24.06.2017. Auf dem Weg nach Ankara

Die Frösche neben unserem Campingplatz hielten sich hartnäckig, sie quakten die ganze Nacht. Dank meinen Ohrstöpseln fand ich trotzdem ein wenig Schlaf, zumindest bis morgens um halb vier, als das wohl mit Abstand mieseste Tonband des Muezzins, blechern aus den Lautsprechern dröhnte. Einmal wach, fiel es uns schwer, wieder einzuschlafen.

Da die letzte Nacht so warm war, hatten wir die dicken Winterschlafsäcke, gegen unsere dünneren Sommerschlafsäcke eingetauscht.

Dank des Ventilators, den wir an der Decke des Klappdachs befestigt hatten und den dünnen Schlafsäcken, hatten wir trotz der Hitze, eine angenehme Temperatur im Fahrzeug.

Als dann der Morgen dämmerte, standen wir frühzeitig auf, räumten unsere Sachen zusammen und packten unsere Winterschlafsäcke in die Hüllen, die wir in einer der Kisten verstauen konnten.

Danach fuhren wir los, Richtung Ankara. Der Weg war etwas verwirrend und wir verfuhren uns zwei drei Mal, da wir unbedingt die Autobahn vermeiden wollten, für die, Gebühren verlangt wurden. Da die Türken absolut kein Wort Englisch sprachen, war es zudem viel zu kompliziert, eine Magnetkarte zu kaufen und aufzuladen und die Nebenstrasse, war genauso gut, wie die Autobahn selbst.

Der türkische Fahrstil liess eigentlich die ganze Zeit zu wünschen übrig, da man auch mit wildem Gehupe, von der Strasse abdrängen und Beschimpfungen nicht weiterkam, egal wie sehr man sich dafür anstrengte. Eine Zeit lang waren wir regelrecht genervt, auch wenn wir versuchten, die Situation mit Humor zu nehmen.

Vor allem dann, wenn der Fahrer vor einem, sich schleichend fortbewegte und man versuchte, diesen zu überholen, dann wurde nämlich einfach das Gaspedal runtergedrückt, damit man ja nicht von einem Fahrer mit ausländischem Nummernschild, überholt wurde.

Das wäre ja schliesslich eine riesen Schande, nicht wahr?

Wie dem auch sei, schlussendlich machten wir uns einen Spass daraus, ihr Gehupe zu erwidern, was sie überhaupt nicht witzig fanden. 😀

Unterwegs war auf der Gegenfahrbahn eine Strassensperre der Polizei errichtet worden und wir kamen an hunderten von Leuten vorbei, die einen Protestmarsch gegen Erdogan unter die Füsse nahmen, um bis nach Istanbul zu marschieren. Das Militär, dass die jungen Leute auf ihrem Marsch begleiteten, war mit Maschinengewehren bewaffnet und die grössten Militärfahrzeuge standen auch schon bereit, für den Fall, dass es ausarten könnte. Lächerlich! Alle waren nämlich total friedlich unterwegs, wollten sie mit dem Marsch schliesslich einfach mal ein Zeichen setzen.

Wir hatten ein paar Tage zuvor, eine Meldung über den Protestmarsch gelesen und waren begeistert, als sie daherkamen. Wir jubelten, hupten und winkten ihnen zu und alle winkten zurück. Tobi setzte sich sogar auf den Fensterrand der Beifahrerseite, um ihnen über das Autodach hinweg, zuzujubeln und zu winken. Eine tolle Sache, die sie da anstreben, da der als Präsident wirklich gar nichts taugt!

 Zum Glück war die Polizei anderweitig beschäftigt gewesen, sonst hätte es vermutlich noch ‘nen Strafzettel, gegeben.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz, fuhren wir von der Hauptstrasse runter und fanden einen Platz am Hang eines Berges, direkt am Waldrand, wo wir Hackfleischtätschli und Salat zu Abend assen.

Da wir heute eigentlich den ganzen Tag nur gefahren sind, haben wir heute leider kein einziges Foto gemacht

Viel Spass! 😊

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