23.07.2017. Von Multan nach Lahore

Der Morgen kommt viel zu schnell und als der Wecker klingelt, wären wir am liebsten noch zwei Stunden länger liegengeblieben.

Wir stehen auf, ziehen uns an und gehen frühstücken. Es gibt Omeletts, Cornflakes und Toast, dazu Kaffee.

Nach dem Frühstück checken wir aus dem Hotel aus und fahren los, Richtung Lahore.

Die heisse tropische Luft schlägt uns mit voller Wucht entgegen, als wir aus dem gekühlten Hotel kommen.

Während Tobi fährt, versuche ich einen Ausweg aus Multan und dem grossen Verkehrschaos zu finden. Fussgänger, Esel, Ziegen, Kühe, Wasserbüffel, Tuk Tuk’s, Motorräder, Autos und LKW’s, alles war auf der Strasse. Wir amüsieren uns über die Zustände, staunen über modernere Gebäude inmitten des Stadtzentrums und Autobahnbrücken.

Die Fahrt aus der Stadt dauert fast eine Stunde und als wir endlich auf dem National Highway sind, steht die Sonne schon relativ hoch am Himmel.

Wir fahren durch verschiedene kleine Städte und Dörfer, wo Händler Früchte und Gemüse verkaufen, Hühner in kleinen engen Käfigen gehalten werden und Kamele schwere Karren ziehen. Sie bewegen sich langsam aber elegant, sie lassen sich von nichts aus der Ruhe bringen. Das gemächliche Tempo passt so gar nicht zum nervösen Gehupe der Verkehrsteilnehmer, die zum Teil mit beachtlicher Geschwindigkeit an einem vorbeibrausen. Es gibt hier keine Verkehrsregeln und auch keine Verkehrsampeln. Die Trucks fahren meistens auf der Überholspur was die anderen Fahrer in Rage versetzt.

Wir lachen und geniessen es, mal so zu fahren, wie wir es in der Schweiz niemals tun dürften.

Nach einer kurzen Esspause geht’s weiter und wir fahren insgesamt an die sieben Stunden, bis wir in Lahore ankommen. Die Autos werden immer neuer, die Fahrer immer schneller. Bei einer Baustelle, fegt ein Autofahrer die orangen Hütchen weg, weil er viel zu schnell kommt. Zum Glück aber passiert nichts.

In Lahore angekommen, machen wir uns auf die Suche nach unserem Hotel und fahren dabei zuerst durch ein Villenviertel, welches mit Toren und Wachmännern ausgestattet ist, bevor es weniger Meter danach durch einen üblen Slum geht, wo die Menschen buchstäblich im Dreck leben. Die Gegensätze könnten nicht grösser sein.

Die Leute starren uns an, als kämen wir von einem anderen Planeten. Die einen winken scheu, andere wiederum ignorieren uns. Ich lächle zurück, winke freundlich und sage guten Tag. Darüber freuen sie sich. Nach acht Kilometer durch den Slum, fahren wir an einem Bazaar vorbei, wo man alles bekommt was man braucht. Kleider, Hühner, Pferde, Schafe, Getränke, Parfüms, usw. Und das mitten in der Stadt. Unser Hotel ist nicht mehr weit entfernt und als wir schliesslich ankommen, klappt alles wunderbar. Unser Zimmer ist klein und gemütlich, die Klimaanlage funktioniert. Wir bringen unsere Sachen rein und machen uns anschliessend auf den Weg zum Bazaar, wo wir durch die Gassen schlendern und ich mir einen frischgepressten Zuckerrohrsaft gönne, der köstlich schmeckte.

Später gehen wir zurück zum Hotel, duschen und bestellen uns etwas zu essen.

Danach überprüfen wir unsere Dokumente, schauen nach ob wir alles haben, was wir für den indischen Grenzübergang brauchen. Anschliessend gehen wir früh zu Bett um das Schlafmanko der letzten Tage nachzuholen.

Morgen geht es ab nach Indien!

Kommentar verfassen