05.07.2017. Auf dem Weg nach Teheran

Wir standen früh auf und fuhren ans Kaspische Meer, wo wir an einer Tankstelle zuerst unser Fahrzeug tankten. Ein netter Iraner der schon oft mit dem Fahrrad gereist war, sprach uns in bestem Englisch an und wir unterhielten uns mit ihm. Ein total freundlicher Kerl der uns auch noch half, einen Kaffee zu bestellen, weil der Herr hinter dem Tresen, kein Wort verstand. Er war übrigens der Erste, der auch mir die Hand schüttelte und nicht nur Tobi, der ja schliesslich ein Mann ist. Wir bestellten zwei Kaffees (ja ihr lest richtig, auch ich bestellte für mich einen Kaffee), und stellten uns damit in den Schatten um uns vor der starken und heissen Sonne zu schützen. Danach fuhren wir am Meer entlang und kämpften uns durch das Verkehrschaos der morgendlichen Rush Hour. Das Fahren im Iran macht sehr viel Spass, weil es nämlich überhaupt nichts gibt, was irgendwie geregelt sein könnte. Es gibt weder Lichtsignale an den Kreuzungen noch sonst was. Der klassische Iraner fährt wie der Teufel an einem vorbei um dann bei den grossen Schwellen die zur Verkehrsberuhigung dienen, eine Vollbremse zu machen um dann so mit fünf km/h darüber zu kriechen. Einfach herrlich! Wir mit unserem grossen 4×4 hatten bei den Schwellen natürlich überhaupt keine Mühe und holten die anderen spätestens dann wieder ein, nur um auf ein Neues wieder von ihnen überholt zu werden.

Auch in den Städten und ausserhalb wurden wir wieder von allen gegrüsst. Sie hupten, winkten und lachten, erfreut darüber, Leute wie uns zu sehen. 

Am Meer unten machten wir Halt und schlüpften in unsere Badehosen, resp. Tobi. Ich zog natürlich lange Hosen und ein T-Shirt an, da die Iraner sehr strenge Sitten haben, was die Bekleidung der Frauen betrifft. Das Kopftuch liess ich aber weg, schliesslich wollte ich mir im Meer noch die Haare waschen.

Es war herrlich, im Meer zu baden und wir genossen das kühle Wasser in vollen Zügen. Leider hatten wir aber nicht so lange Zeit, weil wir Morgen ja in Teheran sein wollten, das noch etwa fünfhundert Kilometer von uns entfernt war. Wir fuhren auf die Autobahn und verliessen die Küste um zurück ins Landesinnere und durch die Berge zu fahren. Bald liessen wir das tropische Klima hinter uns und es wurde wieder heiss und trocken. Die Wüste fing an und die Berge waren hoch und schroff, kein Fleckchen grün war zu sehen und als die Autobahn im nirgendwo endete, waren nur noch LKW-Fahrer mit uns unterwegs, aus deren Auspuff rabenschwarzer Rauch quoll. In einem Restaurant hielten wir an um etwas zu essen, dann fuhren wir weiter. Eine neue Autobahn fing an und wir folgten ihr weiter Richtung Teheran. Überall hielten wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit Ausschau aber wir konnten einfach nichts finden, weil man nirgends rausfahren konnte. Wenn man dann mal rausfahren konnte, konnte man sich nirgends recht verkriechen ohne von allen gesehen zu werden. In der Nähe der Städte war das auch zu gefährlich. Wir hielten an einer Raststätte an und fragten dort, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürften, die meinten jedoch, es sei am sichersten, in ein Hotel zu gehen und zeigten uns auf dem Handy, den Weg in die nächstgelegene Stadt, Karaj.

Also machten wir uns wieder auf den Weg und gegen sieben Uhr abends kamen wir in Karaj an. Wir waren erledigt, müde und hungrig, konnten aber nirgends ein Hotel ausfindig machen, weil dort eigentlich nur kleine Läden und Autowerkstätte waren. Der Verkehr war so dicht, dass wir kaum vorwärtskamen und wir gaben wirklich schon fast auf, denn wir waren total erschöpft. Die Taxifahrer waren auch keine Hilfe, denn jeder schrie was dazwischen und wir verstanden kein Wort.

Da wir uns aber gleich bei Teheran in der Nähe befanden, machten wir uns auf den Weg zu unserem gebuchten Hotel, in der Hoffnung, dass sie schon heute ein Zimmer frei haben und nicht wie vereinbart, erst am nächsten Tag.

Das Autofahren war wie immer ein Erlebnis, aber dank Tobi’s Talent mich zu lotsen und meinen Fahrkünsten, kamen wir ohne Schaden beim Hotel an.

Dort konnten wir sofort einchecken und waren total froh, endlich duschen und etwas essen zu können. Nun sind wir die nächsten drei Tage hier in Teheran, bevor es weitergeht.

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