22.07.2017. Von Sukkur nach Multan

Der Wecker klingelt um sieben Uhr und wir stehen auf, frühstücken, packen unsere Sachen ein und gehen zu unserem Fahrzeug.

Wir verstauen unsere Sachen, füllen unsere Wasserflaschen auf und räumen diese in den Kühlschrank. Die Zeit der Polizeieskorten ist vorbei und wir können uns von nun an, frei bewegen in Pakistan. Die Grenze von Balochistan liegt hinter uns.

Während Tobi mich durch den dichten Verkehr von Sukkur navigiert, bekommen wir einen neuen Eindruck von Pakistan. Das chaotische Herumgewusel auf der Strasse, der Abfall der auf der Strasse liegt, die Menschen die überall sind und kleine Kinder, die am Strassenrand sitzen, ein beeindruckendes Bild. Die Armut lässt die Menschen kreativ werden. Sie verkaufen frischgeschnittene Melonen, Saft im Tetrapack, bieten sich als Kurier oder Tuk Tuk Fahrer an.

Versuchen auf diese Weise, ihr Überleben zu sichern. Das Leben findet draussen auf den Strassen statt und auch wenn es nur dafür da ist, einfach am Strassenrand zu stehen und die Leute zu beobachten, die mit ihren Fahrzeugen an einem vorbeifahren. Die Familie muss auf einem Motorrad Platz haben, denn für mehr reicht es nicht. Die schweren Karren werden von winzig kleinen Eseln gezogen, die der Last kaum gewachsen sind. Die LKW’s sind komplett überladen und das so, dass sie einen nicht sehen können, wenn man überholt. Froh um unsere laute Hupe sind wir hier schon mal. Es stinkt nach verbranntem Plastik und die Kamine mit dem schwarzen Rauch, sind von Weitem schon sichtbar. Sie dienen dazu, Klinker und Bachsteine zu brennen. Hier herrschen mittelalterliche Verhältnisse.

Nach Kohle wird von Hand gegraben, es sind winzig kleine Tunnels in die sich die Leute quetschen müssen. Indien ist nicht mehr weit.

Wer Geld hat, leistet sich ein Fahrzeug, wer keins hat, sitzt zusammenquetscht auf der Ladefläche eines Pick Up’s oder in einem Bus.

Die Landschaft verändert sich, die Luft wird tropisch. Wasserbüffel und Kamele kreuzen unseren Weg. Palmen säumen die Strasse, Reisfelder werden bepflanzt. Wer hätte gedacht, dass Pakistan nicht nur aus Wüste besteht?

Auf unserem Weg nach Multan verdichtet sich der Verkehr. Kreuz und quer fahren Tuk Tuk’s, Motorräder, LKW’s, Autos, usw. durch die Dörfer und Städte.

Nach zehneinhalb Stunden Fahrt, treffen wir endlich in Multan ein und nach längerer Suche finden wir unser bereits gebuchtes Hotel, Serena Palace. Doch an der Rezeption weiss man zuerst gar nicht Bescheid, dann wird über den Preis diskutiert und am Schluss heisst es, sie dürften uns nicht als Gäste beherbergen, aufgrund unserer Sicherheit. Wir sollen in ein Hotel gehen, dass besser von Sicherheitskräften überwacht wird und dafür eine Bescheinigung hat, die sie nicht haben. Immerhin wissen sie dann wo und geleiten uns zu einem anderen Hotel. Übernehmen das Einchecken, verhandeln mit dem Manager einen günstigeren Preis und versprechen, für uns ein Hotel in Lahore abzuklären, dass berechtigt ist, ausländische Touristen zu beherbergen.

Verschwitz, müde, hungrig und erledigt beziehen wir unser Zimmer, duschen, waschen unsere Kleider von Hand und essen Reis mit Huhn. Anschliessend holen wir die Blogbeiträge nach, sortieren Bilder, planen die nächsten Tage voraus und fallen anschliessend müde ins Bett.

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close