitieren, jedoch die, die in den Bergen leben, nicht. Sie sind arm und leben von dem was der Boden hergibt.

Zurück im Hotel, treffen nach sechs auch Tobi und Astrid endlich ein und nach einer heissen Dusche sind sie wieder startklar, um zu Abend zu essen. Leider können wir Timo nicht mal richtig Tschüss sagen, sein Bus ist um sieben Uhr abends, abgefahren.

Wir geniessen ein super Abendessen, trinken ein Bier und plaudern über unsere heutigen Erlebnisse.

Auf dem Rückweg regnet es, aber das ist uns egal. Das Zeug kann dann im Hotel wieder trocknen.

Am späteren Abend hauen wir uns dann müde aufs Ohr.

2 Kommentare zu „12.08.2017. Ausflug zu Pferd

  1. Marlen Renkewitz 13. August 2017 — 22:10

    Typisch Jeannine immer einen drauf

    1. Haha 😂 kännsch mich ja Grosi! 😀 😘

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