18.06.2017. Istanbul Tag 1

Der Muezzin weckte mich am frühen Morgen und es gelang mir lange nicht, wieder einzuschlafen. Jedoch musste ich irgendwann wieder eingedöst sein denn als ich das nächste Mal die Augen öffnete, war es halb neun. Ich weckte Tobi und stand auf, um mich anzuziehen. Tobi war noch nicht halb so bereit, aufzustehen wie ich und so verliess ich das Zimmer und setzte mich mit meinem Laptop in die Lobby, um den Blog nachzuholen und die Bilder hochzuladen.

Leider ist das Wifi hier nicht besonders schnell, weshalb ich irgendwann abbrechen musste, da der Akku meines Laptops nicht gereicht hatte. Tobi erschien völlig verschlafen an meiner Seite und liess sich erstmals einen Kaffee bringen, ehe er ansprechbar war.

Zusammen setzten wir uns in den Frühstücksbereich und während dem Essen beobachteten wir die jungen Babykatzen, die um uns herumtollten und ihrer Mutter auf den Keks gingen. Sie waren so süss!

Nach dem Frühstück gingen wir schnell zu unserem Auto um noch ein paar Sachen zu holen und machten uns anschliessend mit dem Rucksack auf den Weg, um die Stadt zu erkunden.

Zuerst gingen wir die Blaue Moschee besichtigen und ich musste ein Kopftuch und einen türkischen Rock anziehen, ehe ich die Moschee betreten durfte. Tobi hatte sich natürlich die ganze Zeit darüber lustig gemacht.

Die Moschee ist mit sehr hohen Decken versehen, die mit einem schönen Steinmosaik überzogen waren. Der Boden wurde mit Teppich ausgestattet, um das Hallen der Stimmen zu dämpfen, wenn die Betenden anwesend waren.

Da alle entweder barfuss oder mit Socken unterwegs waren, hing ein leichter Geruch von Käsefüssen in der Luft und die Touristinnen, welche sich von zu Hause aus mit einem Kopftuch ausgestattet hatten, hätten es gerade so gut seinlassen können, da man ihre Haare noch von weitem hatte erkennen können.

So, genug gelästert. Wir verliessen die Blaue Moschee wieder und machten uns auf den Weg zur anderen Seite der Meeresenge, um dort einen alten Turm sowie den berühmten Platz namens Taksim zu besichtigen. Auf dem Weg dahin sahen wir wieder an die zweihundert Fischer die auf der Brücke standen und fischten. Das witzige oder eigentlich traurige daran war, dass ihr eigener Müll an ihren Fischerhaken hingen, wie zum Beispiel Schuhe, Plastik, Stofffetzen, usw. Aber anstatt ihn gerecht zu entsorgen, warfen sie den Müll einfach wieder ins Wasser, der dann bald wieder an ihrem Haken hing. Nicht sehr schlau!

Auf der anderen Seite der Brücke angekommen, kauften wir uns ein paar feine türkische Süssigkeiten wie Baklava, usw. und fanden uns bald auf einer grossen Shoppingmeile wieder.

Wir spazierten gemütlich durch die Mall und bewunderten all die Läden. Es waren so viele Leute unterwegs und man merkt schon, dass das Leben hier auf der Strasse stattfindet. Ganze Familien sind unterwegs und die Restaurants sind voll mit Menschen, die sich treffen.

Auf dem Taksim Platz war alles voller Fähnchen und Marktständen, sowie eine erhöhte Polizeipräsenz, wegen der Terroranschläge. Obwohl der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, merkte man nicht viel davon und der Taksimplatz war der erste Ort, wo einem die erhöhte Polizeipräsenz auffiel. An den anderen berühmten öffentlichen Orten, merkte man sonst nicht viel davon. Grosse Menschenmengen sowie öffentliche Verkehrsmittel zu meiden ist hier das einzig sinnvolle, was man tun kann und das war bei so vielen Menschen, gar nicht mal so einfach.

An einem kleinen Stand kaufte ich Kirschen und Aprikosen, die wunderbar schmeckten.

Während wir herumflanierten, fing es leider zu regnen an und als der Turm in Sicht kam, waren wir schon ziemlich durchnässt. Zum Glück jedoch war es warm, von dem her nicht so tragisch. Auf dem Rückweg spazierten wir über die Brücke, zurück auf die andere Seite und eine kleine Gruppe von Delfinen tauchte in der Meeresenge auf. Da es in der Meeresenge von Istanbul sehr viele Fische gibt, waren sie auf der Jagd.

Es leben ca. fünfzig Delfine hier, welche sehr unter dem enormen Schiffsverkehr leiden, da sie durch die Schiffsschrauben verletzt werden und wegen des Lärms nie richtig zur Ruhe kommen. Deshalb sind sie trotz der erfolgreichen Fischjagd mager und werden krank.

Aber so wie es aussieht, scheint sich hier leider niemand dafür zu interessieren. Schade!

Wir beobachteten die Delfine noch eine Weile und machten uns dann auf den Weg zu unserem Hotel. Der Regen hatte aufgehört und die Sonne drückte ein wenig durch die Wolken.

Im Hotel angekommen, erledigte ich zuerst den Blog und die Bilderordnung.

Danach werden wir duschen und essen gehen und sehen, was uns der Abend noch bringt. 😊

 

 

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