29.05.2018. Auf den Spuren der Aborigines

Nach dem Abbau unseres Moskitonetzes und dem ZusammenrÀumen unseres Zeugs machen wir uns auf den Weg zu den Aboriginal Sites im Kakadu Nationalpark.
Auf einem Rundgang durch die WĂ€lder und Felsen, kann man sich die alten Felsenmalereien der Aborigines anschauen und deren Bedeutung kennenlernen.
Wir machen uns also mit unserm Göppi auf den Weg dahin und die Fahrt dauert dabei nicht lÀnger als 20min.

Auf dem Parkplatz packen wir unseren Rucksack noch schnell mit Snacks und Wasser, schmieren uns mit Sonnencréme ein und machen uns dann auf den Weg.
Zuerst fĂŒhrt uns der Pfad durch schattigen Wald mit hohen EukalyptusbĂ€umen, deren feiner und wĂŒrziger Duft vom Wind zu uns getragen wird.
Bald schon lichtet sich der Wald und uns wird der Blick auf die wunderschönen Felsen freigegeben, die durch die vielen Jahren verwittert sind.

Auf den Felsen sind die ersten Malereien sichtbar, sie zeigen Fische und Schildkröten, KÀngurus und andere Tiere, sowie menschliche Gestalten.
Die Malereien haben diverse Bedeutungen, so zum Beispiel ein Regenbogen (leider kein Bild), der von einer jungen Frau gemalt worden ist und der PubertÀt und den Sinn des Lebens wiedergeben soll.
Aber auch DÀmonen findet man in den Malereien, derjenige der einen heiligen Ort zerstört, soll mit einer Krankheit bestraft werden.

So befinden wir uns heute mal auf den Spuren den Aborigines, ein krasser Gegensatz zu der betrunkenen Gesellschaft in Darwin, aber auch in anderen StÀdten im Outback.

Mit Jen haben wir uns lange ĂŒber die Aborigines unterhalten, sie hat als Englischlehrerin in Arnhemland unterrichtet, das einzige StĂŒck von Australien das wirklich noch den Uhreinwohnern gehört.
Sie hat uns erzĂ€hlt dass die Aborigines in Arnhemland immer noch sehr traditionell leben, sie ihren Kindern die BrĂ€uche weitergeben und sie auch mit einem Ältesten losschicken, wenn sie was verbrochen haben.

Doch auch Erwachsene machen Fehler, sie werden fĂŒr Tage des Clans verwiesen.
Die einen nehmen die Strafe an und kehren nach ein paar Tagen zu ihrem Clan zurĂŒck, andere enden betrunken in den StĂ€dten, wo sie negativ auffallen und in einer Parallelwelt leben, wo sie von den Australiern ignoriert werden.

Der Frust und die Wut weil man ihnen frĂŒher (James Cook 1770) alles genommen hat, ist immer noch spĂŒrbar, sie begegnen den Weissen mit Misstrauen und Verachtung, lassen sich so gut wie gar nicht integrieren und pfeifen auf Regeln und Gesetze. So ist es hier nicht unĂŒblich, dass viele Ureinwohner in der GefĂ€ngniszelle sitzen, die Polizei sie aber auch dort nicht lĂ€nger als 24 Stunden festhalten können.
Die Traumzeit scheint in den StÀdten in der Tat vorbei zu sein, viele Ureinwohner die hier leben, haben ihren Glauben daran verloren.

Der Alkohol, das einzige BetĂ€ubungsmittel das vorĂŒbergehend hilft, Frust, Wut und Langeweile zu betĂ€uben, aber auch viele SchlĂ€gereien und AgressivitĂ€t den eigenen Clans gegenĂŒber.
Uns beiden schient es ein hoffnungsloser Fall zu sein, der sich in Zukunft nicht Àndern wird.

Immerhin hier in den Nationalparks werden die Traditionen der Aborigines weitergegeben und auch wir sind begeistert und interessiert.
Was uns aber auch beeindruckt ist die wunderschöne Landschaft ringsum, der weite Blick ĂŒber die Wetlands und die unglaublich schönen Felsen.

Wir haben euch hier die besten Bilder mal zusammengestellt.

Auf dem RĂŒckweg vom Rundgang beschliessen wir, noch einen anderen Pfad zu begehen der nur etwa zehn Minuten mit dem Auto entfernt ist.
Also fahren wir los und parkieren auf einem weiteren Parkplatz.
Dieser Rundgang fĂŒhrt uns durch hohes trockenes Gras, das in der rötlichen Sonne wie goldig wirkt.

Wir sehen ein paar Papageien, Greifvögel und Eidechsen, ansonsten ist es aber ausser den wieder tollen Felsformationen nicht sonderlich spektakulÀr, aber trotzdem schön und die Stimmung friedlich.
Danach verlassen wir den nördlichen Teil des Nationalparks und folgen dem Arnhem Highway ein StĂŒck weit in den SĂŒden, wo wir uns auf einem Campingplatz einrichten.

WÀhrend ich mich an die Bilder und BeitrÀge mache, hÀlt Tobi neben mir ein Nickerchen.
Am spÀteren Nachmittag plaudern wir noch mit ein paar Australiern, die sind immer ganz aufgeregt wenn sie sehen, dass wir das Steuerrad auf der linken Seite haben.

Gegen den Abend wÀrme ich die Resten des Vortags noch auf und nach dem Abendessen setze ich mich wieder an unseren Tisch und schreibe den heutigen Beitrag.

WĂ€hrend ich nun hier sitze und schreibe, höre ich das knistern des Buschfeuers und rieche den Rauch, der Wind weht aber zum GlĂŒck in die andere Richtung.

Es ist herrlich ruhig und hat zum GlĂŒck merklich weniger Moskitos worĂŒber wir mehr als dankbar sind.

Nun mache ich hier Schluss und geniesse den restlichen Abend noch ein bisschen mit meinem Mann. 😊

Ein Kommentar

  1. Sehr sehr spannend.👍
    Machts gut Ihr 2 ich bin schon gespannt auf weitere Berichte
    Liebe GrĂŒsse aus Neftenbach
    Walti u Katharina

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